Yitro / יתרו

"Yitro"

Torah:        2.Mose 18-20,23

 

Haftarah:    Jes 6-7,6

 

Hadaschah: Mt 19,16-26

 

 

Nachdem der Auszug vollzogen und Israel in der Wüste ein wenig gefestigt ward, war das Volk nun reif dafür in das Bündnis mit יהוה einzugehen und die Gesetze am Sinai nun zu empfangen. Es passt somit in den Erzählfaden, dass Moscheh nun seinen Schwiegervater Jitro ausgerechnet in Midian (מדין) getroffen hat, der letztendlich auch das Volk dadurch gesegnet hat. Aus der Verbindung zwischen seiner Tochter und Moscheh entstanden zwei Söhne, dazu lesen wir:

2 Mose 18,3:
...samt ihren beiden Söhnen; von denen hieß einer Gerschom, denn Mose sprach: Ich bin ein Gast geworden in fremdem Lande.

Die Bedeutungen der Namen der Söhne kommen ebenfalls nicht von ungefähr und werden schon im Bibeltext sinngemäß erläutert. Es ist noch anzumerken, dass Germanien (Deutschland) dabei die Rolle des Gerschom im Laufe der Geschichte eingenommen hat. Etwaige Parameter hierzu lassen sich heutzutage noch gut ablesen.  Im Folgenden ist es Yitros Bestreben sich zusammen mit Moscheh und Israel am Berg Gottes zu lagern. Die Folgeverse zeigen uns auf, dass
יהוה damit auch Fremdlingen und Leuten denen das "Gesetz ins Herz" geschrieben ist Zugang zu seinen Bündnissen und Einweihung in seinen Willen gewährt!

-Wer Augen hat, der sehe-

Yitro war nicht nur Beisasse des Volkes, sondern Insasse. Es ist wichtig zu verstehen, worin die Heilung Elohims besteht und was sein Wille insbesondere gegenüber Witwen und Waisen ist. In seiner unermesslichen Liebe ist
יהוה damit auch Fremdlingen und Leuten denen das "Gesetz ins Herz" geschrieben ist Zugang zu seinen Bündnissen und Einweihung in seinen Willen gewährt!  Er ist auf die Errettung des Menschen erpicht und lässt grundsätzlich Raum an der Teilhabe seiner Heiligkeit. Es wäre keine Überraschung, wenn Yitro dies gespürt hat und in lauter Dankbarkeit verfallend יהוה angemessen mit Opfer und folgendem Ausspruch begegnet ist:

2. Mose 18,10-11:

Und Jitro sprach: Gelobt sei der HERR, der euch errettet hat aus der Ägypter und des Pharao Hand, ja, er hat das Volk aus der Hand Ägyptens errettet. Nun weiß ich, dass der HERR größer ist als alle Götter, weil ihr eigener Hochmut auf sie zurückgefallen ist.

Das Wort für wissen ist Daat (ידע) und meint erkennen wie oben schon beschrieben. Hochmut ( זוּד) bedeutet "Dem Schwert wird Tür und Tor geöffnet" und meint in dem Kontext sicher den Umstand, wenn man die Allmacht יהוה  nicht in seinem Leben akzeptieren will! Was daraus resultiert sieht man am Pharao und am Hause Mizrajim, welches uns als Unterweisung und Warnung dienen soll.

2. Mose 18,18-22:

Du machst dich zu müde, dazu auch das Volk, das mit dir ist. Das Geschäft ist dir zu schwer; du kannst es allein nicht ausrichten. Aber gehorche meiner Stimme; ich will dir raten, und Gott wird mit dir sein. Vertritt du das Volk vor Gott und bringe ihre Anliegen vor Gott und schärfe ihnen die Satzungen und Weisungen ein, dass du sie lehrst den Weg, auf dem sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen. Sieh dich aber unter dem ganzen Volk um nach redlichen Leuten, die Gott fürchten, wahrhaftig sind und dem ungerechten Gewinn feind. Die setze über sie als Oberste über Tausend, über Hundert, über Fünfzig und über Zehn, dass sie das Volk allezeit richten. Nur wenn es eine größere Sache ist, sollen sie diese vor dich bringen, alle geringeren Sachen aber sollen sie selber richten. So mach dir's leichter und lass sie mit dir tragen.

Lk 16.8-9:
Und der HERR lobte den ungerechten Haushalter, daß er klüglich gehandelt hatte; denn die Kinder dieser Welt sind klüger als die Kinder des Lichtes in ihrem Geschlecht. Und ich sage euch auch: Machet euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, auf daß, wenn ihr nun darbet, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.


Im Kern ist dem nichts hinzuzufügen, aber sollen hierbei auch bestimmte Konstellationen im Reiche Gottes aufleuchten und ein paar Knoten entwoben werden. Wir sehen anhand dieser Erzählung, dass Yitro als Fremdling dem Mann Gottes Moscheh einen einvernehmlichen Vorschlag gemacht hatte, der ihn nicht nur entlastete, sondern auch dazu führt, dass der Wille יהוה sich kontinuerlich und beständig im Volk gewahrt wird. Man kennt es sicherlich aus eigener Beschauung, dass manchmal gerade die simplen Vorschläge von außen die Lösung beinhalten. Außerdem leuchtet die Tatsache ein, dass man meist wohl "irdische Probleme" auch am besten mit "irdischen Mitteln" bekämpfen kann. Auch dies möchte uns der Meister durch das Gleichnis aufzeigen. Das Ergebnis ist wasserdicht und mehrfach erprobt. Die Weisheit (Hokmah) beinhaltet auch buchstäblichen das "Know-How" der Gesetzanwendungen hier auf Erden!

-Wer Ohren hat, der verstehe-

Nachdem nun die Gesetzesverkündigung am Sinai diese biblische Einleitung gefunden hat, zog Israel der Begegnung sehnsüchtig entgegen. Refidim steht für den Fokus auf das Himmlische und bildet in der Erzählung ein Fundament für die Begegenung mit יהוה am Gottesberg.

2. Mose 19,5-6:
Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.


Die beiden Verse beinhalten eigentlich genügend Stoff für eine akut notwendige Predigt und sollen, ungeachtet dessen, uns eindrücklich einschärfen, dass durch uns schlussendlich auch die Völker aktiv gesegnet werden sollen. Dies beginnt schon bei einem selbst, in der Familie, Arbeit, Gesellschaft usw. Viele von uns reden sich ein im gestzmäßigen Glauben zu stehen und vergessen dabei, dass wir ebenfalls ZEUGNIS geben müssen. Dies bildet gemäß Offenbarung die Grundvorraussetzung für das Ewige. Auch hier ist ein kein Zufall, dass ins-besonders Vers 6 im "letzten Buch" zitiert wird!

2.Mose 19,9:
Und der HERR sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer dichten Wolke, auf dass dies Volk es höre, wenn ich mit dir rede, und dir für immer glaube. Und Mose verkündete dem HERRN die Worte des Volks.

Die dichte Wolke (
עב-ענן) meint, dass יהוה seinem Volk nur partiell erscheint und zu dem Zwecke, dass sie ihn kenntlich gemacht als Entität warnehmen können. Dieser Vers ist fantastisch und zeigt noch einmal die Größe Elohims auf und dass er darauf bedacht ist, sich seinen Geschöpfen hinsichtlich seines Willens und Gestalt auch erkennbar zu geben. Zudem sehen wir, dass das Gesetz nur einen Bruchteil seines Wesen abbildet und es dennoch ausreichend ist, damit wir zu seinem gesamten Wesen hingezogen werden!

-Wer Augen hat, der sehe-


2.Mose 19,12:
Und zieh eine Grenze um das Volk und sprich zu ihnen: Hütet euch, auf den Berg zu steigen oder seinen Fuß anzurühren; denn wer den Berg anrührt, der soll des Todes sterben.

Das Wort für Grenze (
גּבל) G-B-L meint "Reichtum im Haus der Herrschaft" und beschreibt eine machtvolle Grenzmarkierung, die gleichzeitig die Eigenschaft hat das Unreine fern zu halten und als eindrucksvoller Meilenstein installiert wird, um an entsprechender Stelle auch in der Empfindung mit starker Kraft konfrontiert wird. Jeder, der einmal die Prsäenz יהוה gespürt hat, kann diese Stelle lebendig in sich nachvollziehen! Dies gilt auch ebenfalls für den Jordan usw. An dieser Stelle sei noch das "Frauenverbot" hervorgehoben, weil diese Tatsache ebenfalls in der Offenbarung Erwähnung findet im Zusammenhang mit der letztendlichen Offenbarung und Konfrontation mit dem Göttlichen! Ein jeder verstehe nun den Sinn dieser geschriebenen Worte die uns die Thora als Richtlinie aufzeigt. Die Szenerie, die sich uns im Folgenden auftut ist unbeschreiblich und soll deshalb nicht en Detail betrachtet werden. "Blitze und Donner" spiegeln dabei im Urtext und auch in der Erfahrung die spürbare Ausweitung der Göttlichen Herrschaft wider.

2. Mose 19,21-22:

Da sprach der HERR zu ihm: Steig hinab und verwarne das Volk, dass sie nicht durchbrechen zum HERRN, ihn zu sehen, und viele von ihnen fallen. Auch die Priester, die sonst zum HERRN nahen dürfen, sollen sich heiligen, dass der HERR nicht zwischen sie dreinfahre.

Hierbei bietet sich ein Verweis auf die praktische Umsetzung an. Wir lernen zum Einen, dass lediglich Moscheh als Sinnbild für das Gesetz mit der Heiligkeit יהוה in Berührung treten kann und wir als "einfache Menschen" daran eher kläglich scheitern und zerbrechen würden. Dennoch dienen diese Verse als Wegweise für uns wie wir wieder in die unmittelbare Präsenz יהוה kommen können, indem wir das Gesetz halten und uns heiligen! Nachdem wir dies auch noch heute in unserem Leben verinnerlicht haben, sind wir bereit auf dem Berg Sinai die 10 Worte Elohims zu empfangen. Dazu müssen wir unseren Fokus nur auf das Himmlische legen / in "Refidim lagern" und lediglich die Ankunft Gottes sehnsüchtig erwarten mit einer gleichbleidenen Präsenz von Gesetzmäßigkeit und Heiligkeit im eigenen Ich. Darauf wird auch folgen, dass das Gesetz und erstmal die 10 Worte יהוה in uns lebendig werden und dadurch sich auch die Prophezeiung durch Jeremia sich an uns erfüllen! Was wir nun lesen bestätigt dies. Wir sollen nicht nur, sondern werden auch den Willen Gottes erfüllen und daran erkennen, ob wir zu den zählen werden, die aus Ägypten gezogen sind, oder auch doch nicht? Siehe:

10 Worte (Gebote) in Tiefe übersetzt:

I. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben -
לֹ֣א יִֽהְיֶ֣ה־לְךָ֩ אֱלֹהִ֨ים אֲחֵרִ֜ים עַל־פָּנַ֗י
"Niemand Anderes zum Gott werden lassen, damit das Angesicht vor dem Schöpfer verschlossen sein wird"
-> Es gibt nur EINEN Gott. Wenn man ihm nicht völlig ergeben ist, bedeutet es gleichzeitig ihn nicht angemessen als Haupt zu haben. Die Folge ist die fehlende Präsenz
יהוה im eigenen Leben!

II. Du sollst Dir kein Bildnis machen..... - ...
לֹ֣א תַֽעֲשֶׂה־לְּךָ֣ פֶ֣סֶל
"Mache Dir nicht zur Quelle deines Seins eine (selbst)gewählte Herrschaft"
-> Dieses Gebot geht Hand in Hand mit dem Ersten. Wichtig hierbei ist die Tatsache, dass uns erklärt wird, wie wir Götzen produzieren. Und zwar immer, wenn wir die Wahrheit Elohims nicht ihm entsprechenden annehmen, sondern uns unser eigenes Gebilde konstruieren!

III. Du sollst den Namen
יהוה nicht missbrauchen.... - ...לֹ֥א תִשָּׂ֛א אֶת־שֵֽׁם־יְהֹוָ֥ה
"Du sollst Dir das himmlische Wasser des Schöpfers nicht selbst konstruieren"
-> Hier zielt das in erster Linie auf den tatsächlichen Missbrauch des göttlichen Namens ab. Praktisch in Form von Magie und Zauberei und Theoretisch durch jede Form der eigenen Phantasie über den Himmel und
יהוה.

IV. Du sollst sechs Tage arbeiten und am siebten Tag ruhen...-...
וְי֨וֹם הַשְּׁבִיעִ֜י שַׁבָּ֣ת ,שֵׁ֣שֶׁת יָמִ֣ים תַּֽעֲבֹד֘
"Sechst Tage sollst Du dem Himmlischen dienen, doch am Tag an dem das Himmlische Haus sichtbar wird sollst Du darin bestehen"
-> Die Bedinungen für die endgültige Ruhe und dem dauerhaften Verbleib im Hause Gottes werden hier benannt. Wir müssen unsere irdische Zeit auskosten und auch für das Himmlische zur Verfügung stehen und ihm dienen, damit wir dann auch entsprechend am Schabbat "belohnt" werden!

V. Du sollst Vater und Mutter ehren... -...
כַּבֵּ֥ד אֶת־אָבִ֖יךָ וְאֶת־אִמֶּ֑ךָ
"Öffne die Tür Deine Hauses dem Schöpfer alle Häuser und dem schöpferischen Wasser"
-> Dies ist das erste Gebot mit einer Verheißung. Geistlich ist dies auf Gott direkt und die Erde als unsere Mutter in der wir aktuell leben bezogen. Daraus folgt, dass wir unser Leben sowohl für das Irdische als auch für das Himmlische angemessen führen, damit wir auch Bestand im "Land" haben!

VI. Du sollst nicht töten -
לֹ֖א תִּרְצָֽח
"Du sollst nicht zur Hauptsache haben das Abtöten der Erlösung"
-> Dieses Gebot warnt uns nicht nur davor unsere Erlösung leichtfertig aufs Spiel zu setzen, sondern sie zeigt uns auf, dass dies gleichbedeutend mit unserem Tot wäre. Gleichzeitig beinhaltet sie den Vermerk darauf, keine verschließende Haltung inne zu haben!

VII. Du sollst nicht ehebrechen -
לֹ֖א תִּנְאָֽף
"Richte dein Angesicht nicht darauf Dich selbst als Gott aufzuführen"
-> Analog hierzu kommt die theologische Wahrheit an Licht, dass immer wenn man seinen Eigenwillen tut, sich damit zu Gott erhebt, indem man damit automatisch seinen Willen nicht tut und damit verdrängt. Ja meine Freunde. Dies meint
יהוה mit Ehebruch!

VIII. Du sollst nicht stehlen -
לֹ֖א תִּגְנֹֽב
"Mache Dein eigenes Haus nicht reich"
-> Ein Blick auf die Worte des Meisters bei der Bergpredigt schlüsselt das Ganze ebenfalls auf. Ganoventum ist nicht gut und nicht im Sinne des Ewigen!

IX. Du sollst kein falsches Zeugnis geben -
לֹֽא־תַֽעֲנֶ֥ה בְרֵֽעֲךָ֖ עֵ֥ד שָֽׁקֶר
"Erniedrige Dich nicht im Bösen zu einer aufgeblasenen Quelle und Tür "
-> Damit ist gemeint, dass wir nicht nur um der Außendarstellung willen unser Leben gestalten sollen, sondern dies in Wahrhaftigkeit tun sollen. Auch hier ein Verweis auf die Worte Yeshuas!

X. Du sollst nicht begeheren....-....
לֹ֥א תַחְמֹ֖ד
"Du sollst Dich nicht vor der Tür des Wassers verschließen"
-> Sinngemäß ist damit gemeint, dass uns Begierde jeder Art vor der wahren Gesetzmäßigkeit trennt. Denn Begehren führt zur Sünde und verzehrt!

Wir hoffen, dass diese Paraschah Dir zum Segen gereichte!


שלום
 

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