Ki Tissa / כי תשא

"Wenn du nimmst / handelst"

Torah:        2.Mose 30,12-34,35

 

Haftarah:    1. Kön. 18,1-39

 

Hadaschah: Mk 9,1-10

 

 

Diese Thoraportion schließt im Ganzen die Einsetzung des heiligen Gesetz יהוה ab und dient uns als Richtlinie dafür, wie wir weiterhin mit den Weisungen Elohims in unserem Leben umgehen sollen. Sie beinhaltet aber auch die Warnung vor Verfehlungen -so auch geschehen- wie am Beispiel des "Goldenen Kalbs" ersichtlich gemacht wird. Wenn wir ehrlich sind, dann wissen wir, dass es ein schmaler Grad ist zwischen wahrer Anbetung und Götzendienst wie auch bei der "Karmelerzählung" des Elia im Haftarah Teil erkennbar wird, welcher die dieswöchige Paraschah sinngemäß komplementiert. Die Kontroverse zwischen Anbetung יהוה <-> Baal beziehungsweise Gesetz <-> Goldenes Kalb ist in unserer Unbeständigkeit ein steter Wegbegleiter auf dem Glaubensweg. Diese Paraschah lehrt uns, dass wir dauerhaft in der Nähe Elohims, in seinen Satzungen wandelnd, sein müssen damit wir auch letztendlich  seiner Präsenz in unserem Leben gewahr sein können!

2.Mose 30,12:
Wenn du die Israeliten zählst, so soll ein jeder dem HERRN ein Sühnegeld geben, um sein Leben auszulösen, damit ihnen nicht eine Plage widerfahre, wenn sie gezählt werden.


Diese Bibelstelle wird aktuell in unseren Tagen wieder lebendig wie sie schon einst bei König David lebendig wurde (2. Samuel 24). Wir wissen, dass die Herrschaft nimmer vom Thron Davids weichen soll und daher haben wir es u.a. bei unseren weltlichen "Beherrschern" teilweise mit den Nachfahren Davids zu tun, welches eine unittelbare Analogie zu aktuellen Ereignissen darstellt. Wir dürfen uns hierbei gleich zweierlei freuen, da zum einen die Schrift lebendig wird, sondern auch dass sie uns zur Unterweisung dient und wir direkt ableiten können, wie nunmehr zu verfahren ist, um die Plage abzuwenden.

-Wer Augen hat, der sehe-

Da das Geistige im Vordergrund stehen soll, kümmern wir uns weiterhin um die Bedeutung des "halben Schekels vom Schekel" (מחצית השׁקל בשׁקל). Dieser Ausdruck meint wörtlich "Dasjenige was einen vor der göttlichen Erlösung verschließt und diese abtötet samt der vollen Ausbreitung der himmlischen Herrschaft" und kann tatsächlich Dinge wie Angst, Unglaube, Sünde oder Halsstarrigkeit z.B. meinen. Dieser "halbe Schekel" wird dann dem Heiligthum geopfert und dient sogar als Sühnung für unser Leben. Die Thora will uns an dieser Stelle sagen, dass wir grundsätzlich Alles hinwegzutun haben, was uns vom Heiligthum und der Ausweitung der Herrschaft Elohims in uns trennt! Damit einhergehnd wird dann mit dem "Bronzebecken" der Tempel samt Vorhof fertig gestellt. Es ist nun nicht verwunderlich dass Bronze (נחשׁת) "die Schlange abtöten" meint und damit den Trend des Hinwegtuns aller Hindernisse mit der Abtötung der sündhaften Schlange fortsetzt.

2. Mose 30,21:
Sie sollen ihre Hände und ihre Füße waschen, dass sie nicht sterben. Das soll eine ewige Ordnung sein für ihn und sein Geschlecht bei ihren Nachkommen.


Der Vers ist sehr grundlegend für unseren Glaubenswandel in Maschiach Yeshua! Wir müssen uns die Füße waschen (lassen) damit wir  Anteil am Meister haben (Joh 13,8). Diese Reinigungsprocedur erfordert, dass man sich bereitwiliig selbst stirbt und somit der eigene Wandel und das Tun durch Wasser gereinigt sind. Bestenfalls soll unser Leben durchdrungen sein von der Heiligkeit und Reinheit des Lammes Gottes, welches auch die Opferung, aber auch die Sühnung (aufgrund von Unschuld) versinnbildlicht. Wenn wir nun gelungenerweise geübt darin sind das Kreuz täglich auf uns zu nehmen so finden wir in dieser Paraschah als unmittelbare Folge dessen die Salbung mit Öl und das "Herstellen" von Räucherwerk. Beides ist wohltuend und gar erquickend, hierbei soll aber darauf aufpassen dies gemäß dem Willen יהוה zu machen und sich dabei in Selbstlosigkeit und nicht Selbstsucht zu üben:

2. Mose 30,38:
Wer es macht, damit er sich an dem Geruch (רוּח!!!) erfreue, der soll ausgerottet werden aus seinem Volk.


Wir lernen daraus, dass friedlebiger Glaube zwar schön ist, doch auch schon die prohpezeite Gefahr des Missachtung des Kreuzes und der Eigenopferung einher gehen kann. Der Geist ist wundervoll, jedoch gilt es in erster Linie Yeshua in Fülle nachzufolgen und nicht darum sich in reiner Erquickung zu sonnen. Nachdem das Heiligthum in seiner festgesetzten Form aufgerichtet ist lesen wir im Folgekapitel wie Bezalel (בּצלאל) und Oheliab (אהליאב) als Verständige den Tempel kunstvoll gestalten. Zusammen bedeuten diese Namen so etwas wie den Drang und das Wesen nach dem Ewigen herauszubilden. Damit einhergehend ist auch die Sabbatruhe verbunden, welche im Kern die Aufforderung beinhaltet so zu wandeln wie schon im Millenium und dann in der Ewigkeit gewandelt wird. Diese Ordnung ist beständig und dies eröffnet und bestenfalls - wie Henoch und Elia- eine direkte und nahe Verbindung zu der Herrschaft יהוה in unserem eigenen Leben! Diese Herrschaft Elohims können wir sowohl aus der direkten Beziehung als auch aus seinem heiligen Gesetz heraus ziehen und darin lebendig wandeln. Wir reden hier von dem geistvollen Leben in Yeshua und nicht von dem bloßen Befolgen des Buchstabens.

2. Mose 31,18:
Und als der HERR mit Mose zu Ende geredet hatte auf dem Berge Sinai, gab er ihm die beiden Tafeln des Gesetzes; die waren aus Stein und beschrieben von dem Finger Gottes.


Interessant ist hier, dass der Stein (אבן) sowohl die stumpfe Schirmherrschaft des Schöpfers über das eigene Leben beschreibt, sondern auch die Möglichkeit auf die Sohnschaft darstellt. Je nach dem wonach man sich ausstreckt wird man als Sohn rauskommen,anhand des Buchstabens, oder darin den in Stein gemießelten Tod wiederfinden. Moscheh ist יהוה in seiner Herrlichkeit begegnet und war sich darnach seiner Heiligkeit seines Wortes und seiner Weisungen bewusst. Als derweil das Volk im Tal mit seinem Priester Aaron wartete, entschlossen sie sich zu einer Tat, die man auch heutzutage zu Hauf beobachten kann. Sie machten sich nämlich ein "gegossenes Kalb" (עגל מסכה) und frönten diesem. Im Urtext meint diese Formulierung, dass man sich im Glaubensleben nur bestimmte Dinge rauspickt in Hinblik auf das Lamm und demnach ihm nicht gänzlich folgt. Die Tatsache, dass das Volk lediglich ihren Reichtum geopfert hat für dieses Abbild zeugt umso mehr von der oben angeprangerten "verschließenden Haltung" gegenüber der eigenen Erlösung und der Herrschaft Elohims im eigenen Leben, die zwangsläufig nur durch das Vorbild Yeshua erreicht werden kann indem man sein eigenes Leben gänzlich hingibt!

2.Mose 32,8:
Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Dies sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägyptenland geführt haben.


Diese Stelle untermauert nicht nur zusätzlich die Wichtigkeit der Aufforderung der gänzlichen Hingabe, sondern warnt uns auch davor Fehltritte zu begehen. Diese Hingabe lebte uns Moscheh, als weiteres Vorbild, nahezu in Perfektion vor und tat direkt Fürbitte für das Volk, nachdem sie so schwer gegenüber יהוה gesündigt hatten. Die Tatsache, dass er dennoch die Tafeln des Gesetzes zerbricht soll ein Sinnbild auf den möglichen Bundesbruch der Menschen sein. Wir tragen ebenso in dieser "göttlichen Beziehung" zum Schöpfer die Veratnwortung, dass diese unsererseits intakt gehalten wird! Trotz seines großen Herzens gegenüber dem Volk Israel markiert Moscheh in dieser Paraschah deutlich, um wen uns wessen Name im Endeffekt sich alles dreht. Der Name יהוה soll gepriesen sein und daher macht Moscheh auch mit dem gegossenen Kalb kurzen Prozess und statuiert ein Exempel, um dem Volk letztendlich die wahre Gottesfurcht wieder nahe zu legen. Im Endeffekt hat das Volk seine Schuld eingesehen und sich vor dem EWIGEN gedemütigt. Damit soll uns aufgezeigt werden, dass wir durch Demut und Umkehr die Beziehung zu יהוה, trotz mancher Vergehen, aufrecht erhalten können!

2. Mose 33,1-3:
Der HERR sprach zu Mose: Geh, zieh von dannen, du und das Volk, das du aus Ägyptenland heraufgeführt hast, in das Land, von dem ich Abraham, Isaak und Jakob geschworen habe: Deinen Nachkommen will ich's geben. Und ich will vor dir her senden einen Engel und vertreiben die Kanaaniter, Amoriter, Hetiter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter und will dich bringen in das Land, darin Milch und Honig fließt. Ich selbst will nicht mit dir hinaufziehen, denn du bist ein halsstarriges Volk; ich würde dich unterwegs verzehren.


Einerseits lesen wir nun, nachdem das Volk die Gesetzestafeln empfangen hatte, von der Aufforderung in das Land zu ziehen, welches uns versprochen wurde. Andererseits setzt יהוה nun abermals seinen Engel ein damit er fortan als Stellvertreter seiner das Volk durch die Wüste anführen soll! Dieser Umstand reißt zwischenzeitlich einen Keil in die direkte Beziehung Elohims zu seinem Volk, jedoch mehr zu ihrem Selbstschutz. Diese Tatsache beinhaltet ebenfalls den Hinweis auch Vikare und eingesetzte Obrigkeiten zu achten, damit das Volk auch so zu ihrem Wohle kommt. Diesem Prinzip nach wird nun Moscheh als irdischer Mittler zwischen יהוה und Israel gesetzt. Begleitete durch die Fülle dieser Erscheinung begehrt Moscheh nunmehr umso mehr die Präsenz und die Weitung des EWIGEN im eigenen Leben zu wissen. Eine Weisheit, die uns staunen lässt und auch lehrt, dass die Nähe zu יהוה uns immer mehr zu ihm ziehen wird:

-Wer Ohren hat, der höre-

Wie schon bei der Beschreibung des Räucherwerks ersichtlich wird auch an dieser Stelle klar, dass wir wie Moscheh von יהוה mit "Namen gekannt" werden müssen, damit unsere Gebete und unser Flehen größtmögliche Erfüllung findet. In diesem Zuge erlaubt יהוה Moscheh seine Gegenwart in abgeschwächter Form als Mensch (wörtl.: Erdling) sehen zu dürfen. Hierin steckt ein gewaltiges Sinnbild: Nämlich der Fakt, dass der Mensch im Diesseits nur begrenzt die Herrlichkeit des Ewigen sehen kann und daher umso aufgefordert ist, sich hütten zu bauen und damit im Heiligthum zu wohnen. Nachdem das Volk solch eine so große Sünde begangen hatte, entschloss sich יהוה dazu Israel zu vergeben und seinen Bund am Sinai mit ihnen wieder aufzurichten. Hierbei und auch sonstwo in den heiligen Schriften ist der Narrativ zu beachten und man sollte sich vor Augen führen welche unmittelbar vorangegangen Vor-aussetzungen erfüllt sein müssen, damit der Bund erneuert wird.

2. Mose 34,34-35:
Und wenn er hineinging vor den HERRN, mit ihm zu reden, tat er die Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und zu den Israeliten redete, was ihm geboten war,  sahen die Israeliten, wie die Haut seines Angesichts glänzte. Dann tat er die Decke auf sein Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.


Decke (מסוה) meint im Kern so etwas wie "Die Möglichkeit auf detailreiche Gesetzestreue" und kommt nur an dieser Stelle vor. Die Herrlichkeit des EWIGEN ist wie ein fester Baum der unzählbare Zweige schlägt. Diese als Mensch ausfindig zu machen ist ohne die Gnade יהוה unmöglich. Je mehr man von seinem Wesen begreift, umso gefestigter und genauer ist mit im Wandel mit dem Schöpfer. Diesen Umstand hat Moscheh schnell begriffen und suchte daher dauerhaft das Angesicht יהוה. Zusammenfassen kann man sagen, dass diese Paraschah uns die zwei Möglichkeiten der Beziehung zu Elohim darreicht. Das wird umso mehr am Gegesatz des -am Berg in der Nähe יהוה verbleibenden Moscheh- und dem -Volk welches sich in ihrer Trennung Götzen bildet- deutlich.
Diese Metapher dient uns zugleich als ewige Ordnung als auch als Warnung:

Ben Sira 15,16-17:
Er hat Feuer und Wasser vor dich gelegt; du selbst hast die Wahl, welches von beiden du nehmen willst. Du kannst wählen zwischen Leben und Tod und bekommst, was du wählst.


שלום

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