Eqev / עֵקֶב

"Konsequenz"

Torah:        5.Mose 7,12-11,25

 

Haftarah:    Jes 49-51

 

Hadaschah: Mt 16,13-20

 

 

Innerhalb dieser Paraschah sehen wir dann den Ausdruck dessen was geschieht, wenn man dem Ungehorsam auch nur einen Fußbreit Raum lässt. Es lehrt uns zudem ein grundlegendes Prinzip: Ein gebrochener Bund muss erneuert werden. Da wir im Fleische mit Schwachheit behaftet sind, müssen wir uns täglich im Blute des Lammes "sprengen", damit diese Reinigung und andauernde Gemeinschaft mit יהוה möglich erscheint. "Der Geist ist willig aber das Fleisch ist schwach" ist das Lebensmotto der Menschen und daher erscheint es umso sinniger, dass uns die Landeinnahme auch als Kampf überliefert wurde! In diesem Kontext erscheinen uns die etlichen Mahnungen werden der Wanderung folgerichtig und wahr, da auch der Schöpfer ob des Umstands der Schwäche seiner Geschöpfe gewahr ist. Genau aus diesem Grunde ließ er Abrahama beim ursprünglichen Bundesschluß schlafen, um damit zu signalisieren, dass alleine יהוה den Bund halten wird und auch das Risiko der Untreue auf sich nimmt!

 

-Wer Augen hat, der sehe-

 

5.Mose 7,12:
Und es wird geschehen: Dafür, dass ihr diesen Rechtsbestimmungen gehorcht, sie bewahrt und sie tut, wird der HERR, dein Gott, dir den Bund und die Güte bewahren, die er deinen Vätern geschworen hat.


Schon zu Beginn dieses Abschnittes werden uns noch einmal die Segens-verheißungen in Erinnerung gebracht, die unserem Bewusstsein als Wegweiser und Antrieb für Geradlinigkeit dienen sollen. Gleichzeitig dienen sie uns als Mahnmal dessen, dass ein Bund auch an Bedingungen geknüpft ist. Wörtlich genommen bedeutet der Titel der Paraschah: "Irdische Gesinnung im Haus" und deutet darauf hin, dass wir mit einer weltlichem Trieb nicht dauerhaft im Hause verweilen werden, sondern mit der Konsequenz des Bundesbruches zu leben haben gemäß der Prämisse: Der Knecht (=weltlicher Diener) bleibt nicht ewiglich im Haus, der Sohn schon. Damit unsere Treue nun zum Wort bewahrt wird, bekommen wir von יהוה an den entscheidenden Stellen immer wieder den Auszug aus Mizrajim vor Augen geführt, der einerseits ziemlich Gefühlsintensiv war und somit besonders gravierend als auch andererseits die Tatsache, dass wir durch den Exodus auch stark in unserem Selbtbewußtsein geprägt und erstmalig im Überwinden reüssiert haben. Hierzu dient Pessach und seine Attribute als wertvolles Werkzeug bei dieser Tätigkeit, die sich ebenfalls alle wieder in dem Wandel Yeshuas wiederspiegeln. Wenn wir nun diese Glaubenstreue erweisen, werden wir ebenfalls unserem Meister gleichen und alle in dem Kapitel erwähnten Segen erhalten.

5. Mose 8,1-3:
Das ganze Gebot, das ich dir heute gebiete, sollt ihr halten, es zu tun, damit ihr lebt und zahlreich werdet und hineinkommt und das Land in Besitz nehmt, das der HERR euren Vätern zugeschworen hat. Und du sollst an den ganzen Weg denken, den der HERR, dein Gott, dich diese vierzig Jahre in der Wüste hat wandern lassen, um dich zu demütigen, um dich auf die Probe zu stellen 〈und〉 um zu erkennen, was in deinem Herzen ist, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Und er demütigte dich und ließ dich hungern. Und er speiste dich mit dem Mannah, das du nicht kanntest und das deine Väter nicht kannten, um dich erkennen zu lassen, dass der Mensch nicht von Brot allein lebt. Sondern von allem, was aus dem Mund des HERRN hervorgeht, lebt der Mensch.

 

Das Wichtigste ist zu verstehen, dass sich alles um die Liebe zwischen dem Elohim und seinen Geschöpfen dreht. Damit diese Gemeinschaft mit יהוה möglich ist muss man in Einheit mit ihm wandeln, was ebenfalls die Thora als Licht aufzeigt. Wenn man hierzu ein Gleichnis verwenden müsste, könnte man Folgendes nehmen: Wir sind alles Fische, die durch unsere Feinde am Meeresgrund gehalten werden, wo es kaum Nährstoffe & Licht gibt und der Weg durch aufgewirbelten Staub erschwert wird. Zudem nehmen Strömungen und Raubtiere mit ansteigender Höhe zu. Oberhalb der Wasseroberfläche wartet Elohim als Fischer auf den Ertrag des Meeres. Im Meer selbst schwimmen einzelne Leuchtfische, die Zeugnis davon ablegen, dass sie durch Gehorsam die Fähigkeit erlangt haben sich frei im Wasser zu bewegen! Unglaube, Angst und Bequemlichkeit lassen viele hierbei unten bleiben und es wäre einfach nur notwendig die Widrigkeiten des "Gegen des Stroms" Schwimmens in Kauf zu nehmen, damit man ebenfalls die Grenze überschreitet und ins Trockene kommt. Genauso verhält es sich mit der Situation Israels innerhalb der Wüstenwanderung und der Landeinnahme. Die Gebote dienen uns hier als Leuchter und Wegweiser auf den Weg zum Leben hin. Ein Bund ist etwas Intimes, wieso es auch wichtig ist diesen zu achten. In diesem Fall sind die Bedingungen des Lebens gleichzusetzen mit dem göttlichen Gesetz in seiner Pracht und Fülle, Selah! Um bei dem Gleichnis zu bleiben, wird diese Fülle dann dadurch ausgedrückt werden, dass wir uns frei im Wasser bewegen können und fortan auch selbst durch Innehaben des Gesetzes leuchten können!

 

-Wer Augen hat, der sehe-

 

Im darauffolgenden Kapitel werden Einem dann die Konsequenzen von Untreue und Ungehorsam aufgezeigt. Nicht etwa als "rachsüchtige" Drohung Elohims aufzufassen, sondern vielmehr als "Parameter des Lebens" mitdessen Befolgung nunmehr eine Einheit mit dem lebendigen Gott möglich ist!

5. Mose 9,1-3:
Höre, Israel! Du gehst heute über den Jordan, um hineinzuziehen, 〈das Land von〉 Nationen in Besitz zu nehmen, 〈die〉 größer und stärker 〈sind〉 als du, Städte, groß und bis an den Himmel befestigt, ein großes und hoch-gewachsenes Volk, die Söhne der Enakiter, die du kennst und von denen du gehört hast: Wer kann vor den Söhnen Enak bestehen? So erkenne denn heute, dass der HERR, dein Gott, es ist, der vor dir her hinübergeht als ein verzehrendes Feuer. Er selbst wird sie vernichten und er selbst wird sie vor dir demütigen. Und du wirst sie vertreiben und sie schnell umkommen lassen, so wie der HERR zu dir geredet hat.

 

Verzeiht! Aber diesen Punkt kann man in dieser eingeschüchterten Generation nicht oft genug betonen, da dies mitunter den elementaren Aspekt im Glauben bereithält, der Fels auf dem gebaut wird.... Die Kernaussage dieser Paraschah lautet dahingehend: Alles was Dir zusteht, wurde vorbereitet. Glaube und weiche nicht ab, damit es in Dir zugemessen bleibt! Die Essenz dieser Warnungen ist die Bewahrung des Erbes. Befindet man sich noch auf dem "Meeresgrund" / Wüste werden Einem diese Passage nicht weiterhelfen, da der Gegenstand sich außerhalb der eigenen Realität befindet. So lassen sich ebenfalls die Wort Yeshuas nur aufnehmen, wenn man durch Erfahrung und Sieg die Gegebenheiten des "jenseitigen Jordanlandes" kennengelernt hat! Jeder, der sich weigert dieses Erbe in Empfang zu nehmen wird in der Wüste (Diesseits) zu Grunde gehen und nicht das ewige Leben (Kanaan) erben! Diese sehr eindrücklich Warnung bildet den Tenor dieses Kapitels und wir sollten beflissen darauf achten, dass sich unsere Wege nicht verirren in der Wüste. Hierzu hat יהוה ein Wesen geschaffen, welches als DER LEUCHTER des Volkes in der Wüste dienen soll, leider bisher in dieser Generation unbeachtet, was auch das Massensterben Jakobs / Israels in den heutigen Tagen erklärt!

 

-Wer Augen hat, der sehe-

 

Dieses Wesen ist ebenfalls mit der Vollmacht ausgestattet dem Volk den Zugang zum Leben zu verschließen (2.Mose 23,21!). In diesem Abschnitt fungiert ER sogar als Drohwerkzeug יהוה , der dem Volk vor der erneuten Erzürnung wie am Horeb warnt! חרב meint frei übersetzt "Schwert", dem Urtext entsprechend aber: "Verschluß / Trennung von dem Haupt des Hauses" und geht somit einher mit dem Wortklang dieser warnenden Absätze. In diesem Zuge bekommen wir seitens Elohims bezeugt, dass einzig unsere Halsstarrigkeit uns vor dem Erfolg im Glauben trennt und wir deshalb darauf bedacht sein sollten, dass wir unser Haus als Tempel Elohims rein und untadelig halten! Damit wird noch einmal bezeugt, dass Yah den Bund unbedingt hält und wir Menschen teilweise unser Schicksal in den eigenen Händen halten...

 

5. Mose 10,1-2:
In jener Zeit sprach der HERR zu mir: Haue dir zwei steinerne Tafeln aus, wie die ersten, und steige zu mir auf den Berg herauf! Und mache dir eine Lade aus Holz! Und ich werde auf die Tafeln die Worte schreiben, die auf den ersten Tafeln waren, die du zerbrochen hast. Und du sollst sie in die Lade legen.

 

Anhand dieser Gegebenheit sehen wir nochmals auf vorzügliche Weise, dass יהוה sehr bedacht darauf ist, dass der Bund zwischen IHM und seinen Volk bestehen bleibt, auch wenn dies bedeutet, dass dieser gegebenfalls erneuert werden muss! Die Tatsache, dass diese erneuerte Bund ebenfalls in Behältnis aus "Akazienholz" (שׁטּים) gelegt wird, meint im Hebräischen, dass dieser Bund ebenfalls auf "Unschuld" und einer rechten Gesinnung geprägt sein muss. Damit der Bund nunmehr besonders bewahrt werden kann werden wir ebenfalls mit der Kraft Elohims ausgestattet sein, was durch den Stamm Levi versinnbildlicht wird! Diesen Teil unseres "israelitischen Ichs" haben wir stets "abgesondert" für יהוה zu halten, damit die heiligen Gerätschaften intakt und bewacht sind. Levi steht auch für die dienende Grundhaltung im Menschen, die Einem auch den Zugang zum Heiligthum dauerhaft gewährt! Diese Nähe und dauerhafte Präsenz des Schöpfers in unserem Leibe ist das was im Hebräischen durch das Wort für "Liebe" ausgedrückt wird und übrigens die Quintessenz der Lehre Christi! Daher schließt das Kapitel dann mit einem besonderen "Liebesbekenntnis" zwischen dem Volk und seinem Schöpfer. Liebe & Unschuld sind nämlich die beiden Grundpfeiler, damit eine glückliche Beziehung erfolgreich starten kann!

 

-Wer Ohren hat, der höre-

 

5. Mose 11,1:
So sollst du nun den HERRN, deinen Gott, lieben und sollst alle Tage seine Vorschriften halten und seine Ordnungen, seine Rechtsbestimmungen und seine Gebote.

 

Joh 14,15:
Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote.

 

Die Paraschah schließt mit dem, womit sie begonnen hat. Der Erinnerung an die Majestät von יהוה und die Wichtigkeit der Befolgung seiner Weisungen zur Erreichung der Glaubensziele! Es werden uns noch einmal die "Konsequenzen" von einem aufrichtigten und einem ungehorsamen Wandel aufgezeigt: Segen oder Fluch? Jedem Geschöpf wurde das Recht des Freien Willens eingeräumt, wieso wir uns immer bei Fehhläufen an die eigene Nase fassen müssen und gleichzeitig aufatmen können, denn wir wissen jetzt, dass unser Elohim Liebe ist uns alles dafür tut, damit der Bund am Leben bleibt, Selah! In unseren Tagen liegt das Land brach und kaum Jemand schafft es über den Jordan nach Kanaan. Viele Israeliten liegen erschlagen von den Feinden dar, weil sie mit den anvertrauten Worten nicht umgehen können. Der dazugehörige Haftarah- und Hadaschateil weisen jeweils auf den Maschiach und den "Gottesknecht" hin, welche dem Volk beidseitig in Fülle die Hand darreichen wollen!

Möchtest Du wirklich dieses Angebot ausschlagen und in der Wüste fallen?

 

Jesaja 49,7-18:
So spricht der HERR, der Erlöser Israels, sein Heiliger, zu dem ganz und gar Verachteten, zu dem Verabscheuten der Nation, zu dem Knecht der Herrscher: Könige werden es sehen und aufstehen, 〈auch〉 Oberste, und sie werden sich niederwerfen um des HERRN willen, der treu ist, 〈um〉 des Heiligen Israels 〈willen〉, der dich erwählt hat. So spricht der HERR: Zur Zeit des Wohlgefallens habe ich dich erhört, und am Tag der Rettung habe ich dir geholfen. Und ich werde dich behüten und dich zum Bund des Volkes machen, das Land aufzurichten, die verödeten Erbteile auszuteilen, den Gefangenen zu sagen: Geht hinaus!, 〈und〉 zu denen, die in Finsternis sind: Kommt ans Licht! Sie werden an den Wegen weiden, und auf allen kahlen Höhen wird ihre Weide sein. Sie werden nicht hungern und nicht dürsten, und weder Wüstenglut noch Sonne wird sie treffen. Denn ihr Erbarmer wird sie leiten und wird sie zu Wasserquellen führen. Alle meine Berge will ich zum Weg machen, und meine Straßen werden hoch dahinführen. Siehe, diese kommen von fern her, und siehe, die von Norden und von Westen und jene aus dem Land Sewenim. Juble, du Himmel, und jauchze, du Erde! Und ihr Berge, brecht in Jubel aus! Denn der HERR hat sein Volk getröstet, und über seine Elenden erbarmt er sich. Zion sagt: Verlassen hat mich der HERR, der Herr hat mich vergessen. Vergisst 〈etwa〉 eine Frau ihren Säugling, dass sie sich nicht erbarmt über den Sohn ihres Leibes? Sollten selbst diese vergessen, ich werde dich niemals vergessen. Siehe, in 〈meine〉 beiden Handflächen habe ich dich eingezeichnet. Deine Mauern sind beständig vor mir. Deine Erbauer eilen herbei, deine Zerstörer und deine Verwüster ziehen aus dir fort. Erhebe ringsum deine Augen und sieh: Sie alle versammeln sich, kommen zu dir! So wahr ich lebe, spricht der HERR, ja, du wirst sie alle wie ein Schmuck〈stück〉 anlegen und dich mit ihnen gürten wie eine Braut.

 

Jesaja 50,10-11:
Wer ist unter euch, der den HERRN fürchtet, der auf die Stimme seines Knechtes hört? Wer in Finsternis lebt und wem kein Lichtglanz 〈scheint〉, vertraue auf den Namen des HERRN und stütze sich auf seinen Gott! Siehe, ihr alle, die ihr ein Feuer anzündet, mit Brandpfeilen euch rüstet: Lauft hinein in die Glut eures Feuers und in die Brandpfeile, die ihr angesteckt habt! Von meiner Hand geschieht euch das. In Qualen sollt ihr daliegen.

 

שלום

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