Märtyrer

Ein Märtyrer ist ein Mensch, dem nichts wichtiger ist, als sich für seinen Glauben einzusetzen. Dafür nimmt er auch Qualen oder den eigenen Tod in Kauf. Manche Märtyrer setzen auch das Leben unbeteiligter Menschen aufs Spiel, die mit dem Glauben gar nichts zu tun haben.  Das Wort Märtyrer kommt aus dem Griechischen (μάρτυς) und bedeutet „Zeuge“. Im Zusammenhang mit der Nachfolge ist damit ein Zeuge des Glaubens gemeint. Das Martyrium ist das "das erhabenste Zeugnis, das man für die Wahrheit des Glaubens ablegen kann"; es ist ein Zeugnis bis zum Tod.  Märtyrer zeigen, dass sie gegen den Zeitgeist und entgegen heftiger Anfechtungen bis zum Tod an den Geboten Christi festhielten. Zudem gilt dieser Tod gleichzeitig als "Bluttaufe", im Sinne der Reinigung von der Erbsünde und von persönlichen Sünden sowie der Hineinnahme in die Gemeinde Jesu Christi. Das Blut der Märtyrer gilt von alters her als Ziel des Glaubens. Das Zeugnis jener, die für Christus zu sterben bereit sind, ist bis heute oft das stärkste Mittel der Mission. Auch in späteren Jahrhunderten dienten Geschichten der christlichen Märtyrer öfters als vorbildliche Inspiration für unterdrückte Glaubensgeschwister. Das Märyterium ist dabei meist eine historische Notwendigkeit gewesen, da wie Christus schon prophezeite, die wahren Gläubigen nun im Konflikt mit der Welt standen und daraufhin verfolgt wurden. Die verbreitete Abneigung gegen Christen rührte vor allem von ihrer Weigerung her, einen anderen als ihren Gott kultisch zu verehren. Die Objekte des Kultes (Kaiser, Venus, Mars und viele mehr) galten ihnen als dämonisch, das heißt als widergöttlich und menschenfeindlich. Die christlichen Apostel erklärten: Wer die Mächte, für die sie stehen (Staat, Sex, Krieg und so weiter), für göttlich hält, macht den Menschen unfrei und behindert das Wirken des wahren Gottes, der über diesen natürlichen und kulturellen Mächten steht und den Menschen von ihnen erlösen will. Das hatte auch eine gewisse soziale Absonderung zur Folge. An den Festen, die meist zu Ehren einer Gottheit abgehalten wurden, nahmen viele Christen nicht teil. Die Arenen mieden sie wegen der Grausamkeiten, ebenso die Theater wegen der Erotik und der Göttergeschichten. Die Gerüchteküche brodelte. Wie anderen religiösen Minderheiten auch unterstellte man den Christen sexuelle Orgien, Kannibalismus und Inzest. Besonders in Krisenzeiten mussten sie als Sündenböcke herhalten. Hinter diesem Reflex steht zwar auch, aber nicht nur diffuse Fremdenfeindlichkeit. Die Pogrome und vor allem die drei großen staatlichen Verfolgungen erklären sich vor allem aus dem römischen Verständnis von Religion als einem Tauschgeschäft nach dem Prinzip: Do ut des – „Ich gebe, damit du gibst“. Der Mensch muss der Gottheit die schuldige Ehre erweisen, damit sie ihm ihre Gunst schenkt. Aus Naturkatastrophen und anderem Unheil schloss man auf den Zorn der Götter. Die Schuld daran wies man dann denen zu, die ihnen offenbar die schuldige Ehre in Form von Opfern und Anbetung verweigerten. Deshalb galten die Christen als Gefahr für das Gemeinwohl und als Staatsfeinde.


An dieser Stelle wollen wir von talmid.de weder eine Heiligenverehrung noch uns dem Fabulieren über Heiligenlegenden hingeben. Vielmehr geht es uns darum, dass Ihr -liebe Geschwister- Euch ein Beispiel an der Standhaftigkeit des Glaubens nimmt und Euch schon einmal dafür wappnet, was sicherlich auf uns noch zukommen wird. Wir leben in interessanten Zeiten und müssen beachten, dass wir bis zum Ende ausharren müssen, damit wir gerettet werden (Mt 24,13)! Hinzu kommt, dass wir durch das Märtyrium ein Zeugnischarakter in der Welt schaffen, was nichts anders aussagt als: "Für יהוה lohnt es sich zu sterben". Das Märtyrium ist die letzte Prüfung im Glauben und zeigt uns bis auf den Tod auf, dass wir uns selbst darüber hinaus überwinden müssen. Stephanus war ein Märtyrer (Apg 22,20), ebenso Antipas (Off 2,13). Die „zwei Zeugen" in Offenbarung 11,3-13 werden Märtyrer sein, und „Babylon, die große," wird angeklagt, dass sie trunken ist „von dem Blut der Zeugen Jesu" (Off 17,6). Die Geschichte der Kirche beschreibt die Treue vieler solcher Zeugen. Auch starben ohne Zweifel viele der alttestamentlichen Gläubigen als Märtyrer. Isebel tötete die Propheten des HERRN (1.Kön 18,13). Yeshua klagte die Pharisäer an, dass sie die Kinder derjenigen sind, die die Propheten getötetet haben (Mt 23,31). In der „Wolke von Zeugen", von der in Hebräer 11 gesprochen wird, waren solche, von denen gesagt wird: „Andere aber wurden gefoltert, da sie die Befreiung nicht annahmen" (Heb 11,35). Wie viele Gläubigen mögen aber vor dem Märtyrertum zurückgeschreckt sein, indem sie ihr Leben durch das Leugnen ihres Glaubens gerettet haben. Christus selbst war der treue und wahrhaftige Zeuge (Off 1,5; 3,14); und er sagte zu seinen Verfolgern, „Ihr sucht mich zu töten, weil mein Wort keinen Raum in euch findet. [...] Jetzt aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der die Wahrheit zu euch geredet hat." (Joh 8,37.40). Deshalb war Yeshua der wahre Märtyrer, obgleich sein Tod viel mehr umfasste als den Märtyrertod, namentlich die Sühnung, die er getan hat.


שלום

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