Yeshua - Priester nach der Ordnung Melchisedeks

Yeshua – Priester nach der Ordnung Melchisedeks

1. Begriffserklärung

Das hebräische Wort „מלכיצדק“ ist ein Kompositum aus den beiden Wörten „Malak“ & „Zedek“! Zusammen genommen bedeutet dies soviel, wie etwa „Mein Gerechter König“ oder „Mein König ist gerecht“. Damit ist gemeint, dass der herrschende Gott YHWH der Inbegriff der Gerechtigkeit darstellt. In Hinblick auf das Priestertum ist dies ein klarer Verweis auf die „königliche Priesterschaft“, die z.B. in der Offenbarung mehrmals Erwähnung findet!

 

2. Melchisedek der Sohn YHWH

 

Hebr. 7,1-3:

"Dieser Melchisedek aber war ein König von Salem, ein Priester YHWH, des

Allerhöchsten, der Abraham entgegenging, da er von der Könige Schlacht wieder kam, und segnete ihn; dem gab auch Abraham den Zehnten aller Güter. Aufs erste wird er übersetzt als ein König der Gerechtigkeit; danach aber ist er auch ein König zu Salem, das ist ein König des Friedens; ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht und hat weder Anfang der Tage noch Ende des Lebens; er ist aber verglichen dem Sohne YHWH und bleibt Priester in Ewigkeit."

 

Drei Verse weiter in Kapitel 5,6 wurden uns die Worte, welche seine Wesenszüge enthalten und sich in Psalm 110 finden, mitgeteilt. In diesen Worten findet sich zugleich die Ankündigung, dass Er ein Priester nach einer ganz anderen Ordnung, als der Aarons ist, nämlich nach der Ordnung Melchisedeks. Wenn man diesen Unterschied des Priestertums Aarons und Melchisedeks kennt, wenn man begreift, was Melchisedek für eine Bedeutung hat, da er dem Sohne YHWH verglichen wird, - dann kennt man auch das große Geheimnis dieses Briefes und das Geheimnis des christlichen Lebens in seiner Kraft und Vollkommenheit. Dieses Geheimnis wird in dem einen Wort angedeutet - ein Priester in Ewigkeit. Diese beiden auf so merkwürdige Art verbundenen Namen zeigen an, dass er von YHWH her bestimmt war, ein auf den Sohn Gottes hinweisendes Bild zu sein. Gerechtigkeit und Friede, diese beiden Segnungen des messianischen Reiches, nennt schon der Tanach (Ps. 72,3; 85,11; Jes. 32,17). Auch im Neuen Testament werden sie zusammen genannt (Röm.5,1; 14,17; Jak.3,18). Gerechtigkeit ist die einzige Grundlage wahren Friedens.

Yeshua sollte beide geben. Dann wird aus dem Umstand, dass die Schrift über sein Herkommen und Sterben schweigt, gefolgert, dass sein Priestertum ohne Anfang und ohne Ende ist. Bei den unter dem Gesetz stehenden Priestern hing ihr Priestertum an ihrer Herkunft. Der Vater musste aus dem Stamm Levi sein, die Mutter dem Volke Israel angehören. Melchisedek war "ohne Vater, ohne Mutter". Der Ausdruck "ohne Vater" weist bei alten Schriftstellern oft auf einen Mann geringer Herkunft hin, von dessen Familie man nichts weiß. In dieser Bedeutung wird der Ausdruck hier gebraucht. Das kann man deutlich erkennen, da es hier weiter heißt: "ohne Geschlecht, hat weder Anfang der Tage, noch Ende des Lebens". Er hat ein Priestertum, welches von keinem Menschen stammt und auf keinen Menschen übergeht. Da er aber dem Sohne YHWHes vergleichbar von YHWH dazu bestimmt ist, ein auf den Sohn YHWHes hinweisendes Vorbild zu sein, bleibt er Priester in Ewigkeit.

Das ewige Priestertum Yeshuas bedeutet, dass Er Sein Werk in uns verrichtet in der Kraft des ewigen Lebens, wie es im Himmel und in YHWH geführt wird. Er ist Priester in Ewigkeit, weil Er die Kraft der Ewigkeit in sich hat. Aus diesem Grund kann Er auch vollkommen selig machen und sein Werk in uns mit ewiger Lebenskraft vollbringen.

 

 

3. Melchisedek und Abraham

 

Hebr. 7,4-10:

"Schaut aber, wie groß der ist, dem auch Abraham, der Patriarch, den

Zehnten gibt von der eroberten Beute. Zwar haben die Kinder Levis, da sie das Priestertum empfangen haben, ein Gebot, den Zehnten vom Volk, das ist, von ihren Brüdern, zu nehmen, nach dem Gesetz, wiewohl auch dieselben aus den Lenden Abrahams gekommen sind. Aber der, dessen Geschlecht unter ihnen nicht genannt wird, der nahm den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißung hatte. Nun ist es ohne jeden Widerspruch so, dass das Geringere von dem Besseren gesegnet wird. Und hier nehmen den Zehnten die sterbenden Menschen; aber dort bezeugt er, dass er lebt. Und so sage ich, dass es auch Levi ist, der den Zehnten nimmt, verzehntet durch Abraham. Denn er war ja noch in den Lenden des Vaters, da ihm Melchisedek entgegenging."

 

Schaut, wie groß der ist! Wenn wir die Größe Melchisedeks erst recht verstehen, können

wir uns einen viel besseren Begriff von der Größe Yeshuas machen. Die Hebräer rühmten sich Abrahams, des Stammvaters des auserwählten Volkes, Aarons, der als Hoherpriester der Stellvertreter YHWH und Repräsentant seines Dienstes war, des Gesetzes, das ihnen vom Himmel gegeben worden war und den Bund zwischen YHWH und Israel herbeigeführt hat.

Melchisedek ist mehr als Abraham. Für diese Tatsache haben wir einen doppelten Beweis. Abraham hat ihm den Zehnten entrichtet und ist von ihm gesegnet worden. Nun hatten die Priester auf Grund des Gesetzes das Recht, den Zehnten sich von ihren Brüdern entrichten zu lassen, dem Melchisedek aber wurde von Abraham der Zehnte entrichtet, obwohl er ein Fremdling war und in gar keiner Beziehung zu ihm stand. So erkannte also Abraham an, dass Melchisedek über ihm stand. Unter dem Gesetze nahmen den Zehnten Priester, welche dem Tod unterworfen waren. Von Melchisedek aber wird geredet als von jemandem, dessen Priestertum immer bleibt und der ewig lebt. Erkennt man nun an, dass Abraham unter Melchisedek steht, so muss man dasselbe von seinem Nachkommen Levi, dem Vater des Priestergeschlechtes, sagen.

Nun ist es ohne jeden Widerspruch so, dass der Geringere von dem Besseren gesegnet

wird. Die kurze einfache Geschichte, welche sich im ersten Buch Mose findet und aus nur dreiVersen besteht (1.Mose 14, 18-20), lehrt uns nach YHWHs Absicht, dass Abraham, der doch die Verheißungen empfangen hatte, auf den sich doch die Zukunft des Reiches YHWH gründete, anerkannte, dass jemand hier auf Erden höher stand, als er selbst. YHWH selbst hatte ihn bereits gesegnet und ihm Segen verheißen. Trotzdem nimmt er den Segen Melchisedeks an als einen Segen, der von YHWH kommt, den ein Mann ausspricht, welcher von YHWH die Macht zu segnen empfangen hat.

Diese Geschichte mit ihrer näheren Erklärung dient nicht allein zum Beweis, dass das

Priestertum Yeshuas nach der Ordnung Melchisedeks höher steht, als das Priestertum Aarons, sondern enthält auch einen Hinweis auf zwei ganz besonders wichtige Merkmale der Beziehung, in welche Yeshuaus als unser Priester zu uns tritt. Das eine Merkmal seiner Beziehung zu uns ist dieses: "Er segnet uns als unser Priester"; das andere: "Er lässt sich als unser Priester den Zehnten von uns entrichten."

Er segnet uns als unser Priester. Melchisedek sagte: "Gesegnet seiest du Abraham dem

höchsten YHWH!" Nun hatte YHWH Abraham gesegnet. Der Priester aber kommt zu ihm, den Segen YHWHs zu bekräftigen und die Bestätigung desselben zu verkündigen. Lasst uns an dieser Stelle festhalten: "Die Tätigkeit des Priesters besteht darin, dass er segnet."

Und wollen wir wissen, was für ein Segen das ist, welchen uns unser Hoherpriester

übermittelt, so können wir dies an dem hohepriesterlichen Segen erkennen, welcher in den Tagen des alten Bundes gespendet wurde. Also sollt ihr sagen zu den Kindern Israel, wenn ihr sie segnet:

 

"Der Herr segne dich und behüte dich! Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über

dir und sei dir gnädig! Der Herr hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden!"

 

Ja, das ist der Segen, welchen Yeshua uns nicht etwa bloß verkündigt, sondern vielmehr

wirklich verleiht. In Ihm dürfen wir die Erfahrung machen, dass der Herr unser Behüter

und unser Bewahrer ist. In Ihm lässt YHWH wirklich sein Angesicht über uns leuchten, so dass wir in Seinem Lichte wandeln und seine Gnade kennenlernen. In Ihm erhebt YHWH in der Tat sein Angesicht über uns, nimmt Er uns in seine Liebe und persönliche Gemeinschaft auf und gibt Er uns Frieden. Yeshua, unser Hoherpriester, lässt diesen Segen an uns zur Wahrheit werden und in uns seine Macht entfalten.

Als Melchisedek Abraham gesegnet hatte, gab dieser ihm den Zehnten von allem. Der

Zehnte ist ein Zeichen, welches besagt, dass der Empfänger desselben eigentlich ein Recht auf alles hat. Die Verbindung zwischen dem Zehnten und dem Segen ist sehr innig (Mal.3,10).

Unser Hoherpriester hat ein Recht darauf, dass wir seine Erhabenheit anerkennen und es zugeben, dass Er eigentlich alles, was wir sind und haben, beanspruchen darf. Je mehr wir dies zugeben und uns Ihm mit allem, was uns YHWH gibt, hingeben, desto mehr erfahren wir, welch eine Fülle und Kraft in dem Segen liegt, welchen uns unser Hoherpriester zuteil werden lässt!

 

4. Melchisedek und Aaron

 

Hebr. 7,11-14:

"Ist nun die Vollendung durch das levitische Priestertum wäre - denn

unter demselben hat das Volk das Gesetz empfangen - warum ist es dann weiter notwendig zu sagen, dass ein anderer Priester nach der Ordnung Melchisedeks kommen soll und nicht nach der Ordnung Aarons? Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz verändert werden. Denn der von dem dies gesagt wird, ist aus einem anderen Geschlecht, aus dem nie einer den Altar gepflegt hatte. Denn es ist ja offenbar, dass unser Herr von Juda ausgegangen ist, zu welchem Geschlecht Moses nicht vom Priestertum geredet hat."

 

Als YHWHs Geist David lehrte, in Psalm 110 von einem Priester nach der Ordnung

Melchisedeks zu reden, legte Er ihm ein Wort tiefster geistlicher Bedeutung in den Mund. Warum wurde wohl die Ordnung Aarons, welche doch auch von YHWH herrührte, übergangen und die Ordnung eines Mannes genannt, von dem nur eine einzige Tat bekannt ist und nur in drei Versen gehandelt wird? Weil die Ordnung Aarons nur ein Abbild des Werkes des Yeshuas auf Erden war. Sollte auf sein ewiges kraftvolles Priestertum im Himmel hingewiesen werden, so war eine andere vorbildliche Ordnung nötig.

Das Priestertum Aarons war ein Abbild des Werkes Yeshuas auf Erden, ein Abbild des Blutvergießens, der Versöhnung und der Annahme bei YHWH. Aaron trat mit dem Blut hinter den Vorhang zum Zeichen, dass die Versöhnung YHWH angenehm war, dass YHWH das Volk in Gnaden angenommen hatte. Allein Aaron durfte nicht hinter dem Vorhang bleiben. Er musste sofort wieder aus dem Allerheiligsten herauskommen.

Von einem Leben im Allerheiligsten, von einem dauernden Verkehr mit YHWH, von einem Wohnungmachen im Himmel, von einer Mitteilung dieses Lebens an das Volk und von der Kraft, welche das Leben YHWH im Allerheiligsten entfaltet, war nicht im geringsten die Rede. Von Yeshuas Sitzen zur Rechten YHWH, von seinem Empfangen und Spenden des Geistes YHWH und der Kräfte des himmlischen Lebens, davon, dass Er die Frucht seiner Erlösung in der Kraft des unvergänglichen Lebens den Seinen fortwährend zuteil werden lässt, von dem allen war in dem Dienste Aarons kein Abbild zu finden.

Dieses alles musste Melchisedek im Bilde darstellen. Als Priester des Allerhöchsten war er auch König, nahm er auch die Stelle der Macht und der Ehre ein. Das einzige

Werk, welches er als solcher Abraham gegenüber verrichtete, war dies, dass er segnete. Als ein Mann, von dessen Herkunft ebenso wenig gesagt wird, wie von seinem Sterben, war er ein Hinweis auf ein ewiges Priestertum, auf ein Priestertum, welches nicht allein kein Ende nehmen sollte, sondern auch in der Kraft nicht des irdischen, sondern des himmlischen Lebens zu verwalten war.

Die Erklärung dieses himmlischen Priestertums Yeshuai und der Verwaltung desselben

in himmlischer Kraft ist die Hauptsache des wirklichen christlichen Lebens,

welches wir zu lernen haben. Ich kann nicht ernstlich genug dazu ermahnen, dass man

doch ja den Unterschied zwischen der Ordnung Aarons und Melchisedeks recht zu verstehen ersuche. Nachdem Er die Reinigung unserer Sünden herbeigeführt, -diese Tatsache weist auf das Priestertum Aarons zurück - hat Er sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe, - diese Tatsache erinnert an die Ordnung Melchisedeks, daran, dass ER ein Priester in Ewigkeit sein soll und sein Priestertum in der Kraft des Himmels und des ewigen Lebens pflegen soll.

Viel zu viele Gläubige denken nur an Yeshuas Blut und Tod und an die darin liegende

Versöhnung ihrer Sünden. Sie trachten danach, in ihrem Glauben an diese ihre Versöhnung stark zu werden. Allein sie klagen doch immer wieder darüber, dass ihr Glaube so schwach und hinfällig sei, oder, wenn dies nicht der Fall sein sollte, dass sie die freudige Kraft zu gehorsamer Heiligung, welche in dem Worte Gottes so deutlich verheißen wird, nicht in sich finden. Die Ursache dieses ihres Zustandes ist dies, dass sie sich nur an das Priestertum nach der Ordnung Aarons halten und sich nicht an dem Priestertums nach der Ordnung Melchisedeks trösten!!!

Das Werk der Erlösung wurde hier auf Erden in Schwachheit vollbracht. (2. Kor.13,4)

Das entspricht ganz dem Vorbilde, welches wir in Aaron besitzen. Das Werk der Erlösung wird vom Himmel aus an uns und in uns in himmlischer Kraft vollendet. Das entspricht ganz der Ordnung Melchisedeks. Bei Aaron ist von Versöhnung und Angenommenwerden die Rede, nicht von Königtum und Macht. Bei Melchisedek ist Versöhnung und Angenommenwerden eine abgetane Sache und handelt es sich um königliche Macht und Segen. Was jedem Gläubigen Not tut, was dieser Brief ihn lehren will, ist, dass er auf Yeshua als seinen Priesterkönig sehen muss, der nicht allein das Werk der Versöhnung auf Erden vollbracht hat, sondern auch auf dem Throne YHWHs sitzend dasselbe uns in unseren Herzen zuzueignen sucht und zwar mit göttlicher Allmacht. Je mehr eine Seele Yeshua als einen Priester nach der Ordnung Melchisedeks erkennt, je herzlicher sie Ihn anbetet und je fester sie sich an Ihn klammert, der durch die Himmel gegangen ist und nun zur Rechten der Majestät YHWH sitzt, desto deutlicher wird sie die Kraft des himmlischen Lebens verspüren und einen Wandel führen, wie er sich für die geziemt, welche einer himmlischen Berufung teilhaftig geworden sind.

 

5. Priester in Ewigkeit

 

Hebr. 7,15-17:

"Und es ist noch klarer, wenn nach der Weise Melchisedeks ein anderer

Priester kommt, der es nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebotes geworden ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens. Denn Ihm wird bezeugt: Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung Melchisedeks."

 

Das Wort "ewig" oder "Ewigkeit" kommt im Hebräerbrief 17mal vor. Es ist eines der

wichtigsten Worte, welche wir in ihm finden. In ihm offenbart sich der Unterschied zwischen dem Alten und dem Neuen Testament, das Geheimnis des wahren christlichen Lebens. YHWH ist der Ewige. Sein Leben ist so vollkommen, so kraftvoll, dass von einem Anfang oder einem Ende desselben nicht die Rede sein kann. Bei Ihm ist keine Veränderung, kein Veralten und kein Wechsel. Er bleibt, was Er ist, in ewig frischer, unverwelklicher Jugend. Sein ewiges Leben weiß nichts von Verwelken oder von Schwächer werden. Es bleibt sich stets gleich und behält immer Seine volle unvergängliche Kraft. Wenn darum YHWH zu seinem Sohne sagt: "Du bist ein Priester in Ewigkeit!", müssen wir entschieden im Auge behalten, dass damit nicht nur die Endlosigkeit gemeint ist. Die Endlosigkeit des ewigen Lebens ist nichts, als eine Folge seiner göttlichen Kraft. Die Ewigkeit des Priestertums Yeshuas aber besteht darin, dass es jeden Augenblick, ohne Unterbrechung in ewiger Lebenskraft seine Kräfte entfaltet. Er ist Priester geworden in der Kraft des unvergänglichen Lebens.

Eine spezifische Form des christlichen Lebens ist uns im neuen Bunde offenbart

worden. Nur kommt es darauf an, dass wir nicht durch fleischliche Trägheit zu unempfänglich werden, uns dasselbe anzueignen. Yeshua ist als Priester in Ewigkeit, die Ursache einer ewigen Erlösung. Er ist uns zugute in den Himmel eingegangen. Alles, was Er für uns tun will, geschieht in der Kraft des ewigen Lebens. Er ist Priester in Ewigkeit. Das Leben, das Er verleiht, kann und will Er ohne Unterbrechung frisch erhalten und seine volle Kraft in jedem Augenblick entfalten lassen. Der Glaube, welcher Ihn wirklich kennt, erlebt, was es bedeutet, in dieser Kraft YHWH zu nahen und Ihm zu dienen. Er tut sein Werk als Priester in dieser unvergänglichen Lebenskraft.

Für einen jeden von uns ist es eine außerordentlich wichtige Frage, auf welche dieser

beiden Arten er YHWH dient. Kennst du Yeshua nur als deinen Aaron, welcher dich zwar versöhnt hat, aber nun meist in deiner eigenen Kraft streiten und fallen lässt? Gehst du mit Ihm nur für einen Augenblick in das Heiligtum, um es sofort wieder zu verlassen? Oder kennst du Ihn als deinen Melchisedek, als den Priester in Ewigkeit, als den Priester in der Kraft des unendlichen Lebens, durch den du stets hinter dem Vorhang sein Werk vom Himmel aus in der Kraft des himmlischen Lebens ebenso gewiß verrichtest, wie Er sein Werk am Kreuz für dich

verrichtet hat?

 

6. Melchisedek und das Gesetz

 

Hebr. 7,18-19:

"Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum weil es zu schwach

und nicht nütze war, (denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen), und wird eine bessere Hoffnung eingeführt, durch welche wir zu YHWH nahen."

 

Als das Priestertum Aarons der Ordnung Melchisedeks weichen musste, schloss diese Tatsache die andere in sich, dass das Gesetz, nach dem Aaron diente, einer

anderen Ordnung Platz machen musste. Der Grund aber warum dies geschehen musste, wird uns nun genannt. Das vorige Gesetz wird darum aufgehoben, weil es zu schwach und nicht nütze war, denn das Gesetz kann nichts vollkommen machen. Die Vollkommenheit ist es, welche YHWH verlangte und der Mensch erstrebte. Das Gesetz aber konnte weder das Gewissen beruhigen, noch irgendetwas vollkommen machen. Die Vollkommenheit dagegen, welche durch das levitische Priestertum nicht zu erlangen war, wurde von Yeshua zustande gebracht und wird uns in Ihm zuteil.

Worin die Vollkommenheit besteht, welche das Gesetz nicht geben kann, wird uns mit

den Worten gesagt: Es wird eine bessere Hoffnung eingeführt, durch welche wir zu YHWH nahen. Den Menschen YHWH nahe zu bringen, ist der eine Zweck, welchen ein Priester verfolgt, das Ziel, welches Yeshua allein erreicht. Die Verwirklichung dieser Hoffnung ist der Segen des Neuen Bundes. Es gibt eine bessere Hoffnung. Sie ermöglicht, dass wir in der Tat YHWH nahen, dass wir wirklich in Geistesgemeinschaft mit Ihm treten. Das ist die Vollkommenheit, welche nicht das Gesetz, sondern nur Yeshua geben kann. Yeshua ist als unser Vorläufer in das Innere des Heiligtums hinter den Vorhang gegangen, Er hat uns den Weg in der Kraft des unendlichen Lebens gebahnt, so dass nun auch wir in das Allerheiligste eintreten und YHWH nahen können. An dieser Tatsache erkennt man das Priestertum Yeshuas und darin liegt seine Kraft.

Wir müssen nicht bei Yeshua stehenbleiben, sondern uns durch ihn zum Vater führen

lassen. Darin, dass man sich in der Nähe YHWH fühlt und weiß, liegt unsere Seligkeit.

Wir müssen YHWH nahen. Nur dies kann die Liebe YHWHs zufriedenstellen. YHWH ist Liebe. Er sehnt sich danach, seine Kinder bei sich zu haben. Seine Liebe kann unmöglich zufrieden sein, solange ein Kind noch fern von Ihm bleibt. Er hat seinen eigenen Sohn gesandt, um uns zu sich zu bringen, um uns wirklich seine Liebe fühlen und persönlichen Umgang mit sich erringen zu lassen.

 Dazu kann uns Yeshua verhelfen. Er will es auch tun. Nur dies darf den Gläubigen zufrieden stellen. Die in Yeshua liegende Versöhnung ist so vollkommen, die Kraft seines Lebens in uns ist so himmlisch und unvergänglich, die Wirkung des Geistes, welcher uns so innig mit Ihm vereinigt, dass wir in Ihm bleiben und Er in uns, ist so gewiß und göttlich, dass es uns in der Tat möglich ist, den ganzen Tag hindurch in der seligen Nähe YHWHs, im Umgang mit Ihm und unter dem Eindruck seiner Liebe zu stehen.

Yeshua ist die Tür. Die Tür wozu? Die Tür zum Herzen YHWHs. Durch Ihn kann ich in

das Herz YHWH dringen und in der Liebe Gottes ruhen. Er ist die lebendige Türe, welche mich mit lebendiger Kraft in Empfang nimmt und zu YHWH bringt. Wenn ich mich Ihm anvertraue, wenn ich in Ihm lebe und auf Ihn gläubig mein Vertrauen setze, wenn ich Ihn in mir leben lasse, wird Er in der Kraft des unendlichen Lebens, welches keinen Augenblick schwach wird oder aufhört, sein Priesteramt ausrichten und mich die Nähe YHWHs fühlen lassen. Yeshua ist die Vollendung des Gesetzes (Röm 10,4)!!!

שלום

 

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