Ha'azinu / האזינו

"Höret uns zu"

Torah:        5.Mose 32

 

Haftarah:    2. Sam. 22

 

Hadaschah: Joh 6,26-35

 

 

Der Titel des dieswöchigen Torahabschnitts bildet im Kern schon die Aussage darauf, wie man in einen ähnlichen Lobgesang einsteigen kann, so wie es Moscheh an dieser Stelle tut. Gemäß Urtext meint dies "Öffnung für den Schöpfer und Wendung des göttlichen Schwertes gegen sich selbst" und steht in vielen Übersetzungen für den Verbalausdruck des "Hörens". Wir alle wissen, dass das Wort יהוה als "Schwert" angesehen wird und das Kreuz als Mittel der Erlösung durch Yeshua von Nazareth uns vorgelebt wurde als dingbares Werkzeug zur Vollendung unseres eigenen Wesens, Selah! Die Tatsache, dass diese Paraschah im Kern den Schlußstein der nominalen Torah bildet verweist uns darauf, dass wir gehorsam  gegenüber dem Worte Elohims sein sollen!

 

-Wer Ohren hat, der höre-

 

Johannes 6,26-35:
Yeshua antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr sucht mich, nicht weil ihr Zeichen gesehen, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und gesättigt worden seid. Wirkt nicht 〈für〉 die Speise, die vergeht, sondern 〈für〉 die Speise, die da bleibt ins ewige Leben, die der Sohn des Menschen euch geben wird! Denn diesen hat der Vater, Gott, beglaubigt. Da sprachen sie zu ihm: Was sollen wir tun, damit wir die Werke Gottes wirken? Yeshua antwortete und sprach zu ihnen: Dies ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Da sprachen sie zu ihm: Was tust du nun für ein Zeichen, damit wir sehen und dir glauben? Was wirkst du? Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben steht: »Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.« Da sprach Yeshua zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot aus dem Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahrhaftige Brot aus dem Himmel. Denn das Brot Gottes ist der, welcher aus dem Himmel herabkommt und der Welt das Leben gibt. Da sprachen sie zu ihm: Herr, gib uns allezeit dieses Brot! Yeshua sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, wird nicht hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr dürsten.

 

Der komplette Hadaschah-Teil zeigt damit einhergehend ein wichtiges Prinzip bei der Wüstenwanderung und auf dem Glaubensweg auf. Wollen wir wirklich gehorsam sein, so muss dies ein natürliches Wesensmerkmal von uns sein und nicht nur die Konsequenz seitens göttlicher Wunder oder Belohnungen! Zudem lehrt uns dieser Abschnitt, dass wir sowohl die Fülle der Torah als auch die Fülle des Seins in Yeshua finden werden und dieser die Vollendung unserer irdischen Existenz durch gehorsam als Beispiel vorlebt. Dennoch begehrt יהוה die Gemeinschaft mit den Menschen auch in Ewigkeit, wieso er an mancher Stelle auch Israel schon Wunder gezeigt und gewirkt hat, aber einzig zu dem Zweck der "Glaubensvermehrung" und nicht der "Sensationsgeilheit", worauf wir als Gläubige Acht geben müssen, zumal Yeshua auch dort keine Wunder vollbringt, wo Unglaube herrscht! Das Lied des Moscheh führt uns genau diesen Umstand noch einmal vor Augen, wieso ein Jeder dies seperat für sich wirken lassen sollte! Dieses Lied ist auf jeden Fall ein wichtiger Bestandteil des Wortes Gottes, weil es auch ganz wichtige Hinweise für den Lebensweg eines jeden Israeliten enthält. Und zwar wird es erst dann von einem Israeliten gesunden werden können, wenn er seinen Lauf durch die Wüste vollendet hat und aus Freude über sein Erbe dieses Lied zu Ehren יהוה anstimmen wird laut Offenbarung:

 

Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: Groß und wunderbar sind deine Werke, Herr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, König der Nationen!  Wer sollte nicht fürchten, Herr, und verherrlichen deinen Namen? Denn du allein bist heilig; denn alle Nationen werden kommen und vor dir anbeten, weil deine gerechten Taten offenbar geworden sind.

 

Bei diesem Lied werden die Werke, die Taten und die Wege Gottes gepriesen. Seine Wege werden dann von allen das Prädikat gerecht und wahrhaftig er-halten. Zu den Wegen Gottes gehören ohne Zweifel auch die Wege, die Er mit jedem einzelnen Geschöpf geht. Dieses Lied, das im Mund seiner Nachkommen nicht vergessen wird, wird als Zeuge gegen Israel auftreten. Wenn die Nach-kommen Israels infolge ihrer Treulosigkeit gerichtet werden, wird dieses Lied ein Beweisstück dafür sein, dass sie trotz besserem Wissen, die Anordnungen ihres Gottes missachtet haben. Sein Volk kann dann nicht sagen: "Wir haben das Lied nicht gekannt!" Dieses Lied wird nicht vergessen werden! Wenn wir an den Schöpfungsbericht denken, dann fällt auf, dass man Sein Wort eigentlich kaum von Seinem Tun trennen kann. Das was יהוה sagte geschah und das hat Er letztendlich auch gemacht. Sein Handeln ist auch deshalb vollkommen, weil Sein Handeln immer von der vollkommenen Liebe geprägt ist. Dies gilt auch dann, wenn Elohim in schwerste Gerichte hineinführt. Ein taugliches Geschöpf nämlich sollte Dankbarkeit und Gehorsam seinem Schöpfer für das Leben erweisen, damit diese Symbiose auch dann die Vollkommenheit der gegenseitigen Liebe ausdrückt, die ebenfalls durch die Hingabe zum Leben deutlich wird.

 

5. Mose 32,3-6:
Denn den Namen des HERRN rufe ich aus: Gebt Ehre unserm Gott! Der Fels; vollkommen ist sein Tun, denn alle seine Wege sind recht. Ein Gott der Treue und ohne Trug, gerecht und gerade ist er! Es versündigte sich gegen ihn eine verkehrte und verdrehte Generation – nicht seine Kinder 〈sind sie, sondern〉 ihr 〈eigener〉 Schandfleck –.Wollt ihr so dem HERRN vergelten, törichtes und unweises Volk? Ist er nicht dein Vater, der dich geschaffen hat? Er hat dich gemacht und dich bereitet.

 

Wer im Glauben daran festhält, dass denen, die יהוה lieben, alle Dinge zum Guten zusammenwirken müssen, kann auch im Glauben an den Wegen Gottes Gefallen haben, obwohl sie manchmal schwer sind. Die Wege, die יהוה mit denjenigen geht, die Ihn lieben, sind immer Segenswege. Meist ist es so, dass wir in einer Leidenszeit, Gottes Wege mit uns nicht verstehen, aber wenn wir uns wie Asaph in den Psalemn ins Heiligtum (in die Gegenwart Elohims) begeben, dann werden wir unseren Weg besser verstehen, weil wir erkennen können, dass auch Schwachheiten und Nöte für unsere geistliche Entwicklung sehr wertvoll sind, Selah! Wer eine kluge Jungfrau sein möchte, kann seine Wege vom Ziel her sehen und auch erkennen, dass alle Seine Wege mit uns vollkommen sind. Es ist eine große Herausforderung für unseren praktischen Alltag, auf allen unseren Wegen, die Hand יהוה des Vaters zu erkennen. Wenn wir sie aber erkennen und wenn wir unsere Wege begreifen lernen, dann macht Elohim unseren Pfad gerade, so dass wir das Ziel ohne Umwege erreichen.

 

5. Mose 32,7-12:
Denk an die Tage der Vorzeit, gebt acht auf die Jahre von Generation zu Generation! Frag deinen Vater, er wird es dir kundtun, deine Ältesten, sie werden es dir sagen! Als der Höchste den Nationen das Erbe austeilte, als er die Menschenkinder 〈voneinander〉 schied, da legte er fest die Grenzen der Völker nach der Zahl der Söhne Israel. Denn der Anteil des HERRN ist sein Volk, Jakob das Maß seines Erbteils. Er fand ihn im Land der Wüste und in der Öde, im Geheul der Wildnis. Er umgab ihn, gab acht auf ihn, er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie der Adler sein Nest aufstört, über seinen Jungen schwebt,seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie trägt auf seinen Schwingen, 〈so〉 leitete ihn der HERR allein, und kein fremder Gott war mit ihm.

 

Die Quintessenz des Liedes ist, dass יהוה allein die Fäden in der Hand hält und wir als Geschöpfe uns insbesondere durch Gehorsam beweisen müssen, damit wir würdig befunden werden in Ewigkeit in Gemeinschaft mit dem EWIGEN verbringen zu dürfen! Dabei ist der Weg klar vorgegeben und wir müssen einfach nur in die Fußstapfen Yeshuas treten und ebenfalls in der Wüste die Weisung des Engel des EWIGEN Folge leisten, damit auch unser Glaube Vollendung findet! Gehorsam und Selbstbeschneidung sind in dieser ab-gefallenen Welt die Stützen, um unser Ziel zu erreichen, was ebenfalls durch den Maschiach vorgelebt wurde und somit hat er bewiesen, dass das Wort יהוה kraftvoll ist und ebenfalls in dieser abgefallenen Welt Gewicht und Erfüllung findet, Selah! Genau aus diesem Grund werden wir mehrfach innerhalb der heiligen Schriften auf Treue und Gehorsam eingeschworen und müssen uns vor dem Abfall hüten, da die Konsequenz gleich auf dem Fuß für Israel folgt!

 

5. Mose 32,47:
Denn nicht ein leeres Wort ist es für euch, sondern es ist euer Leben. Und durch dieses Wort werdet ihr eure Tage verlängern in dem Land, in das ihr über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen.

 

Das hebräische Wort für "leeres Geschwätz" lautet דבר רק und meint gemäß Urtext, dass die Tür zum Leben, welche in der Torah niedergeschrieben ist, nicht nur dazu dient, dass יהוה seine Herrschaft und Reich an sich ausdehnt, sondern auch daran interessiert ist, dass seine Geschöpfe ebenfalls dauerhafte Teilhabe am wahren Leben in IHM haben sollen! Aus diesem Grund muss Moscheh, der wörtlich nur für die "Möglichkeit auf Himmlisches Wasser" steht in der Wüste sterben und es muss Yeshua an seine Stelle treten, damit Israel auch sein Erbe in Empfang nimmt und dauerhaft das Leben in sich trägt, Selah!

 

-Wer Augen hat, der sehe-

 

Leider tut sich vorallem das Haus Jakob mit der Umsetzung dieser Direktiven schwer, wieso Jene erst einmal ihren weltlichen Teil (=Esau) besiegen müssen, damit sie überhaupt die Chance ergreifen können, das Erbe in Empfang zu nehmen! Wir leben in schwierigen Zeiten, wieso der Zustand der "Gläubigen" fatal erscheint, aufgrund folgender Umstände: Das wahre Volk Israel hat eindeutig den Status ein "Sohn Gottes" zu sein. Das ist eine unumkehrbare Berufung יהוה. Allerdings hat sich sein Volk zuerst einmal "fremden Geistern" unterstellt, so dass es von diesen Geistern inspiriert wurde. Diese Inspiration führte vorerst zu einer anderen Sohnschaft, zu einer "Sohnschaft Satans". Von wessen Geist ein Mensch sich inspirieren lässt, dessen Geistes Kind er ist! Obwohl Israel die Berufung und Bestimmung hatte, ein Sohn Gottes zu sein, verhielt Israel sich nicht wie ein Sohn! Das Grundproblem war nicht so sehr die Fehlerhaftigkeit und Unvollkommenheit Israels (auch David verhielt sich nicht vollkommen), sondern vielmehr die Tatsache, dass sie sich nicht unter den Lebensregularien יהוה stellen wollten sondern sich viel lieber von den Götzen und Dämonen inspirieren lassen wollten. Dadurch haben sie sich als berufene Kinder Elohims, jemand anders als geistlichen Vater ausgesucht. Sie wollten statt יהוה anderen Herren und Erzieher dienen. Dieser Umstand lauert uns als Gefahr in allen Lebensbereichen, sodass wir achtsam und gehorsam sein müssen, damit wir den listigen Kniffen des Feindes widerstehen und auch obsiegen können und damit unser Erbe in Empfang nehmen können, wie auch David einst nach endgültigen Sieg über seine Feinde freudig besungen hatte:

 

2. Samuel 22,40-51:
Und du umgürtetest mich mit Kraft zum Kampf, beugtest unter mich, die gegen mich aufstanden. Du hast bewirkt, dass meine Feinde mir den Rücken zeigen müssen; meine Hasser, ich habe sie vernichtet. Sie blickten umher – aber da war kein Retter – zum HERRN, doch er antwortete ihnen nicht. Und ich zermalmte sie wie Staub der Erde; wie Straßenkot zertrat, zerstampfte ich sie. Und du hast mich gerettet aus den Streitigkeiten meines Volkes; du hast mich als Haupt der Nationen bewahrt; ein Volk, das ich nicht kannte, dient mir. Die Söhne der Fremde schmeichelten mir; sowie 〈ihr〉 Ohr hörte, gehorchten sie mir. Die Söhne der Fremde sanken hin und zitterten hervor aus ihren Festungen. Der HERR lebt! Gepriesen sei mein Fels! Erhoben werde Gott, der Fels meines Heils, der Gott, der mir Rache gab und mir die Völker unterwarf und der mich herausholte von meinen Feinden weg! Und du erhöhtest mich über meine Gegner; von dem Mann der Gewalttaten hast du mich befreit. Darum will ich dich preisen, HERR, unter den Nationen und will spielen deinem Namen, der seinem König große Rettung schenkt und Gnade erweist seinem Gesalbten, David und seinen Nachkommen ewig.

 

שלום

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