Ki Tabo' / כי תבוא

"Wenn Du gehst"

Torah:        5.Mose 26-29,8

 

Haftarah:    Jes 60,1-22

 

Hadaschah: Mt 4,13-24

 

 

5.Mose 16,1-9:
Und es soll geschehen, wenn du in das Land kommst, das der HERR, dein Gott, dir als Erbteil gibt, und du hast es in Besitz genommen und wohnst darin,  dann sollst du von den Erstlingen aller Frucht des Erdbodens nehmen, die du von deinem Land einbringst, das der HERR, dein Gott, dir gibt, und sollst sie in einen Korb legen und an die Stätte gehen, die der HERR, dein Gott, erwählen wird, um seinen Namen dort wohnen zu lassen. Und du sollst zu dem Priester kommen, der in jenen Tagen da ist, und zu ihm sagen: Ich bezeuge heute dem HERRN, deinem Gott, dass ich in das Land gekommen bin, das uns zu geben der HERR unseren Vätern geschworen hat. Und der Priester soll den Korb aus deiner Hand nehmen und ihn vor den Altar des HERRN, deines Gottes, niedersetzen. Du aber sollst vor dem HERRN, deinem Gott, anheben und sprechen: Ein umherirrender Aramäer war mein Vater, und er zog nach Ägypten hinab und hielt sich dort als Fremder auf, als ein geringes Häuflein. Doch er wurde dort zu einer großen, starken und zahlreichen Nation. Und die Ägypter misshandelten uns, unterdrückten uns und legten uns harte Arbeit auf. Da schrien wir zu dem HERRN, dem Gott unserer Väter, und der HERR hörte unsere Stimme und sah unser Elend und unsere Mühsal und unsere Bedrängnis. Und der HERR führte uns aus Ägypten heraus mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm und mit großem Schrecken und mit Zeichen und Wundern. Und er brachte uns an diese Stätte und gab uns dieses Land, ein Land, das von Milch und Honig überfließt.

 

Dem ist nichts hinzuzufügen, wieso diese Paraschah ebenfalls an das Voran-gegangene anknüpft und diese Aufforderung die Quintessenz im Glauben darstellt, nämlich das Bewahrte beflissen zu bewahren im Sinne der Ziel-erreichung und Vollendung des menschlichen Daseins hin zum Göttlichen. "Wenn Du gehst" bedeutet in der Ursprache auch soviel wie "Wenn Du dann Dir abgestorben bist und den Schöpfer zum Primus des Hauses gemacht hast". Unter dieser Prämisse verstehen wir das Folgende nun besser und können Acht darauf geben, dass ein wichtig ist, das anvertraute Gut zu bewahren und auch auszubauen! Das Prinzip der "Erstlingsfrucht" beshreibt hierbei im Hebräischen die Tatsache, dass uns nach dem Empfang des Erbes die Tür zum Haus stets offen steht und sich unsere Erträge konstant mehren werden. Daher:

5.Mose 26,16-19:
Am heutigen Tag befiehlt dir der HERR, dein Gott, diese Ordnungen und Rechtsbestimmungen zu tun. So bewahre und tue sie mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele! Du hast heute den HERRN sagen lassen, dass er dein Gott sein will und dass du auf seinen Wegen gehen und seine Ordnungen und seine Gebote und seine Rechtsbestimmungen bewahren und seiner Stimme gehorchen willst. Und der HERR hat dich heute sagen lassen, dass du ihm zum Volk 〈seines〉 Eigentums sein willst, wie er zu dir geredet hat, und dass du alle seine Gebote bewahren willst, und dass er dich als höchste über alle Nationen stellen will, die er gemacht hat, zum Ruhm und zum Namen und zum Schmuck, und dass du dem HERRN, deinem Gott, ein heiliges Volk sein willst, wie er geredet hat.

 

Beim Propheten Yirmeyahu lesen wir, dass יהוה schon des Öfteren sein Volk als biegsamen Schmuck anlegen wollte, wodurch sein Name in dieser Welt seine Zierde findet! Das Wort in der Ursprache hierfür (תּפארת) bedeutet "Durch Kreuz das Angesichts und das Haupt auf dem Schöpfer endgültig haben" und legt ein weiteres Zeugnis ab, dass wir lernen müssen unseren Eigenwillen ad Acta zu legen, wenn wir in Einheit und Pracht mit dem EWIGEN bekleidet sein wollen! Diese Entscheidung haben wir allezeit innerhalb der Versuchung, sodass dem freien Willen hin zum Guten Raum gegeben wird und wir somit die Möglichkeit auf ein beständiges Opfer während unseres Wandels eingeräumt bekommen. Dieser Kampf ist vorherbestimmt und es ist daher nicht verwunderlich, dass im entsprechenden Hadaschah-Teil als allgmeingültiges Prinzip die Versuchung und der Kampf im Glauben manifestiert wird. Die Tatsache, dass Christus den Stämmen Naphtali und Zebulon als Licht erscheint bedeutet konkret nichts anderes für uns als die Tatsache, dass man im Kampfe sich immer für das Licht entscheiden muss und somit automatisch als Schmuck und Gürtel am Leibe Christi und der Herrlichkeit des himmlischen Vaters anhaftet!

-Wer Ohren hat, der höre-

 

Die Entscheidung für die Erlösung ist elementar und ein Grundpfeiler des Glaubens, was uns auch anhand der Präambel des 27. Kapitels deutlich gemacht wird. "Bewahrt die Gebote, die ich Euch befehle" meint im Hebräischen nichts anderes als die Erlösung gewährleistet und in Treue mit ihren Pfaden verbunden sein! Der Tenor dieser Paraschah "Wenn Du gehst" ist das vor Augen führen der Entscheidungsfreiheit im Glauben auch punktuell in einzelnen Situationen! In diesem Zuge werden Einem fairerwaise auch die Konsequenzen der jeweiligen Entscheidungen als Türöffner entweder für den Segen oder den Fluch präsentiert. Dies geschieht deshalb so, da dem Volk am Gottesberg auf eindrückliche Art und Weise die Notwendigkeit des Gehörsam aufgezeigt wurde:

5.Mose 27,8-10:
Und auf die Steine sollst du alle Worte dieses Gesetzes deutlich 〈und〉 sorgfältig schreiben. Und Mose und die Priester, die Leviten, redeten zu ganz Israel und sagten: Sei still und höre, Israel! Am heutigen Tag bist du dem HERRN, deinem Gott, zum Volk geworden. So gehorche der Stimme des HERRN, deines Gottes, und tue seine Gebote und seine Ordnungen, die ich dir heute befehle.


Im Folgenden lesen wir dann von den verschiedenen Flüchen und Segens-aussprüchen für ein Volk, dass zu diesem Zeitpunkt schon den Jordan überquert hatte! Die Thematik um Ebal (עיבל) & Gerazim (גּרזים) deutet im Urtext ebenfalls auf diesen Kampf im Glauben an, den wir zwangsläufig in dieser abgefallenen Welt führen müssen. In diesem Rahmen werden uns daher die einzelnen Gräuel vor Augen geführt, denen wir im Glauben nicht mehr nachjagen sollten! Der darauffolgende Segen ist dahingehend ein Hinweis auf die Verheßung, die wir im Glauben an יהוה erlangen werden, sowohl materieller als auch spiritueller Natur!

5. Mose 28,27-29:
Der HERR wird dich schlagen mit den Geschwüren Ägyptens und mit Beulen und mit Krätze und mit Grind, dass du nicht 〈mehr〉 geheilt werden kannst.Der HERR wird dich schlagen mit Wahnsinn und mit Blindheit und mit Geistes-verwirrung. Und du wirst am Mittag umhertappen, wie der Blinde im Finstern tappt, und du wirst keinen Erfolg haben auf deinen Wegen. Und du wirst alle Tage nur unterdrückt und beraubt sein, und da wird kein Retter sein.


Gerade mit diesem Fluch sind aktuell viele Hirten und Lehrer im Volk bestraft, da sie sich nicht der Sache der Witwen und Waisen annehmen! Die Folge dessen ist, dass Israel gänzlich in Blindheit und Verwirrung geraten ist, wieso wir uns nun schleunigst unter den Willen des EWIGEN demütigen sollten! Die Zuweisung der "Blindhheit" meint im Hebräischen, dass wir in der Welt belassen werden und diese als unsere Behausung und Haupt haben, wieso wird den Befehl der Erlösung folglich nicht mehr nachkommen werden können in diesem Fall. Jede Handlung hat ein Echo und jeder Same wird geerntet werden, sodass wir innerhalb dieser Paraschah wie kaum an anderer Stelle , die Notwendigkeit aufgezeigt bekommen, dass wir stets das Gute säen sollen. Entgegen der herrschenden Meinung sind wir durchaus selbst unserer Glückes Schmied, wieso wir trotz Anfechtungen uns stets für יהוה in unserem Leben und auf unserem Weg entscheiden sollten, Selah! Genau aus diesem Grund werden wir von den negativen Konsequenzen der Sünde intensiv gewarnt, ja fast schon übermannt damit wir die Sinnlosigkeit des Fehllaufens aufgezeigt bekommen und uns natürlich auch vor diesem scheuen. Im Regelfall entspricht dies nicht der optimalen Erziehungsmethode Elohims, doch wird Einem dadurch noch einmal deutlich gemacht wie essentiell die Treue im Glauben ist, damit wir unseren Weg richtig meistern und das Erbe im verheißenen Land auch seinen Bestand gewinnt. יהוה ist so heilig und unwandelbar, dass eine Gemeinschaft in Einheit mit ihm sonst in keinster Weise möglich ist, wieso wir einmal mehr begreifen müssen, dass wir als Braut den passiven Part im aktiven Entscheidungsprozess einnehmen müssen, damit wir uns als Schmuck um ihn schmiegen dürfen!

 

-Wer Augen hat, der sehe-

 

5. Mose 29,1-5:
Und Mose berief ganz Israel und sprach zu ihnen: Ihr habt alles gesehen, was der HERR vor euren Augen im Land Ägypten getan hat an dem Pharao und an all seinen Knechten und an seinem ganzen Land: die großen Prüfungen, die deine Augen gesehen haben, jene großen Zeichen und Wunder. Aber der HERR hat euch bis zum heutigen Tag weder ein Herz gegeben zu erkennen, noch Augen zu sehen, noch Ohren zu hören. Und ich habe euch vierzig Jahre in der Wüste geführt: Eure Kleider sind nicht an euch zerschlissen, und dein Schuh an deinem Fuß ist nicht zerschlissen. Brot habt ihr nicht gegessen, und Wein und Rauschtrank habt ihr nicht getrunken, damit ihr erkennen solltet, dass ich der HERR, euer Gott, bin.


Zum Abschluß der dieswöchigen Thoraportion wird Israel noch einmal die machtvollen Taten Elohims vor Augen geführt und das Volk nochmals auf die Bewahrung des Bundes vergattert! In diesem Kontext wird uns noch einmal aufgezeigt wie יהוה sich in dieser Welt auf der Wüstenwanderung uns offenbart durch die Aussage in Vers 5. Er wird uns erst einmal prüfen und nicht in Fülle geben, damit wir dafür sensilibisiert werden ihn jederzeit zu erkennen (ידע). Laut Ursprache meint dies, dass "Gott uns in der Welt eine Tür" öffnet und dies uns erst die Möglichkeit auf die Gemeinschaft mit ihm offerieren wird. Praktisch und im Gesamtkontext bedeutet dies, dass wir die Führung seiner in der Welt gänzlich akzeptieren müssen und auch punktuell vor die Entscheidung gestellt werden, ob wir diesen Weg mit IHM gehen wollen?! Die Paraschah "Wenn du gehst" lädt uns daher zur Hingabe und zum Glauben ein, indem wir lernen uns aktiv für die Wege des EWIGEN zu entscheiden uns auch hinzugeben! Yeshua HaMaschiach hat dieses Prinzip vollkommen vorgelebt, wieso wir dieses Licht in unserem Wandel brauchen, wollen wir ins Leben gelangen. Der Kern dieser Er-scheinung ist das Kreuz, daher müssen wir endlich lernen es zu tragen, damit der Christus ins uns auferstehende und auch den umliegenden Menschen scheine, damit das Volk endlich zu seinem Erbe gelangt, Selah!

Jesaja 60,1-9:
Steh auf, werde licht! Denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des HERRN ist über dir aufgegangen. Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der HERR auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und es ziehen Nationen zu deinem Licht hin und Könige zum Lichtglanz deines Aufgangs. Erhebe ringsum deine Augen und sieh! Sie alle versammeln sich, kommen zu dir: Deine Söhne kommen von fern her, und deine Töchter werden auf den Armen herbeigetragen. – Dann wirst du es sehen und 〈vor Freude〉 strahlen, und dein Herz wird beben und weit werden; denn die Fülle des Meeres wird sich zu dir wenden, der Reichtum der Nationen zu dir kommen. Eine Menge Kamele wird dich bedecken, junge Kamele von Midian und Efa. Sie alle werden aus Saba kommen. Gold und Weihrauch tragen sie, und sie werden das Lob des HERRN 〈fröhlich〉 verkündigen. Alle Schafherden von Kedar werden sich zu dir versammeln, die Widder Nebajots werden dir zu Diensten stehen: 〈Mir〉 zum Wohlgefallen werden sie auf meinen Altar kommen. Und das Haus meiner Herrlichkeit werde ich herrlich machen. – Wer sind diese, die wie eine Wolke geflogen kommen und wie Tauben zu ihren Schlägen? Denn auf mich hoffen die Inseln, und die Schiffe von Tarsis 〈ziehen〉 voran, um deine Kinder aus der Ferne zu bringen, ihr Silber und ihr Gold mit ihnen, zum Namen des HERRN, deines Gottes, und zu dem Heiligen Israels, weil er dich herrlich gemacht hat.


שלום

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