Vayera / וירא

"Und er erschien"

Torah:        1.Mose 18,1-22,24

 

Haftarah:    2. Kön 4,1-37

 

Hadaschah: Luk 17,28-37

 

 

"Und es erschien יהוה dem Abraham bei Mamre in der Mittagshitze als er vor seinem Zelt saß."

Schon der Vers zu Beginn dieser Paraschah lässt uns darüber staunen, wie lange die Bündniszusagen יהוה schon bestehen und wie der Glaube lebendig wird! Abraham ist gerade seinen Teil des Bundes eingegangen und hat unter starker Anfechtung der Beschneidung des Fleisches zu kämpfen, so sehr ,dass er "außer sich" (dem Zelt) war. Ein Sinnbild darauf, dass wir den Schöpfer nach körperlichem Kampf im Außerkörperlich in voller Stärke (Mamre) antreffen!

Hebr. 13,2:
Vergesst die Gastfreundschaft nicht, denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.


Mt 10,40:
Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.

 

Im weiteren Verlauf wird die enorme Gastfreundschaft Abrahams gegenüber den Boten und יהוה aufgezeigt. Daraus ergibt sich für ihn und sein Haus ein gewaltiger Segen, weshalb wir auch stets bemüht sein sollten die Boten Gottes aufzunehmen und ihnen ein Bleiben "schmackhaft" zu machen! Nachdem Abraham die Gunst seiner Gäste Gewahr war, hatte er den Mut aufgebracht, um für seine Mitmenschen in Sodom zu beten. Dieser Akt kann unter folgendem Aspekt gestellt werden:

Jak. 5,16:
 [...]Des Gerechten Gebet vermag viel, wenn es ernstlich ist.


In Kapitel 19 sehen wir ebenfalls eine große Gastfreundschaft bei Lot, der den beiden Boten ebenfalls Wasser zur Fußwaschung anbietet und letzten Endes dadurch als einziger der Stadt Errettung erfährt! Die Bewohner Sodoms hingegen waren eventuell nach menschlichen Maßstäbe in gewissem Maße "gastfreundlich", aber nicht im Sinne des Gesetzes יהוה. Daher war die Folge, dass diese Stadt, auch zum Mahnmal, vom himmlischen Feuer eingeäschert wurde. In Vers 17 lesen wir:

Und als sie ihn hinausgebracht hatten, sprach der eine: Rette dein Leben und sieh nicht hinter dich, bleib auch nicht stehen in dieser ganzen Gegend. Auf das Gebirge rette dich, damit du nicht umkommst!

Die Markierungen sollen zeigen, wie wichtig es heutzutage ist, sich etwas von dieser sündhaften Welt "abzuheben", um entsprechenden Schutz von der Kollektivstrafe zu erlangen. Im zweiten Abschnitt wird deutlich, wie sich die weltliche Gesinnung in einen Menschen einbrennen kann, trotz erfahrener Rettung. Lots Töchter nämlich hatten einer der abscheulichsten Sünden in die Tat umgesetzt. Die beiden daraus entstanden Völker der Moabiter und Ammoniter waren Feinde Israels. Wir lernen somit, dass Sünde NIE etwas Gutes gebiert, sondern den Tod (Jak 1,15).

Als dann Abraham zu Abimelech zog ergab sich erneut die gleiche Konstellation mit Sara. Ihm zu Gute steht, dass er aus Gerar auszog und somit Reichtum nicht zu seinem Haupt gemacht hat. In diesem Fall erscheint auch
יהוה dem Abimelech und warnt ihn vor der Ausführung des bevorstehenden Ehebruchs. Wir müssen bedenken, dass Abraham die Geburt des verheißenen Samens noch ausstand. Diesmal deckte Abraham seine Untat auf und wurde daher auch noch einmal mit diversen Gütern gesegnet. Durch die Geburt Isaaks wird uns auch ein schönes Sinnbild vermittelt. Nämlich die Tatsache, dass wir allen Grund zur Freude haben, wenn sich Verheißungen an uns erfüllen!

Gal 4,21-31:

Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hört ihr nicht das Gesetz?  Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, einen von der Magd und einen von der Freien. Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch geboren worden, der von der Freien aber durch die Verheißung. Das ist bildlich zu verstehen: Die beiden Frauen sind zwei Bundesschlüsse, einer vom Berg Sinai, der in die Knechtschaft gebiert; das ist Hagar. Hagar aber bezeichnet den Berg Sinai in Arabien und ist ein Gleichnis für das jetzige Jerusalem, das mit seinen Kindern in der Knechtschaft lebt. Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsre Mutter. Denn es steht geschrieben (Jesaja 54,1): »Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, als die den Mann hat.« Ihr aber, Brüder und Schwestern, seid wie Isaak Kinder der Verheißung. Aber wie zu jener Zeit der, der nach dem Fleisch geboren war, den verfolgte, der nach dem Geist geboren war, so geht es auch jetzt. Doch was spricht die Schrift? »Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien« (1. Mose 21,10). So sind wir nun nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.

Der Bundesschluss in "Beer-Scheva" zeigt uns noch einmal, dass uns יהוה die Möglichkeit der dauerhaften Umkehr ermöglicht und somit seine Versprechen definitiv einlösen wird, was auch die Opferung Isaaks noch einmal deutlich machen soll! Und es erschien יהוה dem Abraham erneut und befahl ihm davon ablassen, ihm seinen Sohn Isaak zu opfern. Stattdessen machte er ihm durch den Widder im Busch klar, dass stattdessen seine Sünden geopfert werden müssen. Im selben Moment wird uns deutlich, dass יהוה da schon prophezeite, dass er seinen Sohn Yeshua für uns hingeben wird! Abraham zog weiterhin zum "Brunnen der Umkehr" und blieb dort. Für uns ein Sinnbild darauf beim Quell des Lebendigen Wassers Yeshua zu bleiben. Die Liebe zieht sich fort.....

שלום

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