Wayaqhel / ויקהל

"Und er wird  zusammenfügen"

Torah:        2.Mose 35-38,20

 

Haftarah:    1. Kön. 7,40-51

 

Hadaschah: Mt 12,1-13

 

 

Nachdem Moscheh nun auf dem Sinai / Horeb die Gesetzestafeln an sich genommen hatte und dem Volk gab, kann das Heiligthum (Mischkan) nun im eigentlichen Sinne fertiggestellt werden durch Erhalt der beiden Bundestafeln. Sowohl das Sabbatgebot als auch die Einsetzung von "Kunsthandwerkern", die den Bau des Heiligthums im Endeffekt verzierten und komplementierten. Dieser (zeitliche) Umstand ist von Bedeutung, da das Volk nun durch die Kenntnis des Gesetzes und der Rechtsbestimmungen vollends unterwiesen wurde und somit garantieren kann, dass man יהוה im Alleheiligsten per Bundeslade dann be-gegnen kann. Diese Thoraportion trägt ihren Sinn schon im Namen: Die Wurzel קהל meint "Das Potential zur vollen Herrschaftsentfaltung" und zeigt uns im Urtext auf, wie wir die dauerhafte Präsenz Elohims in Fülle in unserem eigenen Tempel gewährleisten können. Diese Formvollendung des Tempels finden wir auch in der entsprechenden Haftarah-Teil, wo König Salomo mit Hilfe des Hiram den ersten bebauten Tempel in Jerusalem gebaut hatte:

1. Kön. 7,51:
So wurde das ganze Werk vollendet, das der König Salomo gemacht hatte am Hause des HERRN. Und Salomo brachte hinein, was sein Vater David geheiligt hatte an Silber und Gold und Geräten, und legte es in den Schatz des Hauses des HERRN.


Im dazugehörigen Hadaschah-Teil lehrt uns Yeshua, dass sogar König David am Schabbat die Schaubrote im Tempel aß, da er hunger litt und dass es erlaubt sei am Schabbat zu heilen und etwas Gutes zu tun. In der Paraschah geht es ebenfalls als Erstes um den Schabbat, weshalb Moscheh auch das Volk versammlelt, um sie abschließend auf das Wichtigste einzuschärfen.

2.Mose 35,3:
Ihr sollt kein Feuer anzünden am Sabbattag in allen euren Wohnungen.


Dieses Gebot hat es in sich und bestätigt noch einmal, dass Alles auf den Schabbat ausgerichtet sein soll, sowohl eine taugliche Lebensführung fürs Millenium als auch die allwöchentliche Begegnung mit יהוה am Schabbat. Im Hebräischen meint der Vers mit Feuer (אשׁ) anzünden (בּער), dass wir nicht tierisch oder uns in Aufregung / Wallung bringen sollen am Schabbat, damit wir stets heilige und göttliche Gemeinschaft mit יהוה halten können. Wohnungen (משׁב) meint "Das Haus des Himmlischen Wassers " , was tatsächlich voraus-setzt, dass wir in diesem Zustand verweilen müssen, damit wir über-haupt das Gebot erfüllen können! Nachdem der Plan zum Bau der Mischkan nun in die Tat umgesetzt werden bracht das ganze Volk Israel freiwillige Gaben, damit das Heilgthum nach dem Plan יהוה aufgebaut werden konnte, nachdem nach und nach alles zusammengefügt wurde. Dieser Abschnitt dient uns als wundervolles Sinnbild dafür, dass das Heilgthum im gesamten in der Welt nur dann errichtet werden kann, wenn das Volk versammelt ist und gemeinschaftlich am Bau des Tempels mitwirkt beziehungsweise seine Abgaben errichtet!

-Wer Augen hat, der sehe-

Im Folgenden lesen wir erneut über die Einsetzung von Bezalel und Ohliab als Kunsthandwerker (מחשׁבת) für die Mischkan. Diese beiden verschönerten die Stiftshütte und machten sie somit "attraktiver" nach menschlichem Augenmaß, jedoch dennoch nach dem Plan, dem Verständnis und der Weisheit יהוה führten sie ihre Arbeiten aus. An dieser Stelle sollte es Einem bewusst sein, dass jegliche Ableitungen dahingehend für die "Vorhersehung einiger Männer" zwar richtig sein kann, aber der Gedanke für die Prädestination weniger Einzelner verworfen werden kann. Damit ist gemeint, dass ein "Jeder", der mit entsprechendem Geist getauft wurde, am Bau des Tempels "mithelfen" kann. Hierbei ist es wichtig zu verstehen, dass bestimmte Etappen intuitiv durch den Geist schon richtig angepackt und konstruiert werden. Einen Bauplan in der Thora finden wir zwar, aber ein technisches Gebilde in Eigenkonstruktion wird nicht bestehen, weshalb wir auch hier beim Bau des Heilgthums auf die weise Führung durch den Geist יהוה angewiesen sind! Jeder sollte nun die Gelegenheit am Schopf packen und die jeweilig gegeben Talente sinnvoll einsetzen, damit das Heiligthum bald wieder auf Erden errichtet werden kann. An dieser Stelle wird uns noch einmal die Reihenfolge der einzelnen Geräte aufgezeichnet und die Bedeutung von Akzienholz (שׁטּים) und Gold (זהב). Beide Charakteristika deuten darauf hin, dass wir uns sowohl täglich / grundlegend für das Himmlische und das Schwert, versinndbildlicht durch das "Kreuz-Tragen" auf uns nehmen müssen, damit das Gesetz in den zwei Tafeln überhaupt wirksam in unserem individuellen Tempel wird. Für das Volk Israel würde dies zusammen-gefügt bedeuten, dass wir lernen müssen im Kollektiv zu leuchten! Zum Einen dadurch, dass wir durch individuellen Glauben dann im Kollektiv auch heilig sein können und zum Anderen dadurch, dass wir ein Vorbid geben können durch einwandfreies gemeinschaftliches Leben untereinander. In unserer heutigen Zeit würde dies die Kreuzigung unserer (aufgeblähten) Egos als Bedingung haben, damit wir überhaupt "rein wie Gold" schimmern können!

2. Mose 37,17:
Und er machte den Leuchter aus feinem, getriebenem Golde. Daran waren der Fuß und der Schaft, Kelche und Knäufe und Blumen.


Hier haben wir abermals ein hervorragendes Sinnbild auf Yeshua. Wenn wir nun gemäß Offenbarung ein Teil seiner selbst und seiner Gemeinde sein wollen, müssen wir zuerst lernen unser EGO zu kreuzigen, damit wir das Gold sein können, was am Leuchter Yeshua anhangt. Durch viele Bedrängnisse werden wir geprüft und durch das Feuer geläutert, so wie für jegliches Etalmetall vorherbestimmt, was Platz im Heilgthum findet. Ebenso haben auch unsere Gebete und unsere wohltuende Salbung (Ruach Ha Qodesch) Platz im Inneren der Mischkan. Sie dienen uns dazu das Gute und Positive dem Schöpfer יהוה entgegen zu halten, um somit auch ihm wohlttuende "Opfer" (wörtl. Annäherungsversuche) anbieten zu können.

2. Mose 37,29:
Und er machte das heilige Salböl und das Räucherwerk aus reiner Spezerei nach der Kunst des Salbenbereiters.


Das heilige Salböl (משׁחה) beinhaltet schon den gesalbten Maschiach, in dem wir uns ob der heiligen Salbung Willen freuen dürfen. Der Inhalt, der unser Räuchwerk vervollständigt ist dabei von reinen Inhaltstoffen (קטרת), welche wörtlich dazu dienen sollen, dass "Leckerbissen des Gesetzes" uns im Süßen begegnen. Was die Thora zuweilen kryptisch beinhaltet soll uns an dieser Stelle vor Augen führen, wie der Tempelbau funktioniert. Dem geht die Tatsache voran, dass wir eigentlich, vorausgesetzt wir sind tatsächlich mit Beute aus Ägypten ausgezogen, sämtliche Baustoffe für den Tempel schon vor uns haben. Wir müssen lediglich für uns selbst als auch im Kollektiv das Vorhandene in Weisheit und Einsicht zusamenfügen, damit יהוה auf Erden eine Behausung gebaut werden kann, wodurch letztendlich die ganze Erdbevölkerung gesegnet sein wird. Hierbei reden wir nicht zwingend von einem physisch / bildlichen Heiligthum, sondern die befreiende Wohnungsnahme יהוה in uns selbst!

-Wer ein Herz hat, der verstehe-

Dieser Exkurs beziehungsweise die Wiederholung der Anleitung zum Bau der Mischkan schärft uns noch einmal das Verständnis von der Bauweise des Tempels als auch das Verstädnnis des Wesens Elohims ein! Diese Paraschah gewährt uns einen tiefen Einblick in die Funktionsweise eines vollkommenden Gottesvolks und lehrt uns eindriglich, unseren eingeschlagenen Pfad mit Aufrichtigkeit und Pflichbewusstsein in dienender Haltung zu beschreiten, damit der Wille יהוה sich an uns erfüllen kann. Die Paraschah schließt mit dem Übergang von dem heiligen in den profanen Bereich. Von der Sitftshütte selbst über den Opfealtar hin zum Vorhof. An dieser Stelle will die Heilige Schrift uns damit sagen, dass wir von der Heilgkeit und der Präsenz יהוה ausgeschlossen sind, wenn wir uns nicht zuvor geopfert haben! Bronze steht für das Gericht und unterscheidet sich grundsätzlich zu Gold, welches das Innere des Heilgthums ziert. Die Tatsache, dass der Opferaltar das letzte und einzige im Äußeren ist, was aus Akazienholz gemacht wird, zeigt uns auf, dass wir stets unseren Wandel und Blickfeld gegenüber dem Himmel ausgerichtet haben müssen, damit wir uns in naher Gemeinschaft mit Elohim wägen können. Diese Tatsache, wurde selbst später noch einmal von den Jüngern aufgegriffen:

Hebr. 9,1-11:
 Nun hatte ja der erste Bund seine Satzungen für den Gottesdienst und sein irdisches Heiligtum. Denn es war da aufgerichtet das erste Zelt, worin der Leuchter war und der Tisch mit den Schaubroten, und es heißt das Heilige; hinter dem zweiten Vorhang aber war das Zelt, welches das Allerheiligste heißt. Darin waren das goldene Räuchergefäß und die Bundeslade, ganz mit Gold überzogen; in ihr waren der goldene Krug mit dem Manna und der Stab Aarons, der gegrünt hatte, und die Tafeln des Bundes. Oben darüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die überschatteten den Gnadenort. Von diesen Dingen ist jetzt nicht im Einzelnen zu reden. Da dies alles so eingerichtet ist, gehen die Priester allezeit in das erste Zelt und richten den Gottesdienst aus. In das zweite aber geht nur einmal im Jahr allein der Hohepriester, und das nicht ohne Blut, das er opfert für die unwissentlich begangenen Sünden, die eigenen und die des Volkes. Damit macht der Heilige Geist deutlich, dass der Weg ins Heilige noch nicht offenbart sei, solange das erste Zelt Bestand habe. Das ist ein Gleichnis für die gegenwärtige Zeit: Es werden da Gaben und Opfer dar-gebracht, die nicht im Gewissen vollkommen machen können den, der Gott dient  allein mit Speise und Trank und verschiedenen Waschungen. Dies sind irdische Satzungen, die bis zu der Zeit der Besserung auferlegt sind. Christus aber ist gekommen als Hoherpriester der Güter bei Gott durch das größere und vollkommenere Zelt, das nicht mit Händen gemacht ist, das ist: das nicht von dieser Schöpfung ist.


Wir hoffen, dass dieser Abschnitt eine Anregung dafür bilden konnte, dass Du begreifst, wie wichtig es ist in Lauterkeit und Heiligkeit zu wandeln, damit Du nicht nur individuell die Herrlichkeit יהוה schauen kannst im Sohn Yeshua, sondern dass dadurch auch der Rest des Volkes dann letztendlich in die Schabbatruhe eingehen kann. Die Zielsetzung der Heiligen Schrift ist auf die Ewigkeit in der Nähe Elohims ausgerichtet und deutet auf die Hohheit seiner selbst hin. Wenn wir nun schon als Ausblick darauf auf Erden im Heiligthum mit יהוה wandeln wollen, so müssen wir lernen das Irdirsche und uns selbst zu kreuzigen, ja augenscheinlich auf den "Scheiterhaufen" zu werden, damit wir in Zügen das erfahren können, was uns dann in Fülle in der Ewigkeit erwartet:

1. Kor. 13,12:
Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

Es ist Zeit, diegeistgegebene Weisheit in ein Gebilde zu bringen.....


שלום

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