Nitzbayim / נצבים

"Standhaftigkeit"

Torah:        5.Mose 29,9-30,20

 

Haftarah:    Jes 61-63

 

Hadaschah: Joh 12,41-50

 

 

Der Titel des dieswöchigen Abschnitts bedeutet im Urtext "Das Individuum hat durch Überwindung seine Behausung im göttlichen Wasser" und ist somit vornehmlich an Jene wahren Israeliten adressiert, die schon gefestigt und verwurzelt im Glauben an יהוה stehen! In Anknüpfung an die vorangegangene Paraschah und durch die Platzierung zum Ende hin der Thora, beinhaltet die Paraschah einen hohen Anspruch der mit entsprechenden Drohworten bei Bundesbruch mit einhergeht. Wem viel gegeben wurde, von dem wird man auch viel verlangen, aber umso mehr wird Jener auch bei Überwindung und Ausharren erben können, Selah! In diesem Zuge ist es essentiell dem Beispiel Yeshua Ha Maschiachs zu folgen und sich in die Arme des himmlischen Vaters zu begeben und sich treu vom Heiligen Geist in die Wege zur Verheißung führen zu lassen!

 

-Wer Augen hat, der sehe-

 

Wenn wir als Baum am frischen Wasser gepflanzt bleiben und unsere Wurzel keine wilden Auswüchse suchen, wird es uns auch gelingen auszuwachsen und die entsprechenden Früchte einzubringen! Diesbezüglich ist es unablässlich, dass wir uns einzig dem Willen יהוה untergeben und keine Parameter in dieser Welt uns zum abweichen bringen sollen, selbst wenn es Menschen betrifft. Die Überstellung der Menschenliebe vor der Gottesliebe (1.Gebot!!!) hat nämlich auch zur Ursünde geführt und ist laut Maschiach auch der Hauptauslöser für die Verblendung und den Abfall. Unser Fokus muss einzig auf die Ewigkeit liegen, damit auch der restliche Körper mitzieht und uns auch zum Ziel trägt. Dies wird ebenfalls durch Yeshua im dazugehörigen Hadaschah-Teil klar gemacht:

 

Johannes 12,42-48:
Dennoch aber glaubten auch von den Obersten viele an ihn; doch wegen der Pharisäer bekannten sie 〈ihn〉 nicht, damit sie nicht aus der Synagoge ausgeschlossen wurden; denn sie liebten die Ehre bei den Menschen mehr als die Ehre bei Gott. Yeshua aber rief und sprach: Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat; und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat. Ich bin als Licht in die Welt gekommen, damit jeder, der an mich glaubt, nicht in der Finsternis bleibt; und wenn jemand meine Worte hört und nicht befolgt, so richte ich ihn nicht, denn ich bin nicht ge-kommen, dass ich die Welt richte, sondern dass ich die Welt rette. Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, hat den, der ihn richtet: Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.

 

5. Mose 29,9-12:
Ihr alle steht heute vor dem HERRN, eurem Gott: eure Häupter, eure Stämme, eure Ältesten und eure Aufseher, alle Männer von Israel, eure Kinder, eure Frauen und dein Fremder, der mitten in deinem Lager ist, von deinem Holzhauer bis zu deinem Wasserschöpfer, damit du in den Bund des HERRN, deines Gottes, eintrittst und in seinen Schwur, den der HERR, dein Gott, heute mit dir schließt, damit er dich heute zu seinem Volk erhebt und er dein Gott ist, wie er zu dir geredet und wie er deinen Vätern, Abraham, Isaak und Jakob, geschworen hat.

 

Die Thoraportion beginnt sowohl mit der Vergatterung auf Treue als auch auf die Erinnerung der Bündnisse an die Urväter. Das hebräische Wort für Schwur (אלה) meint explizit, dass wir in uns die Möglichkeit auf die Herrschaft Elohims wahren müssen! Praktisch geschieht dies am Vortrefflichsten durch das Tragen des Kreuzes und der vollkommenen Selbstaufopferung zur Erhöhung des göttlichen Namens in uns. Er muss wachsen, doch ich muss abnehmen...
Halleluyah, denn hierin haben wir ebenfalls in Yeshua das perfekte Vorbild für die Erlösung und Standhaftigkeit im Glauben zur Vollendung unseres Seins! Der Herr selbst vergleicht die Menschen oft mit Pflanzen, meist Bäumen mit Potential auf die Fruchtbringung. Interessant hierbei ist die Tatsache, dass es sich hier um "heranwachsende Lebenwesen" handelt, die ihre Reife erst nach einem gewissen Prozess erlangen. In diesem Rahmen wird uns immer wieder durch das Fest der Matzen und viele prophetische Aussprüche des Höchsten aufgezeigt, dass wir selbst einst karge Gestalten in Mizrajim waren und erste durch die Berufung und den getreuten Wandel im Glauben zu standhaften Bäumen herangewachsen sind, Selah! Die Erinnerung daran beflügelt dann den Israliten das Erlangte auch beflissen zu bewahren, woran eine grundlegende göttliche Weisheit dahinter liegt! In diesem Zuge ist es wichtig auszuharren in der An-fechtung und die Liebe auf ein besonderes Podest zu stellen, damit etwa nicht eine Wurzel des Giftes (פּרה) oder Wermuts (לענה) an uns wachse. Ein reines und gleichsames Wesen ist nämlich das, was יהוה an den Menschen und auch generell begehrt und uns letztendlich auch die dauerhafte Einheit mit IHM erst ermöglicht! Diese Intimität birgt letzten Endes auch ein Geheimnis in sich, wieso das Verständnis dieser Worte nur Wenigen gegeben sein wird, ebenso wie die wahre Erkenntnis zu dieser Paraschah. Wir als Jünger können nur bezeugen, dass sich dieser Weg und der Aufwand lohnen, damit die Standhaftigkeit im Glauben erlangt wird, welche uns im Innern den wahren Frieden schenken wird:

 

5. Mose 29,28:
Das Verborgene 〈steht bei〉 dem HERRN, unserm Gott; aber das Offenbare 〈gilt〉 uns und unsern Kindern für ewig, damit wir alle Worte dieses Gesetzes tun.

 

Die ewige Gemeinschaft mit יהוה ist zwar ein Gnadengeschenk, aber Eines, welches erst errungen und bewahrt werden muss! Der Glaube an Yeshua und das göttliche Gesetz drücken im Kern aus, dass wir den Kampf gegen den Tod und die Sünde gewinnen und Hindernisse zum Himmel in uns ausradiert werden, damit unsere Seele nach der Scheidung vom Leibe seine Erlösung findet. In dem Zustand mit der sündhaften Natur wird der Kampf sich umso schwieriger gestalten, was aber mit zunehmender Reife zum Selbstläufer wird. Darüber hinaus ist der Auftrag dieser Paraschah so aktuell wie eh und je, da die Nationen und die Welt gerade auf die Ausprägung der Gotteskinder wartet und wir diese Ruhe nutzen sollten, damit wir selbst gefestigt im Glauben stehen und unsere Standhaftigkeit auch Andere davon überzeugt, dass es sich vielfach lohnt diesen Kampf anzunehmen und auch bis zum Ende erfolgreich zu meistern, Selah! Das wahre Wachstum erfolgt zwar ausschließlich im Innern, doch ist es auch an der Zeit die Früchte nach Außen hin erkennbar zu zeigen, damit die Verheißung an Israel und der Menschheit allmählich ihre Erfüllung finden! An sich ist die Durchführung einfach und die Gegebenheiten in der Natur uns vor Augen gestellt. Der Same muss sterben und im Menschen (=Erde) aufgehen und stets beleuchtet und mit Wasser versorgt sein, damit er heranwächst und auch Früchte trägt. Sowohl das Licht als auch das Wasser hierzu finden wir in der Torah, wieso diese Paraschah ihre Position zum Abschluss und Ende hin redlich verdient hat. Standhaftigkeit muss durch einen langen Prozess erworben und treu bewahrt werden, damit auch jährlich an uns Früchte wachsen können! Haben wir einmal die Grenze zu dieser Stufe durchbrochen erscheinen uns die Mahnungen als hinfällig, da sie uns auch permanent in das Gewissen geschrieben sein werden. Dieser Umstand stellt auch die letzte Vergatterung und Ermahnung im Gesetze Gottes für die Menschen dar, wieso wir uns an dieser Stelle vornehmlich darüber freuen sollten, dass unsere Namen in den Himmeln geschrieben stehen und uns weniger vor dem eigenen Abfall fürchten. Zum Abschluß bekommen wir daher noch einmal die Verheißungen vor Augen für den Gehorsam und die Standhaftigkeit vor Augen geführt, welches uns als weiterer Anreiz für die Erhaltung des erworbenen Erbes dienen soll! Wir dürfen nie vergessen, dass der Mensch als Ebenbild יהוה geschaffen wurde und daher einfach nur zu seiner Bestimmung zurückkehren muss. Durch gewisse Umstände wurde im Laufe der Zeit der feindliche Einfluß größer, wieso wir bis zur unserer Erlösung in Anfechtung und Versuchung kämpfen werden. Da diese Schmach nicht ewig währt, sollten wir umso motivierter und entschlosser an die Aufgabe herantreten. Wer möchte denn schon so ein Angebot ausschlagen?

 

5.Mose 30,1-16:
Und es wird geschehen, wenn all diese Worte über dich kommen, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Nationen, wohin der HERR, dein Gott, dich verstoßen hat, und du umkehrst zum HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst nach allem, was ich dir heute befehle, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, dann wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen. Und er wird dich wieder sammeln aus all den Völkern, wohin der HERR, dein Gott, dich zerstreut hat. Wenn deine Verstoßenen am Ende des Himmels wären, 〈selbst〉 von dort wird der HERR, dein Gott, dich sammeln, und von dort wird er dich holen. Und der HERR, dein Gott, wird dich in das Land bringen, das deine Väter in Besitz genommen haben, und du wirst es in Besitz nehmen. Und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher werden lassen als deine Väter. Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, dass du am Leben bleibst. Und der HERR, dein Gott, wird all diese Flüche auf deine Feinde und auf deine Hasser legen, die dir nachgejagt sind. Du aber, du wirst umkehren und der Stimme des HERRN gehorchen und wirst all seine Gebote tun, die ich dir heute befehle. Und der HERR, dein Gott, wird dir Überfluss geben bei allem Tun deiner Hand, an der Frucht deines Leibes und an der Frucht deines Viehs und an der Frucht deines Ackerlandes, 〈für dich〉 zum Guten. Denn der HERR wird sich wieder über dich freuen zum Guten, wie er sich über deine Väter gefreut hat, wenn du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchst, um seine Gebote und seine Ordnungen zu halten, die in diesem Buch des Gesetzes aufgeschrieben sind, wenn du zum HERRN, deinem Gott, umkehrst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele. Denn dieses Gebot, das ich dir heute gebiete, ist nicht zu wunderbar für dich und ist 〈dir〉 nicht 〈zu〉 fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer wird für uns in den Himmel hinaufsteigen und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Und es ist nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer wird für uns auf die andere Seite des Meeres hinüberfahren und es uns holen und es uns hören lassen, dass wir es tun? Sondern ganz nahe ist dir das Wort, in deinem Mund und in deinem Herzen, um es zu tun. Siehe, ich habe dir heute vorgelegt das Leben und das Gute, den Tod und das Böse, indem ich dir heute gebiete, den HERRN, deinen Gott, zu lieben, auf seinen Wegen zu gehen und seine Gebote, seine Ordnungen und seine Rechtsbestimmungen zu bewahren, damit du lebst und zahlreich wirst und der HERR, dein Gott, dich segnet in dem Land, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen.

 

Jesaja 61,7-11:
Weil ihre Schande doppelt war und sie Schmach besaßen als ihr Erbteil, darum werden sie in ihrem Land das Doppelte besitzen; ewige Freude wird ihnen 〈zuteil〉. Denn ich, der HERR, liebe das Recht, ich hasse den Raub mitsamt dem Unrecht. Und ich werde ihnen ihren Lohn in Treue geben und einen ewigen Bund mit ihnen schließen. Und ihre Nachkommen werden bekannt werden unter den Nationen und ihre Sprösslinge inmitten der Völker. Alle, die sie sehen, werden erkennen, dass sie Nachkommen sind, die der HERR gesegnet hat. Freuen, ja, freuen will ich mich in dem HERRN! Jubeln soll meine Seele in meinem Gott! Denn er hat mich bekleidet mit Kleidern des Heils, den Mantel der Gerechtigkeit mir umgetan, wie der Bräutigam sich nach Priesterart mit dem Kopfschmuck und wie die Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt. Denn wie die Erde ihr Gewächs hervorbringt und wie ein Garten seine Saat aufsprossen lässt, so wird der Herr, HERR, Gerechtigkeit und Ruhm aufsprossen lassen vor allen Nationen.

 

שלום

Neueste Beiträge:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Talmid 2021