Bamidbar / במדבר

"In der Wüste"

Torah:        4.Mose 1-4,20

 

Haftarah:    Hos 2,1-22

 

Hadaschah: Mt 4,1-17

 

 

Das vierte Buch Moscheh schließt an der Erzählung der Wüstenwanderung an und vermittelt uns ein Bild der unmittelbaren Zustände vor Ort. Die Wüste als solches ist eine lebensfeindliche Stätte, die ebenfalls viele Gefahren mit sich bringt. Im dazugehörigen Hadaschah-Teil lesen wir, wie selbst Yeshua vom Satan in der Wüste versucht wurde und wir lernen daraus, dass absolute Enthaltung vond Sünde und Überwindung uns ermöglicht den listigen Kniffen des Teufels zu entfliehen. Diesbezüglich erleben wir ein Wortspiel im Hebräischen, was uns genauen Aufschluss über den Herrschaftsbereich der Versuchung gibt. "Bamidbar" beschreibt nicht nur dieses dürre Land, sondern zeigt uns auf, dass wir im Endeffekt nur durch Worte versucht werden können.
Die Wurzel des Wortes lautet דבּר und bedeutet "Tür zum Haupt des Hauses" und impliziert auch einen falschen Götzendienst durch eigenwillige Anbetung, so wie es der Satan dem Yeshua in der Wüste "anbietet"! Diese Art der falschen Anbetung stellt in diesem Zusammenhang eine Verdrehung von Gottes Wort einher und beinhaltet somit auch die Verfehlung dessen.

-Wer Ohren hat, der höre-

4. Mose 1,1-2:
Und der HERR redete zu Mose in der Wüste Sinai im Zelt der Begegnung am ersten Tag des zweiten Monats, im zweiten Jahr nach ihrem Auszug aus dem Land Ägypten, und sprach: Nehmt die Summe der ganzen Gemeinde der Söhne Israel auf nach ihren Sippen, nach ihren Vaterhäusern, nach der Zahl der Namen, alles Männliche nach ihren Köpfen!


An dieser Stelle wundert es einen wieso Elohim sein Volk zählen lässt, zumal er sich dessen selbst Gewahr sein sollte und er dies an anderer Stelle bei König David unter heftiger Strafe stellt. Bei dieser Gegebenheit gibt es aber einen gewaltigen Unterschied, weshalb sich ein Blick im Urtext lohnt. Das Wort für zählen (מנה) impliziert hierbei eine Teilung und kommt hier in dem Abschnitt garnicht vor. Das entsprechende Wort an dieser Stelle was für die "Zählung" benutzt wird ist נסה und meint im Kern "zu erheben". Wenn nun יהוה in der Wüste anordnet, dass das Volk Israel mit seinen Häuptern angehoben werden soll, so ergreift er Maßnahmen, die die Tragweite Israels ausweiten. Die Tat des Königs David hingegen wollte deren Zahl eingrenzen und steht somit in direktem Konflikt mit der Verheißung, die der EWIGE dem Abraham gab! Hieran sollen nun zwei wesentliche Aspekte in den Vordergrund gestellt werden. Einerseits die Tatsache, dass יהוה seinem Volk vor Augen führen möchte, dass er seine Versprechen hält und die Anzahl der Israeliten anwachsen lässt und andererseits die Tatsache, dass er dabei auch eine gewisse Ordnung festlegt, die letztendlich auch das größt mögliche Potential aus dem Volk Israel heraus holt. Diese Ordnungen müssen wir akzeptieren, da sie gottgegeben sind und uns auch unseren Platz innerhalb des Volkes zuweisen. In diesem Kontext wollen wir uns nur gewisse Teilaspekte dieser Ordnung anschauen, da die Fülle dessen das Gesamtgefüge dieser Paraschah sprengen würde. Diesbezüglich können wir Euch schon verrraten, dass jeder Name der Stammesfürsten und auch jede Zahl eine tiefere Bedeutung hat, die auch unmittelbaren Bezug zu unserem eigenen Glaubensleben nimmt, jedoch ist es eine Predigt für sich [...]. Hiervon ausgenommen bleiben die Leviten, die im besonderen Maße Eigentum יהוה sind und ihm am Heiligthum dienen sollen, weshalb sie nicht zu den üblichen Kindern Israels gezählt werden. Diese Tatsache wird durch die geschehene und folgende Erhebung des Stammes Levis untermauert.

Maleachi 2,4-5:
So werdet ihr erkennen, dass ich dieses Gebot zu euch gesandt habe, damit mein Bund mit Levi gültig bleibe, spricht der HERR der Heerscharen. Mein Bund mit ihm war das Leben und der Friede; und ich gab sie ihm. Er war Furcht, und er fürchtete mich, und vor meinem Namen erschauerte er.


Diese Abbild dient uns dabei zu erkennen, dass wir die dauerhafte Nähe Elohims in unserem Leben suchen sollen und uns daher innerhalb der Ordnung an die Leviten orientieren müssen, damit wir den wahren Gottesdienst erlernen. Für die Welt "außerhalb des Lagers" sind die übrigen 12 Stämme verantwortlich, sodass man formulieren kann, dass Israel der Welt ein Licht sein soll und die Leviten Israel leuchten während sie von der Präsenz יהוה erleuchtet werden! Hätte das übrige Volk zuvor nicht am Sinai gesündigt, so wären auch sie dieser Funktion gerecht geworden. Im unteren Schaubild findet ihr die Lagerung der einzelnen Stämme nach ihren Positionen in Himmelsrichtung geordnet:

Wenn wir uns nun die einzelnen Positionen anschauen, so erkennen wir, dass diese Ordnung auch im Geistigen besteht. Der Stamm Levi stellt hierbei das Bindeglied zwischen Elohim und den einzelnen Stämmen dar, welches ebenfalls direkte Konnektivität zu den einzelnen Levitenabteilungen besitzt. Zum Beginn des dritten Kapitels lesen wir, dass einzig den getreuen Leviten der Dienst am Heiligthum fortan anvertraut wird. Dies hat den Hintergrund, dass יהוה die Menschen prüft und nur die wahrhaftigen und Treuen seine Sache anvertraut, damit gewährleistet wird, dass sein Heilgthum bewahrt und damit geschützt wird. Der Stamm Levi unterteilt sich in die Sippschaften der Gerschoniter          ( גּרשׁון), der Kehatiter (קהת) und der Merariter (מררי). Sobald man sich die Bedeutung der einzelnen Namen anschaut und ihre Position innerhalb des Lagers untersucht, so muss man staunen und feststellen, dass die Ordnungen Elohims ineinander wie ein Uhrwerk übergehen. Im Westen lagern die Gerschoniter, was soviel wie "Fremdlingsdiener" heisst und es deshalb nicht verwunderlich ist, wieso gerade sie den Stämmen Josephs und Benjamin zugeordnet sind und im Heiligthum die Funktion haben sich um die äußere (tierische) Hülle zu kümmern. Die Kehatiter hingegen lagerten gen Süden zusammen mit den Stämmen Gad, Simeon & Ruben und waren im Heiligthum für die einzelnen Gerätschaften zuständig. Dies bedeutet, dass sowohl die Kehatiter als auch die südlichen Stämme mit einem handfesteren Dienst betraut wurden und somit nur in einem Bereich wirkten, der nur für Israeliten zugänglich war. Im Norden lagerten die Merariter zusammen mit den Stämmen Ascher, Dan & Naphtali. Ihre Aufgabe war es das Allerheiligste zu versorgen und damit haben sie sich, wie ihr Name schon sagt, nur mit den Wichtigsten / Hauptsächlichsten Gegenständen des Volkes beschäftigt. Alles in Einem dient uns diese Lehre dazu zu erkennen, dass wir unsere Funktionalität und Schlagkraft als Volk Israel nur dann voll entwickeln können, wenn wir den dazu von uns zugewiesenen Platz einnehmen und auch unsere Aufgaben innerhalb des Volkes wahrnehmen.

-Wer Augen hat, der sehe-

Damit gewährleistet werden kann das der Dienst im Gesamten in Fülle erledigt werden kann wird dabei seitens Elohim die Zahl der Dienstjahre begrenzt. Biologisch betrachtet ist dies der Zeitraum, andem die Mannesreife im Zenit steht und daher auch besonders ausschhöpfend genutzt werden kann. Auch dies müssen wir berücksichtigen, wenn wir unser volles Potential abrufen möchten und uns auch hierbei eventuell in Geduld und Demut üben. Wollen wir in diesen Punkten erfolgreich werden, so müssen wir auch endlich lernen unsere Erstlingsgaben angemessen zu geben und unser Erstgeburtsrecht (בּכור) wahrzunehmen in Yeshua! Wörtlich genommen meint dieser Sachverhalt "Das Haus öffnet die Hand für das Haupt" und nimmt unmittelbaren Bezug zu der Funktion des Maschiachs innerhalb der göttlichen Schöpfungsordnung, die wir individuell dem Prinzip nach für uns selbst adaptieren können.

Offenbarung 14,3-5:
Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144 000, die von der Erde erkauft waren. Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden. Und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.


Zum Ende der Menschheit werden wird eine leicht veränderte Ordnung יהוה vorfinden, die sich aufgrund des Parameters "Mensch" verschieben wird. Die eigentlichen Gesetze und das Ziel der Erlösung bleiben hierbei unverändert. Zu Beginn des Millenums werden nämlich die Stämme Ephraim und Dan wegfallen und enstprechend durch Manasse ersetzt werden. Konkret lernen wir daraus, dass es nicht ausreichen wird, wenn man sich lediglich im Glauben selbst in den Vordergrund stellt oder einfach nur zu den "Befreiten" gehört und es dabei belässt ohne den Glaubenswandel vollends zu beschreiten. Die Summe der Lehre dieser Paraschah ist somit, dass wir unseren Platz innerhalb der Schöpfung erkennen sollen und uns freiwillig den Ordnungen Elohims unterwerfen sollten, damit unser Potential als göttliches Volk zum Vorschein kommt und auch ausgelebt wird. Diese Bedingungen sind wichtig, damit die ganze Segenfülle uns erreicht und wir als funktionierender Körper unsere Aufgabe hier auf Erden sowohl für יהוה als auch für die Menschen in der Welt gerecht werden können. Sobald diese Voraussetungen zutreffen und wir demütig an der Sache des EWIGEN arbeiten, dann werden wir ebenfalls ein intaktes Heiligthum auf Erden vorfinden, was dazu führen wird, dass sich alle positiven Verheißungen für das Gottesvolk rasch erfüllen werden!

Hosea 2,1-3:
Doch die Zahl der Söhne Israel wird wie Sand am Meer werden, den man nicht messen und nicht zählen kann. Und es wird geschehen, an der Stelle, an der zu ihnen gesagt wurde: Ihr seid nicht mein Volk!, wird zu ihnen gesagt werden: Söhne des lebendigen Gottes. Und die Söhne Juda und die Söhne Israel werden sich miteinander versammeln und sich ein gemeinsames Oberhaupt geben und aus dem Land heraufziehen; denn groß ist der Tag von Jesreel.


Gepriesen sind die Ordnungen des EWIGEN [Psalm 119]!

שלום

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