Mandel

Mandel

 

Biblische Zitate

 

Da sprach ihr Vater Israel zu ihnen: Muss es denn doch sein, so macht es so: Nehmt in eure Säcke von den berühmtesten Erzeugnissen des Landes und bringt sie dem Mann zum Geschenk: ein wenig Balsam, ein wenig Honig, Tragakanth und Ladanum, Pistazien und Mandeln.“

(Genesis 43,11)

 

Und er machte den Leuchter von reinem getriebenem Gold, daran war der Schaft mit Armen, Kelchen, Knoten und Blumen. Sechs Arme gingen von seinen Seiten aus, von jeder Seite drei Arme. An jedem Arm waren drei Kelche wie Mandelblüten, dazu ihre Knoten und Blumen; auf diese Weise gingen die sechs Arme aus dem Leuchter hervor. An dem Schaft aber waren vier Kelche wie Mandelblüten mit Knoten und Blumen,unter je zwei Armen ein Knoten, bei allen sechs Armen, die aus dem Leuchter gingen. Ihre Knoten und Arme gingen aus ihm hervor, und es war alles getriebenes reines Gold.“

(Exodus 37,17-22)


 

Und der HERR redete zu Mose und sprach: Rede mit den Kindern Israel und nimm von ihnen je einen Stab für ein Vaterhaus, von allen Fürsten ihrer Stammhäuser zwölf Stäbe, und schreibe eines jeden Namen auf seinen Stab. Aber Aarons Namen sollst du auf den Stab Levis schreiben. Denn für jedes Oberhaupt ihrer Vaterhäuser soll ein Stab sein. Und lege sie in die Stiftshütte vor das Zeugnis, wo ich mit euch zusammenzukommen pflege. Und der Mann, welchen ich erwählen werde, dessen Stab wird grünen; so werde ich das Murren der Kinder Israel, womit sie wider euch gemurrt haben, vor mir zum Schweigen bringen. Und Mose sagte solches den Kindern Israel; da gaben ihm alle ihre Fürsten zwölf Stäbe, jeder Fürst einen Stab, nach ihren Vaterhäusern; auch Aarons Stab war unter ihren Stäben. Und Mose legte die Stäbe vor den HERRN, in die Hütte des Zeugnisses. Am Morgen aber, als Mose in die Hütte des Zeugnisses trat, siehe, da grünte der Stab Aarons, des Hauses Levis; er hatte ausgeschlagen und Blüten getrieben und trug reife Mandeln. Und Mose trug alle Stäbe heraus von dem HERRN zu allen Kindern Israel; und sie sahen sie, und ein jeder nahm seinen Stab. Der HERR aber sprach zu Mose: Trage den Stab Aarons wieder vor das Zeugnis, dass er verwahrt werde zum Zeichen für die widerspenstigen Kinder, dass ihr Murren vor mir aufhöre, dass sie nicht sterben! Und Mose tat solches; wie der HERR ihm geboten hatte, so tat er.“

(Numeri 17,1-11) 

 

Wieder kam das Wort Jahwes zu mir: "Was siehst du, Jeremia?" – "Einen Mandelzweig ", erwiderte ich.

"Du hast richtig gesehen", sagte Jahwe. "Denn ich wache über mein Wort, damit geschieht, was ich sage."

(Jeremia 1,11-12)

 

wenn man sich auch vor jeder Anhöhe fürchtet und Schrecknisse auf dem Wege sieht; wenn der Mandelbaum blüht und die Heuschrecke sich mühsam fortschleppt und die Kaper versagt (denn der Mensch geht in sein ewiges Haus, und die Trauernden gehen auf der Gasse umher);“

(Prediger 12,5)


 

Botanisches

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Mandelbaumes (Prunus amygdalus / Prunus dulcis) erstreckt sich von Armenien bis Mittelasien, wo man heute noch Wildformen antrifft. Schon vor mehr als 3000 Jahren waren Mandeln als Nahrungsmittel bekannt, daher wurde der Mandelbaum schon sehr früh im gesamten Mittelmeergebiet in Kultur genommen. Ein archäologischer Beleg hierfür sind die im Grab des ägyptischen Pharaos Tutanchamun (etwa 1300 v. Chr.) gefundenen Mandelüberreste. Auch im alten Israel war die Mandel ein berühmtes Erzeugnis. In der Heiligen Schrift kommt dem Mandelbaum mit seinen Blüten und Früchten eine hohe Bedeutung zu. Von einer Hungersnot bedroht, schickt der Vater Israel alle seine Söhne zum Getreidekauf nach Ägypten. Die Brüder Josefs werden von ihm nicht nur mit entsprechenden finanziellen Mitteln ausgestattet, sondern auch mit wertvollen Geschenken, unter denen auch Mandeln zu finden sind. Diese Früchte sind ein Sinnbild für den festen Glauben. Zum zweiten Mal legt Israel gehorsam das Schicksal seiner Kinder in die Hände des allmächtigen יהוה und betet im Glauben an eine erfolgreiche Rückkehr für sie . Das hebräische Wort für Mandel שָׁקֵד (shâqêd) meint sowohl den Baum als auch die Frucht. Somit ist das Wort an sich schon ein Gleichnis, welches Yeshua im Neuen Testament immer wieder verwendet, nur ein guter feste Glaube trägt gute Früchte. Daran soll auch der in der Stiftshütte aufgestellte siebenarmige goldene Leuchter in der Stiftshütte erinnern, denn dieser ist mit Mandelblüten verziert. Wie die Mandel für einen treuen und festen Glauben steht, so symbolisiert das im Leuchter verbrannte Öl den lebendigen Glauben an Yeshua und nur wer IHM nachfolgt, wird nicht in der Finsternis umhergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben (Johannes 8,12). Yeshua selbst gibt uns sogar den Hinweis, wie wir das Licht weiterhin zum Leuchten bringen und ihn damit verherrlichen: „Wacht und betet unablässig“ (Matthäus 26,41). Damit wird erneut der Zusammenhang zum hebräischen Wort שָׁקֵד (shâqêd) hergestellt, denn es bedeutet nicht nur Mandel, sondern das Verb „wachen“ steckt in seiner Wurzel. Der Prophet Jeremia sah einen von יהוה gezeigten den Zweig eines Wächterbaumes, also eines Mandelzweiges. Danach sprach der HERR zu ihm: „Du hast recht gesehen; denn ich werde über meinem Wort wachen, um es auszuführen“ (Jeremia 1, 11-12). יהוה gibt an dieser Stelle die Zusage, dass er über sein Wort, die Thora, wacht und auf die Erfüllung der Schrift achtet. Daher sandte ER seinen eingeborenen Sohn Yeshua, um die Menschheit von ihrer Sündhaftigkeit zu erlösen. „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns; und wir sahen seine Herrlichkeit als des Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ (Johannes 1,14) . Am Ende der Zeiten bewahrheiten sich Yeshuas Worte an seine Jünger: „Denn der Sohn des Menschen wird in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln kommen, und dann wird er jedem Einzelnen vergelten nach seinem Tun.“ (Matthäus 16,27) Was hat dies nun mit dem Wächterbaum zu tun?

Die Bezeichnung Wächterbaum erhielt die Pflanze aufgrund dessen, dass der Mandelbaum die erste blühende Pflanze in Israel ist, welche die Kunde des herannahenden Frühlings schon sehr früh verbreitet. Die volle weiße bis rosefarbene Blütenpracht des Mandelbaumes ist schon im Januar oder Februar zu sehen. Die Blüten des Wächterbaumes treiben sehr früh und unerwartet aus, so wie ein Wächter beziehungsweise Prophet ebenso unverhofft und in Vorzeitigkeit Alarm schlägt. Mit Hilfe der Mandelzweig-Vision des Jeremia fordert יהוה mit Dringlichkeit zur Umkehr und schnellen Besinnung auf GOTTES Wort auf.

Die Mandelblüten mahnen ebenfalls zur bewussten Nachfolge und dem dauerhaften Wandel in Yeshua, denn „So wacht nun! Denn ihr wisst nicht, wann der Herr des Hauses kommt, am Abend oder zur Mitternacht oder um den Hahnenschrei oder am Morgen; damit er nicht,wenn er unversehens kommt, euch schlafend findet. Was ich aber euch sage, das sage ich allen: Wacht!“ (Markus 13,35-37)

Auch die ausgetriebenen Mandelblüten von Aarons Stab sind eine Prophetie auf das Erlösungswerk des Menschensohnes. Während Aaron als Hohepriester den Opferdienst zur Entsühnung des Volkes Israel vollzog, opferte sich unser Hohepriester Yeshua selbst, um uns mit GOTT wieder zu versöhnen.

Der Mandelbaum fand in weiten Teilen der bekannten Welt Verbreitung, so dass er bereits im Jahr 1000 v. Chr. in China bekannt war. Etwa 500 Jahre später gelangte die Art nach Syrien, Kleinasien, Vorderindien. Zweihundert Jahre vor unserer Zeitrechnung wurden diese Steinfrüchte zunächst in Italien, später in Griechenland, Nordafrika und schließlich oberhalb der gesamten westlichen Halbkugel kultiviert.Heute wird sie in vielen wärmeren Gebieten der Erde angepflanzt, auch in Deutschland, wie zum Beispiel am Kaiserstuhl, an der Bergstraße oder als Ziergehölz in manchen Vorgärten. Das deutsche Wort „Mandeln“ ist durch Lautverschiebungen aus dem lateinischen „amandula“ hervorgegangen.Hauptanbaugebiete des Mandelbaumes sind heutzutage in Frankreich, Griechenland, Iran, Israel, Italien, Kalifornien (75% des Mandelangebotes), Marokko, Portugal und Spanien.

Prunus dulcis (Süßmandel) gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae), wächst als sommergrüner, aufrechter, locker belaubter Baum oder Strauch und erreicht Wuchshöhen von maximal 11m. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von circa 80 Jahren erreicht der Baum einen Stammdurchmesser von bis zu 1m. Die Stammborke zeigt eine grau-braune Färbung. Junge Bäume haben eine auffällige Ringelborke, welche im Alter unregelmäßig längsrissig wird. Die junge Zweigrinde ist zunächst grün, wird danach rötlich und ab dem Alter von 1 Jahr geht die Zweigfärbung in gräulich-braun bis gräulich-schwarz über.

Die Laubblätter des Mandelbaumes sind dunkelgrün und glänzend. Auffällig sind deren unterschiedliche Anordnungen: während an Vorjahreszweigen die Wechselständigkeit vorherrscht, nähern sich die Blätter an den Kurztrieben einander mit Büschelkonzentration an. Das Mandelblatt ist bis zu 8cm lang und 3cm breit. Die Blattspreite ist einfach, teils ungleich, eilanzettlich bis lanzettlich und am oberen Ende spitz bis kurz zugespitzt. Die Basis der Blattspreite ist keilförmig bis gerundet. Der Blattrand ist feingekerbt bis -gesägt. Die Oberfläche der jungen Mandelblätter ist zunächst leicht und weich behaart; im fortgeschrittenen Alter verkahlen sie. Der Blattstiel ist meist 1 bis 2cm lang, unbehaart und rippig. Am oberen Ende besitzt er 2 bis 4 gerundete Nektardrüsen. Die bräunlichen, eiförmigen Winterknospen sind 3 bis 5mm lang und unbehaart. Die Mandelblüten öffnen sich noch vor der Laubentfaltung und stehen einzeln oder paarweise. Die Blütezeit dauert von Januar / Februar bis April. Der anfangs sehr kurze Blütenstiel vergrößert sich auf 4 bis 10mm bei der Fruchtreife. Die Mandelblüten sind zwittrig, radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die Kelchblätter sind ganzrandig, grün-rötlich und 5 bis 6mm lang. Die 5 freien Kronblätter sind weiß- bis rosafarben. Die Blüten haben einen Durchmessen von 3 bis 5cm.

 

Anbau und Ernte

 

Der Mandelbaum gedeiht am besten in mediterranem Klima mit warmen, langen und trockenen Sommern und milden, kurzen Wintern. Aber auch feuchte Winter mit kurzem Frost übersteht der Mandelbaum. Die optimalen Wachstumstemperaturen sind zwischen 15 und 30°C. Kurze, leichte Frühlingsfröste kann der Baum überstehen; Staunässe verträgt die Pflanze nicht. Bevorzugt sind durchlässige, humus- und nährstoffreiche, lehmige oder sandige, leicht kalkhaltige Böden, welche Feuchtigkeit gut halten können. Der pH-Wert der Erde sollte im neutralen bis leicht saurem Bereich liegen. Er wächst in Höhen von bis zu 1800m.

Die Mandeln reifen in der Zeit zwischen Juli und August. Das Fleisch der 3-6cm langen filzigen Früchte trocknet bei der Reife aus und öffnet sich unregelmäßig oder mit einem Längsriss, sodass der grubige Steinkern herausfallen kann. In ihm ist der begehrte, von einer dünnen braunen Samenschale umhüllte Samen eingeschlossen.

Frische Mandeln sind naturgemäß in einen hartfleischigen, grünen Schutzmantel gepackt, der bei Reife aufspringt und erst dann die abgeflacht-eiförmigen, spitz zulaufenden Kerne freigibt. Hierzulande kennt man meist nur getrocknete Mandeln als feste, weißfleischige Steinfrüchte, die von einem glatten, zimtfarbenen Häutchen umgeben sind.

Wenn man Mandeln dunkel, kühl, trocken und in einem möglichst geruchsundurchlässigen Gefäß aufbewahrt, lassen sie sich mehrere Monate lang bevorraten.

 

Hauptinhaltsstoffe

 

Asparagin, Bor, Calcium (252mg / %), Cholin, Eisen, Eiweiß (30%), mehrfach ungesättigte Fettsäuren (über 70%), Kalium (728mg / %), Kupfer, Magnesium (275mg / %), Mangan, Natrium, Phosphor (474mg / %), Vitamin A, B1, B2, E und Zink.

Mandeln weisen den höchsten Calcium-, Kalium- und Magnesiumgehalt aller Nüsse auf.

 

Medizinische Wirkung

 

Dank der besonderen Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe besitzen Mandeln trotz ihres immensen Fettgehalts cholesterinsenkende, verdauungsfördernde sowie immunabwehr-, herz-, kreislauf- und nervenstärkende Eigenschaften.

Sogar gesalzene Mandeln weisen appetitfördernde und verdauungsanregende Effekte auf.

Säuglingen dient eine Mandel-Milch-Emulsion als bester Muttermilchersatz.

Mandelöl wirkt beruhigend, krampflösend, kühlend, schmerzlindernd und wird bei wunder Haut empfohlen, die durch zu langes Liegen, Sitzen, Reiten und Ähnliches hervorgerufen wurde. Seidenweiche, jugendliche Haare erhält man, wenn man sie mitsamt der Kopfhaut in Mandelöl tränkt, das Ganze mittels eines umgebundenen Baumwolltuches ½ Stunde einwirken lässt und danach gründlich mit warmen Wasser ausspült.

 

Kulinarische Verwendung

 

Nach dem Geschmack der Samen werden zwei Varietäten unterschieden, die Süße Mandel (var. dulcis) und die Bittemandel (var. amara). Die Süße Mandel ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung und findet allgemein im Haushalt, in der Backwarenindustrie oder zur Herstellung von Marzipan und Mandelöl Verwendung. Auf den Verzehr von Bittermandeln sollte weitestgehend verzichtet werden; der Bittermandelanteil in Süßwaren darf laut Gesetzgeber 1% nicht übersteigen. Bittermandeln enthalten bis zu 8 Prozent Amygdalin, ein bitter schmeckendes Blausäureglykosid, aus dem beim Verzehr die höchst giftige Blausäure entsteht. Bei Kindern können daher bereits wenige Mandeln tödlich wirken!

Das braune, zarte Mandelhäutchen lässt sich zwar mühelos entfernen, indem man die Kerne mit kochendem Wasser übergießt, sie danach mit eiskaltem Wasser sofort mit einem möglichst rauen Tuch abgerubbelt, aus gesundheitlichen (ballaststoffreich) und geschmacklichen Gründen sollte man es jedoch grundsätzlich am Kern belassen. Amaretto nennt sich ein italienischer Mandellikör, der meist mit Orangensaft oder heißem Kaffee gemischt wird. Das Amaretto-Kaffee-Gemisch findet sich in vielen Tiramisu-Rezepten wieder. Mandel-Milch wird aus gemahlenen oder zerstoßenen Mandeln durch Mischung mit Wasser und Zucker hergestellt. Mandelcreme wird oft bei der Herstellung von Desserts, Flans oder Eiscremes verwendet. Entöltes Mandelmehl dient als Lowcarb-Mehlersatz. In der veganen Küche wird als Sahne- und Milchersatz gern Mandelmus verwendet. Dieses besteht ausschließlich aus gepressten Mandeln und enthält das gesamte Mandelöl sowie alle Ballaststoffe und Eiweiße der Mandel. Zur Kaltpressung wird ein Fleischwolf verwendet und das Ergebnis anschließend gemixt, um ein cremigeres Endprodukt zu erzielen. Es werden zwei Sorten Mandelmus unterschieden: Braunes Mandelmus besteht aus gerösteten Mandeln mit Haut, das Weiße ausschließlich aus enthäuteten blanchierten Mandelkernen.

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