Baumwolle

Baumwolle

 

Biblische Zitate

Die Wohnung sollst du machen von zehn Teppichen, von gezwirnter weißer Baumwolle, aus Stoffen von blauem und rotem Purpur und Karmesinfarbe. Cherubim sollst du künstlich darein wirken.

(Exodus 26,1)

Und die Länge des Vorhofs soll hundert Ellen sein, die Breite fünfzig Ellen, die Höhe fünf Ellen; die Umhänge von gezwirnter weißer Baumwolle; und seine Füße sollen ehern sein.

(Exodus 27,18)

Das Brustschildlein für die Rechtspflege soll ein Kunstwerk sein wie das Ephod, von Gold, aus Stoffen von blauem und rotem Purpur und Karmesinfarbe und gezwirnter weißer Baumwolle.

(Exodus 28,15)

Den Leibrock sollst du weben von weißer Baumwolle und einen gestickten Gürtel machen.

(Exodus 28,39)

Und alle Frauen, die weisen Herzens waren, spannen mit ihren Händen und brachten das Gesponnene, Stoffe von blauem und rotem Purpur und Karmesinfarbe und von feiner weißer Baumwolle.

(Exodus 35,25)

Und machte den Vorhang aus Stoffen von blauem und rotem Purpur und Karmesinfarbe und gezwirnter weißer Baumwolle, und machte Cherubim daran, künstlich gewirkt.

(Exodus 36,35)

Das künstliche Werk seines Gurts aber, womit man es gürtete, hing mit ihm zusammen und war von derselben Arbeit, von Gold, aus Stoffen von blauem und rotem Purpur und Karmesinfarbe und gezwirnter weißer Baumwolle, wie der HERR Mose geboten hatte.

(Exodus 39,5)

Und sie machten auch die Leibröcke, von weißer Baumwolle gezwirnt, für Aaron und seine Söhne, und den Kopfbund von weißer Baumwolle und die hohen Mützen von weißer Baumwolle und die Unterkleider von gezwirnter weißer Baumwolle; und den Gürtel von gezwirnter weißer Baumwolle und aus Stoffen von blauem und rotem Purpur und Karmesinfarbe, Arbeit des Buntwirkers, wie der HERR Mose geboten hatte.

(Exodus 39,27-29)

Und David war mit einem Oberkleide von feiner Baumwolle umgürtet, ebenso alle Leviten, welche die Lade trugen, und die Sänger und Kenanja, der Oberste über das Tragen. David trug auch ein leinenes Ephod.

(1. Chronik 15,27)

und als auch die Leviten, alle Sänger, Asaph, Heman, Jedutun und ihre Söhne und ihre Brüder, in weiße Baumwolle gekleidet, dastanden mit Zimbeln, Psaltern und Harfen östlich vom Altar, und bei ihnen hundertundzwanzig Priester, die auf Trompeten bliesen,

(2. Chronik 5,12)

Da waren feine Tücher von weißer Baumwolle und blauem Purpur mit Schnüren von feiner weißer Baumwolle und rotem Purpur an silbernen Ringen und Säulen von weißem Marmor aufgehängt. Goldene und silberne Ruhebetten standen auf einem Steinpflaster von Alabaster, weißem Marmor, Perlmutter und dunklem Marmor.

(Esther 1,6)

Mardochai aber verließ den König in königlichen Kleidern, in blauem Purpur und feiner weißer Baumwolle und mit einer großen goldenen Krone und einem Mantel von weißer Baumwolle und rotem Purpur; und die Stadt Susan jauchzte und war fröhlich.

(Esther 8,15)

Also warst du geziert mit Gold und Silber, und dein Kleid war von feiner weißer Baumwolle, von Seide und Buntwirkerei. Du aßest Semmel und Honig und Öl und wurdest überaus schön und brachtest es bis zur Königswürde.

(Hesekiel 16,13)

Von feiner Baumwolle, aus buntgewirktem Stoff von Ägypten war dein Segel, dass es dir zum Panier diene, und von blauem und rotem Purpur von den Gestaden Elischa war deine Decke.

(Hesekiel 27,7)

Die Syrer bereisten dich wegen der Menge deiner Erzeugnisse; sie versahen deine Märkte mit Rubinen, rotem Purpur, buntgewirkten Stoffen, feiner Baumwolle, Korallen und Granaten.

(Hesekiel 27,16)

 

Botanisches

Die Baumwollpflanze (Gossypium) zählt zu der Familie der Malvengewächse (Malvaceae) mit rund 39 Arten, die weltweit in den Tropen und Subtropen vorkommen. Baumwolle ist eine sehr alte Kulturpflanze, die ungewöhnlicherweise von mindestens vier Völkern unabhängig voneinander domestiziert wurde und zur Gewinnung von Textilfasern genutzt wurde. In der Neuen Welt ist neben der Westindischen Baumwolle (G. barbadense L.) die Amerikanische Baumwolle (G. hirsutum L.) vertreten, welche mit über 90 Prozent der Weltproduktion die wirtschaftlich wichtigste Art darstellt. In der Alten Welt wachsen die Gewöhnliche Baumwolle (G. herbaceum L.) sowie die Baumförmige Baumwolle (G. arboreum L.). Als Ursprungszentren gelten zum einen das südliche Afrika, wo aber keine frühe Domestizierung nachweisbar ist, oder Indien und Indonesien, zum anderen das nördliche Andengebiet und eventuell der Südwesten Nordamerikas oder Zentralamerika. Die Baumwolle blickt auf eine jahrtausendealte Anbaugeschichte zurück und wurde im Industal schon zwischen 5000 und 3000 v.Chr. kultiviert: „Die Bäume, aus denen die Inder Kleider machen, haben Blätter ähnlich dem Maulbeerbaum, aber die Pflanze als Ganzes ähnelt der Heckenrose. Sie pflanzen sie reihenweise in den Ebenen, sodass sie von Weitem wie Weinstöcke aussehen,“ berichtete der griechische Gelehrte Theophrast (371-287 v.Chr.) über die Baumwollpflanze. Seit ihrer Kultivierung in den verschiedenen Kulturzonen wird Baumwolle zur Herstellung von leichter Kleidung verwendet. Jedoch ist die Pflanze wegen des giften Phenols Gossypol, welches in den Samen und deren Öl enthalten ist, für den Verzehr beziehungsweise als Nahrungsmittel nicht geeignet (außer bei Wiederkäuern).

In der Antike wurde die Baumwolle vor allem wegen ihrer Feinheit und Weiße sehr geschätzt. Durch Grabbeigaben konnte die Verwendung von Baumwolle im Alten Ägypten für die Zeit des Neuen Reiches nachgewiesen werden. In der Bibel wird die kostbare Baumwolle bei der Ausstattung der Stiftshütte und zur Herstellung der Priesterkleidung verwendet. Baumwolle wurde jedoch weder in Ägypten noch in Israel angebaut, sondern aus dem Orient importiert. Seit Alexander der Große Baumwolle aus Indien mitgebrachte, wurde Baumwolle auch bei den antiken Griechen und Römern zu einem begehrten und luxuriösen Importgut. Bereits im 14. Jahrhundert zog die Republik Venedig den levantischen Baumwollhandel an sich und behielt das Handelsmonopol bis ins 17. Jahrhundert. Danach wurde Baumwolle vermehrt in der Neuen Welt angebaut, zurück nach Europa importiert und industriell verarbeitet. Heutzutage reicht der Anbau der Baumförmigen Baumwolle von Afrika über Südarabien, Indien und China bis nach Südostasien.

Die bekannten Baumwoll-Arten wachsen als einjährige bis ausdauernde, krautige Pflanze, manchmal auch als Sträucher oder kleiner Baum., der eine Höhe von bis zu 6m erreichen kann. Alle oberirdischen Pflanzenteile sind mit dunklen Öldrüsen punktiert. Die Laubblätter sind wechselständig und in Blattstiel und -spreite gegliedert. Die Blattspreiten sind meist handförmig und drei- bis siebenlappig. Selten zeigen die Blätter keine Lappung. Die großen fünfzähligen Blüten sind bemerkenswert. Leider fällt ihre weißlich-gelbe bis leicht rosafarbene Blumenkrone schon nach wenigen Tagen ab. Die im oberen Pflanzenbereich gebildeten zwittrigen Blüten stehen einzeln und sind radiärsymmetrisch. Unterhalb der unscheinbaren Kelchblätter befindet sich ein sogenannter Außenkelch aus drei langezähnten mit Drüsen ausgestatteten Hochblättern, in dem die kugelige oder ellipsoide Kapselfrucht heranwächst. Sie öffnet sich bei der Reife von der Spitze her mit drei bis fünf Klappen, sodass wie kleine Wattebäusche die weißen Baumwollhaare sichtbar werden. Die kugeligen zahlreichen bräunlichen Samen besitzen intensive weiße, lange wollige Trichome (Samenhaare). Die einzelligen Haare bestehen aus Zellulose und werden von 22 bis 35mm lange Fasern (Stapellänge).

 

Anbau und Ernte

Viele Baumwoll-Arten sind ausdauernde Pflanzen, werden aber nur als einjährige Pflanzen auf Felder kultiviert, um höchste Ernteerträge zu erzielen. Die Aussaat findet je nach Standort zwischen Februar und Juni statt. Zwischen Aussaat und Ernte liegen rund acht bis neun Monate. Die Baumwollkapseln reifen unregelmäßig über einen Zeitraum von mehreren Wochen hinweg, sodass mehrere Erntegänge per Hand oder maschinell notwendig sind. Die handgeerntete Baumwolle zeigt bezüglich der Reife und Schmutzgehalt eine höhere Qualität als die durch Pflückmaschinen eingefahrene Baumwolle. Zudem finden oftmals chemische Entlaubungsmittel bei der maschinellen Baumwollernte Verwendung. Bei der Ernte ist Eile geboten, denn überreife Baumwolle ist genauso wie unreife qualitativ minderwertig. Durch Handpflücken oder mit Maschinen werden die Haare mit den Samen aus den Kapseln geerntet. Nach dem Trocknen entfernt man in besonderen Entkernungsmaschinen die Samen, die zur Gewinnung eines wertvollen Speiseöls dienen (z.B. „Cottonseed oil“ der Ölsardinen-Dosen). Nach der Ernte werden die Pflanzen abgeschlegelt und zur Gründüngung in den Boden eingearbeitet. Abgestorbene Pflanzenteile finden aber auch als Brennstoff Verwendung.

Bei der Faserverarbeitung wird die Baumwolle hauptsächlich nach ihrer Stapellänge (Faserlänge) unterschieden. Zusätzlich spielen aber auch Geruch, Farbe und Reinheit eine Rolle. Je länger eine Baumwollfaser ist, desto hochwertiger wird sie eingestuft. Die beste Qualität liefert mit einer Stapellänge von über 32mm die Westindische Baumwolle (G. barbadense L.), welche unter den Handelsnamen Ägyptische Giza (Mako-)Baumwolle, peruanische Pima-Baumwolle und Sea-Island-Baumwolle gebräuchlich ist. Mit einer Stapellänge von 25-30mm folgt die G. hirsutum (sog. Upland-Baumwolle). Die Baumförmige Baumwolle (G. arboreum) und die Gewöhnliche Baumwolle (G. herbaceum) haben eine kurze und grobe Faser, die unter 25mm Faserlänge hat.

 

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