Vayischlach / וישלח

"Und er sendete"

Torah:       1. Mose 32,3-36,43

Haftarah:    Hos 11,7-12,12 / Obd 1,1-21

Hadaschah: Mt 2,13-23

 

 

In dieser Paraschah wird die Macht des Wortes יהוה in unserem Leben noch einmal sehr deutlich gemacht. Der Abschnitt beginnt mit der Begegnung Jakob mit Esau und beinhaltet viele essentielle Botschaften für unseren Glaubensweg.

1. Mose 32,8:
Da fürchtete sich Jakob sehr und ihm wurde bange. Und er teilte das Volk, das bei ihm war, und die Schafe und die Rinder und die Kamele in zwei Lager
.

Mt 10,28:

Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, und die Seele nicht können töten; fürchtet euch aber vielmehr vor dem, der Leib und Seele verderben kann in der Hölle.

Dieser Vers ist bezeichnet für uns Menschen. Nämlich immer wenn uns Drangsal droht und wir uns fürchten im Fleische, so neigen wir zu Handlungen, die den Prinzipien יהוה widerstreben. Jakob noch von seiner falschen „Listigkeit“ befangen schmiedete einen Plan und teilte sein Habe in zwei Lagern. Nun lässt der Text offen, ob er dabei in Sinn hatte das Geistliche zu schützen und das Leibliche hinzugeben zur Not oder andersherum. Da er sich aber aufgrund einer weltlichen Sache „fürchtete“ kann man sich des Gegenteiligen bewusst werden. In diesem Zuge macht Jakob das Richtige und nutzt die Gelegenheit, um sich wieder an יהוה im Gebet zu wenden. Im Endeffekt entschied er sich dazu den Esau mit Geschenken zu beschwichtigen, um sein Schicksal ebenfalls damit tatkräftig einem Menschen zu überlassen.

Jer 17,5:
So spricht der HERR: Verflucht ist der Mann, der sich auf Menschen verläßt und hält Fleisch für seinen Arm, und mit seinem Herzen vom HERRN weicht.

 

Das wundervolle an dieser ganzen Liebensgeschichte ist, dass יהוה dennoch seine Bündniszusagen am Haus Israel einhalten wird, weshalb es umso gewichtiger ist, seinen Fokus auf den allmächtigen Schöpfer zu legen! Dieser vollkommene Kampf zwischen Geist und Fleisch, was auch an dieser Erzählung deutlich wird, dient dazu unseren Schöpfer mehr lieben zu lernen, indem wir ins seinen Geboten und den Fußstapfen Yeshuas treten, seinem גַּעַל. Wir müssen dazu noch begreifen, dass die Bündniszusagen nahezu ausschließlich „Israel“ gelten und wir aus dem folgenden Abschnitt lernen dürfen, wie wir zum „Namensträger“ dessen werden!

Nachdem sich Jakob auf dem Weg über den „Fluss“ Jabbok (יבק) begab, erschien ihm erneut ein Himmelswesen. Jabbok ins Deutsche zu übersetzen ist unmöglich, aber beschreibt eine erfahrbare mächtige Grenze zwischen dem Diesseits und dem Jenseits. In diesen Gefilden begegnete Jakob nun auch einem „Mann Gottes“ mit dem er bis zum Morgengrauen und damit bis zur Ankunft des „spürbar sichtbaren“ Messias (Offb 22,16) gerungen hatte. Dieser Prozess zum Israeliten beschreibt sich in seinen letzten Zügen folgendermaßen:

- Überqueren des Jabbok
- An der „Hüfte“ (
ירך) geschlagen werden was für die eigene Schwäche steht und eigentlich bedeutet
- Mit dem Mann Gottes „ringen“ (
אבק) , was so viel wie „behaupten“ meint

Jakob musste also um mit diesem Namen benannt zu werden erst einmal das Diesseitige durch Überqueren des Jabbok verlassen. Erst dort begann er sich gegen den Mann Gottes zu behaupten bis er selbst die sichtbare Reife zum Messias erlangt hatte, oder ihn lediglich wie in Mt2 die Weisen aus dem Morgenland "erkannt" hatte. Dann wurde er an seiner Schwachstelle getroffen und er wurde wieder „zurückgeworfen“ in das materielle Weltliche. Mit einem Titel und einer unvergessenen Erfahrung reicher, konnte er sich nun „Israel“ nennen und hatte die Prüfung somit bestanden und sich „zukünftig“ damit den Eintritt in die entsprechenden Bündnisse verschafft. „Bis zur Morgenröte“ meint, dass er dabei gemäß dem Christus zum Ende der Offenbarung quasi gewandelt ist und somit nachweisbar das Potential zur Entfaltung gebracht hat, welches in dazu befähigen wird die Verheißungen in Empfang zu nehmen!

1. Mose 32,31:

Und Jakob nannte die Stätte Pnuël: Denn ich habe Gott von Angesicht gesehen, und doch wurde mein Leben gerettet.

Joh 16,33:

Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

 

Schon  diese Erzählung in der Thora und die beiden Hebräischen Wurzeln zu "Jabbok" und "Ringen" zeigen dabei auf was der Meister Jahrtausende später noch einmal bestätigt hatte. Mit unserem "regulären" Glauben als Israeliten gewährleisten wir, dass wir das Angesicht יהוה schauen und auf den Pfaden Yeshuas wandeln und bestätigen somit die Kraft des Gesetzes!

Im Folgekapitel lesen wir wie Jakob dem Esau begegnet und beide sich schließlich freundlich begegnen. Erwähnenswert ist dabei, dass Jakob dem Esau seibenmal niederfiel und somit eine Prophezeiung schon getan wurde. Denn 7.000 Jahre werden wir im Fleische hier verbringen bis wir das Angesicht
יהוה in Ewigkeit schauen werden. Dies verinnerlichend bestand Jakob darauf nicht mit nach "Se-ir" zu ziehen, sondern erneut sein Zelt aufzuschlagen. Bei Hamor im Lande Sichem kam es dann zu einer "Untat", die dann Jakobs Sühnung erfuhr. Seine Tochter Dina fiel Gewaltätern zum Opfer, da Sichem (שׁכם) sich zwangsläufig mit dem Hause Jakobs verschwägern wollte. Levi und Simeon hingegen brachen dieses Bündnis ebenfalls mit Gewalt auf und brachten somit Schande über das Haus Israel. Hierbei stecken immense Parallelen und Warnungen zu unserem Glaubensweg! Die Wurzel für "Sichem" bedeutet "Der Himmel reicht das Wasser dar" und ist somit eine essentielle Grundlage, um Bestehen zu können. Simeon und Levi stehen wie keine anderen Stämme für das Gesetz oder den Gehorsam. Manchmal verhält es sich bei uns so wie in der Geschichte. Die Hand Gottes möchte und darreichen, doch wir nutzen sogar Gewalt in unserem Unverständnis und töten damit diese Möglichkeit für uns ab! Blinder Gehorsam und Gesetzestreue führt ins Verderben und das soll uns diese Begebenheit noch einmal vor Augen führen. Hintergrund der Wohnungsnahme bei Sichem war hierbei der vorangegangen Kampf und die Entscheidung den gesamten Weg nicht mit dem fleischlichen "Zwillingsbruder" zu gehen!

- Wer Augen hat, der sehe-


Weiterhin flieht Jakob erneut und sucht dabei wiederum die Nähe יהוה im Gebet und im Hause-Gottes = "Beth-El". Er schwört sich und sein Haus auf die bevorstehende Begegnung mit Elohim ein und befiehlt die Reinigung seiner gesamten Gefolgschaft. Daraufhin erscheint ihm יהוה und er baut wieder einen Altar. Interessant ist, dass יהוה auch hier dem Jakob eine Ruhestätte verschaffen wollte, doch die "menschliche" Handlungsweise verhinderte oft, dass Jakob dieses Geschenk annehmen konnte. Wir sind es, die uns selber häufig im Wege stehen und deshalb in Unrast verfallen!

Jes 65,2:

Ich recke meine Hand aus den ganzen Tag zu einem ungehorsamen Volk, das seinen Gedanken nachwandelt auf einem Wege, der nicht gut ist

 

An dieser Stelle möchte ich eine Anekdote einschieben: Die allererste Erzählung aus der Bibel, die ich zu Ohren bekam war der Folgeabschnitt. Mein Vater lies mir die Geschichte von Benjamin vor, die ich zwar wissbegierig aufnahm, doch bis vor Kurzem nicht wirklich verstanden hatte bis mein himmlischer Vater mir diese Stelle zu lesen gab und erläuterte.....
Man könnte nun ganze Bücher füllen über Benjamin aber es soll sich hier auf das Nötigste beschränkt werden. Benjamin bedeutet "Sohn der Rechten" und ist der einzige Sohn Jakobs der ihm als Israel geboren wurde! Israel kann auch so etwas wie "Rechtschaffen in Gott" bedeuten und diese Parallelen nehmen wieder Bezug zu uns selbst. Hatte Jakob vor der "Taufe" noch listige gar "bequeme" Handlungen an den Tag gelegt, waren es nach der Umbenennung ausschließlich dem Herrn wohlgefällige Handlungen! Nachdem Jakob nun mit dem Ernst des "Glaubenslebens" konfrontiert wurde verstarb sein Vater Itzchaq (Die Freude)......

Schlußendlich würde die Betrachtung der Genealogie Esaus den Rahmen sprengen. Wichtig beim Studium wäre zu wissen, dass auch dies direkten Bezug zu unserem Wandel hat!

-Ich danke יהוה, dem Schöpfer allen Seins, für diese Paraschah,Sela!-

שלום

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