Ysop

Ysop

 

Biblische Zitate

Und nehmet einen Büschel Ysop und tauchet ihn in das Blut im Becken und bestreicht mit diesem Blut im Becken die Oberschwelle und die zwei Türpfosten; und kein Mensch von euch gehzu seiner Haustüre hinaus bis an den Morgen!                                                                                   (Exodus 12:22)

 

so soll er gebieten, dass man für den, der sich reinigen lässt, zwei lebendige Vögel bringe, welchereinsind,undZedernholz,KarmesinundYsop;                                                                   (Levitikus 14:4)

 

Den lebendigen Vogel aber soll man nehmen samt dem Zedernholz, dem Karmesin und Ysop, und es samt dem lebendigen Vogel in des geschächteten Vogels Blut tauchen, das mit dem lebendigen Wasser vermischt worden ist;                                                                                      (Levitikus 14:6)

 

und soll das Zedernholz nehmen, den Ysop und das Karmesin und den lebendigen Vogel, und es in des geschächteten Vogels Blut tauchen und in das lebendige Wasser, und soll das Haus siebenmal besprengen.                                                                                                                    (Levitikus 14:51)

 

Und soll also das Haus entsündigen mit dem Blut des Vogels, mit dem lebendigen Wasser, mit dem lebendigen Vogel, mit dem Zedernholz, dem Ysop und Karmesin,
[Leviticus 14,53]

 

Und ein reiner Mann soll Ysop nehmen und ins Wasser tunken und das Zelt besprengen und alle Geschirre und alle Seelen, die darin sind; also auch den, der ein Totengebein oder einen Erschlagenen oder einen Toten oder ein Grab angerührt hat.
[Numeri 19,18]

 

Er redete auch von den Bäumen, von der Zeder auf dem Libanon bis zum Ysop, der aus der Mauer wächst. Auch redete er vom Vieh, von den Vögeln, von den Reptilien und von den Fischen.

[1.Könige4,33]                                                                                                                                                                           

Entsündige mich mit Ysop, so werde ich rein; wasche mich, so werde ich weißer als Schnee!

[Psalm 51,7]

´

Es stand da ein Gefäß voll Essig; sie aber füllten einen Schwamm mit Essig, legten ihn um einen Ysop und hielten es ihm an den Mund.
[Joh 19,29]

 

Denn nachdem jedes einzelne Gebot nach dem Gesetz von Mose dem ganzen Volke vorgelegt worden war, nahm er das Blut der Kälber und Böcke mit Wasser und Purpurwolle und Ysop und besprengte sowohl das Buch selbst als auch das ganze Volk,
[Hebräer 9,19]

 

 

 

Botanisches

Die Heimat des Ysops liegt in Südeuropa und weiten Teilen Asiens, wo man ihn heute vielerorts wildwachsend antrifft.

Der Name Ysop taucht bereits in der Bibel auf. Hyssopus officinalis wird vom Hebräischen אֵזוֹב ('ésóv) für „heiliges Kraut“ abgeleitet. Weiterhin ist die Pflanze auch unter den Namen Bienenkraut, Eisenkraut, Essigkraut, Josefskraut oder Weinespenkraut bekannt. Ysopbüschel dienten zur der rituellen Reinigung des Tempels in Jerusalem und als Sprengwedel für Weihwasser. Ebenfalls wurden mit Hilfe des Ysops Menschen, Wohnhäusern und Gegenständen gereinigt. Im 9. Jahrhundert gelangte dieser Lippenblütler (Laminaceae) durch Benediktinermönche auch in mitteleuropäische Klostergärten, von wo aus er sich rasch durch Samenflug verbreitete. In dieser Zeit hängte man Ysopbündel auch an Klostertüren auf, um ansteckende Krankheiten (z.B. Lepra) fernzuhalten.

Der Ysop ist ein bis zu 60 Zentimeter hoher, kurztriebiger Halbstrauch mit zahlreichen vierkantigen, verholzenden, aufrecht wachsenden Stängeln. Die mattbraunen Äste weisen eine abblätternde Rinde auf.

Die Ysopblätter sind gegenständig und scheinbar quirllig an Kurztrieben angeordnet. Die schmalen bis 5 Zentimeter langen und 1 Zentimeter breiten Blätter sind an der Ober- und Unterseite dicht mit unzähligen Öldrüsen behaftetet und nach unten eingerollt. Die Blattform ist stumpf oder kurz zugespitzt. Sie sind ganzrandig, kahl bis zottig behaart.

Die attraktiven fünfzähligen Blüten sind lebhaft blau oder violett gefärbt; selten sind diese weiß oder rosa, welche sich spiegelbildlich gegenüberstehen. Anisysop, auch Mexikanische Minze genannt, sind lila oder weiß blühende Pflanzen. Der Lemonysop wächst in Mexiko und hat große, rote Einzelblüten.

4 bis 16 Blüten sind in einseitswendigen Scheinquireln zu endständigen, ährigen Blütenständen vereinigt.

Die linealischen Vorblätter laufen spitz zu und können Grannen von einer Länge bis zu 3 Millimeter besitzen. Der Blütenkelch ist röhrig, 15-nervig und kahl oder flaumig behaart. Die trichterförmige Blütenkrone ist bis zu 12 Millimeter lang und zweilippig. Die Oberlippe ist aufrecht und ausgerandet, während die Unterlippe lang abstehend und dreilippig mit einem ausgerandeten Mittellappen ist. Der Ysop besitzt vier herausragende Staubblätter. Die Staubfäden sind weiß oder violett. Der Fruchtknoten ist oberständig. Der Griffel ist länger als die Staubblätter. Bei Feuchtigkeit verschleimen die 2 Millimeter langen, braunen und glatten Nüsschen.

Frischer Ysop verströmt scharf-aromatische Düfte. Seine Blütezeit liegt zwischen Juli und Oktober.

 

Anbau und Ernte

In Deutschland ist der mit Salbei, Thymian, Rosmarin und Lavendel verwandte Ysop mittlerweile fast ausgestorben, sehr gelegentlich findet man ihn jedoch noch als immergrünen und winterharten Zierstrauch in Hausgärten oder verwildert auf lehmigen und kalkhaltigen Böden. Der Ysop braucht einen basenreichen, lockeren steinig-flachgründigen Boden und ein sehr warmes Klima. Er bevorzugt sonnige Standorte und seine Besiedlungsorte sind trockene Hügel und Hänge, Felsenheiden sowie Wegränder.

Der starkzehrende Ysop kann das ganze Jahr hindurch geerntet werden, kurz vor der Blüte (Juli-Oktober) schmeckt er jedoch am besten, was auch Bienen, Hummeln und Schmetterlinge zu wissen scheinen. Kräuterkenner behaupten deshalb, dass der geschmackliche Höhepunkt des Ysop sogar mit dem bloßen Auge erkennbar ist: je mehr Bienen um ihn herumschwirren, desto reicher ist sein Gehalt an ätherischen Ölen. Kurz vor und während der Blüte schmeckt Ysop erfrischend bitter-süßlich (wie eine Mischung aus Minze, Rosmarin, Thymian und Salbei). Kurz danach und während des Trocknens verliert er jedoch sehr rasch seine Geschmacksstoffe. Ysop ist für eine längerfristige Bevorratung im Kühlschrank ungeeignet, friert man ihn jedoch gleich nach der Ernte ein oder mariniert ihn in Öl, bewahrt Ysop sein Aroma für einen längeren Zeitraum.

 

Hauptinhaltsstoffe

Alkaloide, Apfelsäure, Bitterstoffe (u.a. Marubiin), Boneol, Camphen, Cholin, Cineol, Cymol, Diasmin, Flavonoide, Geraniol, Gerbstoffe, Glycoside, Harz, Hesperidin, Hyssopin, Phenole, Pinen, Sitosterin, Tannin, Terpene, Thujon, Ursolsäure, Zucker

 

Medizinische Wirkung

Das ätherische Öl und die Gerbstoffe des Ysops geben der Heilpflanze leicht entzündungshemmende, Auswurf fördernde und auch krampflösende Eigenschaften.

Ysoptee ist nicht nur hilfreich bei krampfartigen Verspannungen, Problemen mit der Verdauung, Atmung und Psyche, er aktiviert ebenso den Stoffwechsel und trägt zur Besserung und Stärkung nach nervösen Erschöpfungszuständen bei. Der im 17. Jahrhundert tätige Arzt Nicolas Culpeper empfahl Ysop gegen Ohrensausen, Atembeschwerden und Zahnweh. Werden frische Ysopblätter mit Zucker zerstoßen, helfen diese bei frischen Wunden und Schnitten.

Ysop lindert als Gurgellösung bei Rachen- und Halsentzündungen sowie Heiserkeit die auftretenden Symptome.

Bei übermäßigen Schweißabsonderungen findet die Heilpflanze für äußerliche Waschungen, aber auch innerlich als Arzneitee Anwendung.

Bei Überdosierungen und dauerhafter Einnahme von Ysop können Krämpfe auftreten, die auf das fneurotoxisch wirkende Pinocamphon zurückzuführen sind. Nach der Einnahme von 10 bis 30 Tropfen über mehrere Tage (2 bis 3 Tropfen bei Kindern) wurden neben den Krämpfen auch Vergiftungserscheinungen beobachtet. Schwangere, Epileptiker und Menschen mit erhöhten Blutdruck sollten Ysop gänzlich meiden.

In medizinischen Teemischungen ist die Beigabe von bis zu 5 Prozent Ysopkraut als Geschmackskorrigens erlaubt.

 

Kulinarische Verwendung

In sparsamer Dosierung lassen sich frische Ysopblätter, -blüten und -stängel zum Würzen von deftigen Eintöpfen, Salaten, Saucen, Suppen und Gemüsen verwenden. Bei Zubereitungen in der warmen Küche sollte Ysop erst zum Ende der Garzeit zugefügt und nur flüchtig erhitzt werden, weil er sonst seine Aromastoffe verliert. Industriell dient Ysop der Herstellung von berühmten Kräuterlikören (z.B. „Bénédictine“ und „Chartreuse“), Kräuteressig und -öl, Tee, Duftkissen, Parfüms sowie der Verfeinerung von wohlriechenden Essenzen und Waschmitteln.

Za’atar nennt man eine Gewürzmischung, die auf Ysopblättern basiert.

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