Va'era / וארא

"Und ich erschien"

Torah:        2.Mose 6,2-9,35

 

Haftarah:    Hes 28,25-29,21

 

Hadaschah: Lk 11,14-22

 

 

Diese Thoraportion beinhaltet gleich zu Beginn eine gewaltige Erkenntnis hinsichtlich der Tatsache, wie sich יהוה seinem Volk offenbart.

2. Mose 6,3:
und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob als der allmächtige Gott, aber mit meinem Namen »יהוה
« habe ich mich ihnen nicht offenbart.

Dieser Vers soll uns zeigen, was auch im Folgenden genauer beschrieben wird. Hierbei geht es nicht darum, dass Elohim sein Wesen oder seine Erscheinung geändert hat, sondern vielmehr darum, dass er sich seinem Volk nun auf einer anderen Art und Weise zeigt und führt. Die Tatsache, dass
יהוה sich erst als der "Allmächtige" gezeigt hat soll aufzeigen, dass unsere Urväter nur punktuell und durch Ehrfurcht erregende Taten im Gehorsam der Stimme Elohims gefolgt sind. יהוה hatte sich kurz zuvor Moscheh und dem Volk offenbart als "Ich bin der ich bin und sein werde" und hatte damit Hoffnung gegeben, dass die Beziehung zwischen Israelit und Elohim nun fortwährend Bestand haben wird! Dies kann man auch daran erkennen, dass יהוה Israel nun von ihren "Lasten" (סבלה) befreit hat, die buchstäblich nur punktuelle Einschlüße implizieren. Somit wird der Grundstein gelegt für eine ewige Beziehung zum Schöpfergott, nachdem das Volk seine Freiheit erlangt hat, aber erst als Israel nach ihrem Gott geschrien hat und die Präsenz יהוה gesucht hatten.

-Wer Sehnsucht hat, der verstehe-

Hes 29,16:
Damit sich das Haus Israel nicht mehr auf sie verlässt und sich damit versündigt, wenn es sich an sie hängt; und sie sollen erfahren, dass ich Gott der יהוה bin.

Wir lesen, dass das Ägyptische uns zur Sünde verleitet und wir haben dieses Sinnbild noch einmal bei Paulus aufgegriffen, der mehrfach von dem flüchtigen Genuss der Sünde warnt, da die Ewigkeit dabei stets auf dem Spiel steht!

Lk 11,20-22:

Wenn ich aber durch den Finger Gottes die Dämonen austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn ein gewappneter Starker seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rüstung, auf die er sich verließ, und verteilt die Beute.

Hier sehen wir wieder einmal die Allmacht Yeshuas, die ihm durch יהוה verliehen wurde in Hinblick, um für sein Reich wirken zu können. Es dient uns als Zeichen, dass der Ewige Gott alles in seiner Vollmacht vermag und wir als Jünger durchaus dazu aufgerufen sind, solche machtvolle Taten in seinem Namen zu vollbringen. Das erste Kapitel beschreibt die Wundertaten יהוה an seinem Volk und zeigt uns auf, dass ER es ist, der uns letztendlich auf "übernatürliche" Weise zum Sieg verhelfen wird!

Joh 16,33:
Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Anschließend wird der Stammbaum Mosche und Aaron aufgeführt, der uns die prächtige Entwicklung Israels zu der Zeit en Detail sehen lässt. Genau um diese Thematik geht es auch am Ende des Kapitels, als Moscheh (noch in Ägypten befindlich) Zweifel daran hegte, dass er mit "unbeschnittenen Lippen" (
ערל שׂפתים  ) sich dem Pharao nicht erwehren könne. Das bedeutet im Kern soviel wie dass sich Moscheh dem Himmlischen noch nicht gänzlich geöffnet hatte und deshalb in seinem Irdischen Dasein sich wahrscheinlich im Fleische dafür gefürchtet hat, dem Weltenherrscher so eine Ansage zu machen. Dieser Textabschnitt dient uns als Unterweisung dafür, niemals Menschenfurcht zu haben un ein untadeliges Vertrauen in die Allmacht יהוה zu legen. Doch Elohim ist getreu und stets bereitwillig zum Helfen:

2. Mose 7,1:

יהוה sprach zu Moscheh: Siehe, ich setze dich zum Gott für den Pharao, und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein.

Durch diese Zusage gestärkt willigten Moscheh und Aaron den Weisungen
יהוה ein und traten vor den Pharao in gelassener Zuversicht. Das erste Zeichen vor dem Pharao ließ ihn aber unbeeindruckt, wohl wissend um den Umstand, dass die irdische Herrschaft eine Schlange darstellt, da sie sich ja bekanntlich bewusst vor dem Himmlischen verschließt. So ist es nicht verwunderlich, dass das Herz des Pharaos verstockt (חזק) bleibt. Die erste Plage versinnbildlicht die Tatsache, dass  יהוה fortan gewirkt hat, dass der einzige Lebenstrom Ägyptens nun mit schuldhafte irdischer Last, anstelle von frischem Wasser zur eigenen Kraft dienend, angemengt wurde. Der Mensch lebt nicht nur vom Brot allein! Dies sollte dem Pharao noch einmal vor Augen geführt werden, damit er und sein Volk erkennen mögen, wer Leben spendet. Die zweite Plage beinhaltet "Frösche" was man so nicht stehen lassen kann. Ähnlich wie bei Tekhelet ist hier die wahre Etymologie verloren gegangen. Die Tatsache, dass יהוה die Häuser der Ägypter mit צפרדּע voll gemacht hat, zeigt auf, dass er sie nun auch innerlich züchtigt, womit bleibt an dieser Stelle erst einmal offen.....

2. Mose 8,11:

Als aber der Pharao merkte, dass er Luft gekriegt hatte, verhärtete er sein Herz und hörte nicht auf sie, wie der HERR gesagt hatte.

Wir merken nun, dass
יהוה diese Begebenheit nutzt und auch bewirkt, um seinen Namen in der Welt zu verherrlichen, Halleluyah! Die Tatsache, dass der Pharao wieder Luft (רוחה) bekam, zeigt zum Einen die unermessliche Gnade Elohims dem Menschen noch Raum zur Umkehr zu geben und zum Anderen die Härte dieser Plage auf. Nichtsdestotrotz ließ der Pharao nicht von seiner verschließenden Haltung ab und legt damit zeitgleich dafür Zeugnis ab, dass er mit seiner irdischen Gesinnung nur die flüchtige Gesinnung / Empfindung im Sinn hat und der Fokus nicht auf das Ewige hin gerichtet ist. Die dritte Plage der Stechmücken (כּן) bringt zum Ausdruck, dass Ägypten nunmehr nicht nur unter einer Kollektivstrafe unterliegt, sondern das die Züchtigung und Fluch nun jeden spürbar individuell getroffen wird. Im Anschluss bei der vierten Plage werden die Maßnahmen יהוה erneut etwas verschärft und es werden Fliegen (ערב) über das Ägypternland kommen. Semantisch legt sich somit die Abenddämmerung und damit fast endgültig die Möglichkeit auf Leben auf Mizraim. Lediglich in Goschen, wo die Israeliten hausen, soll die Möglichkeit bestehen bleiben vom Himmel reich beschert zu werden und somit sichtbar für jeden Ägypter sein, dass יהוה der wahre Gott ist. Sicherlich von dieser Allmacht übermannt ließ sich der Pharao scheinbar erweichen und sagte dem Moscheh zu, dass Israel nun aus Ägypten ziehen dürfe, um dem EWIGEN frei zur Verfügung zu stehen:

2. Mose 8,24:
Der Pharao sprach: Ich will euch ziehen lassen, dass ihr dem HERRN, eurem Gott, opfert in der Wüste. Nur zieht nicht zu weit und bittet für mich!

Das Wort für Opfer (
זבח) bedeutet soviel wie, dass wir dauerhaft bereit dazu sind und auch tatsächlich mit uns selber kämpfen, um das Land durch den Marsch durch die Wüste zu erreichen. Anfechtungen und Kämpfe werden wir so oder so erleiden müssen, deshalb ist es besser diese auf dem Weg hin zur Ewigkeit zu bestreiten, anstelle den Fluch einfach nur auszubaden durch einen Verbleib in Mizrajim!
Nachdem der Pharao abermals sein Herz verhärtet ließ, wurde ihm die fünfte Plage zuteil. Die Pest (
דּבר) kam nun über Ägypten und stellt damit die nächste Kollektivstrafe dar, diesmal aber in vollster Intensität. Das Wort wurde unver-blümt an die unreinen Ägypter niedergeschüttet und diese konnten im Gegen-satz zu den Israeliten gewisslich nicht bestehen. Die sechste Plage zeigt nun das auf, was wir allgemeinheit als Spätfolge der verharrenden Haltung oder einfach nur als Krankheit bezeichenen würden. Die Beulen (שׁחין) bedeuten: "Der Himmel verschließt sich vor der Gottwerdung des Individuums" und ist gleich-bedeutend mit der "Verwerfung" eines Menschen. Die siebte Plage stellte sogenannter Hagel (בּרד) dar und dies deutet daraufhin, dass יהוה nun die Schwere seiner Allmacht auf Mizrajim gelegt hat, um ihnen das Ausmaß der göttlichen Autorität zu spüren zu bekommen. Auch hier ließ Elohim das Land Goschen verschont, um den Zeugnischarakter seiner Allmacht zu wahren und parallel blieb er dennoch gütig und ließ Raum zur Umkehr:

2. Mose 9,32:

Aber der Weizen und der Dinkel wurden nicht zerschlagen, denn es ist Spätgetreide.

Weizen (
חטּה) und Dinkel (כּסּמת) beinhalten in ihrer Wortwurzel, dass יהוה dennoch den endgültigen Bann über das Ägypterland nicht vollstreckt hatte in seinem liebenden und gütigen Wesen.Dennoch blieb das Herz des Pharaos weiterhin verstockt. Das alles zeigt uns auf, dass Gott uns Menschen zieht, solange ins uns noch Raum zur Umkehr gefunden wird.

Hes 18,32:

Denn ich habe keinen Gefallen am Tode des Sterbenden, spricht יהוה. Darum bekehrt euch, so werdet ihr leben.

Diesen Aufruf innerhalb dieser Paraschah dürfen wir nicht versäumen. Wir müssen יהוה eifrig in unserem Herzen suchen und auch nach ihm schreien, damit er sich in seiner Allmacht uns befreiend zuwendet. Zudem lernen wir, dass Gottvertrauen sich auszahlt und uns vor der Verfolgung in dieser Welt bewahrt in Hinblick auf die Möglichkeit die Ewigkeit zu erlangen! Abschließend stellt sich nur noch eine Frage:

Ist auch יהוה dir mit wahren Namen erschienen?

שלום

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