Tzaw / צו

"Befiehl!"

Torah:        3.Mose 6-8,36

 

Haftarah:    Jer 7-9

 

Hadaschah: Mt 9,10-17

 

 

Bei der Thoraportion "Tzaw" werden die Einweihungsopfer noch einmal genauer ausgeführt und näher bestimmt. Die genaue Einhaltung beim rechtmäßigen Opfern ermöglicht uns letztendlich als Priester eingesetzt zu werden und fortan mit dem Dienst am Heiligthum versehen zu werden. Im Urtext meint Tzaw eher "Die Erlösung sicherstellen" und wir erkennen nun, wieso das Verb als auch diese Paraschah so benannt ist. Durch das beständige Ausführen der Opfer schaffen wir es als Priester sowohl

- in der Nähe יהוה zu bleiben durch eigenes Absterben
- Sühnung für das Volk zu erwirken durch Annahme der Opfer
- dem Heiligthum Bestand zu geben und zu beleben
- Zeugnis und Licht zu sein für die Herrlichkeit des EWIGEN.

Wenn es ein funktionierendes Heilgthum inmitten Israel geben soll, dann muss das Volk endlich begreifen, seiner Funktion als Priester gerecht zu werden. Dies geht nur, wenn wir durch unsere Handlungen auch gleichzeitig ein Segen für Gott, Nächsten und Uns sind! Der Cohen ist im Hebräischen derjenige, welcher "Die Möglichkeit auf Handdarreichung dem Einzelnen gibt". Sofern wir das begreifen, wird es uns leichter fallen in selbtlosem Glauben zu wandeln und unseren Dienst am Heiligthum angemessen auf Erden so zu verrichten. Ohne eigenes Absterben und dem aktiven Hinzufügen von Opfern zu יהוה Herrschaft lahmt der Betrieb und das Licht ist den Menschen verloschen. Man muss diesen Auftrag ernst nehmen und sich hingebungsvoll dem Dienst am Tempel widmen. In diesem Zuge wird auch das dreifache Liebesgebot durch Yeshua in uns erfüllt, indem wir gleichermaßen Uns,Nächstem und Elohim Lieben erweisen. Der Arbeiter ist seines Lohnes wert, sodass auch der Cohen von seinem Dienst und den Opfern profitiert, indem er von ihnen essen (אכל) darf. Wie schon erwähnt bedeutet dies, dass der "Schöpfer die Hand zur Herrschaft reicht" und wir somit auch Teilhabe am königlichen Reich bekommen. Speise steht in den heiligen Schriften aber auch einfach nur für das Mittel, welches eine Kraftzunahme bereit stellt. Dies wird auch durch den Fakt hervorgehoben, dass das Speisopfer das erst Opfer darstellt, von welchem wir leibhaftig essen können. Speisopfer kann man am Besten im Geistigen der reinen und unabgehobenen Lehren zuordnen: Auftrag erkannt?

3. Mose 6,3-4:
Und der Priester soll sein leinenes Gewand anziehen und die leinenen Beinkleider für seine Blöße und soll die Asche wegnehmen, die das Feuer des Brandopfers auf dem Altar gemacht hat, und soll sie neben den Altar schütten und soll danach seine Kleider ausziehen und andere Kleider anziehen und die Asche hinaustragen aus dem Lager an eine reine Stätte.  


Die ersten genauen Bestimmungen erfolgen zum Olah, welches gänzlich verbrannt werden soll. Die Asche (דּשׁן) soll zuvor hinausgetragen werden, was als "Selbtswille / gerechtigkeit" übersetzt werden kann. Wir lesen somit, dass mit Hilfe des Olah das Böse und der Eigenwille gänzlich in uns abgetötet und sogar verbrannt werden soll, was eine Rückkehr dieser Eigenschaften in uns pro Forma ausschließen soll! Dies wir ebenfalls durch den Befehl gekennzeichnet, dass dieses Feuer nie zum erlöschen kommen soll, damit der erfolgreiche Vollzug dieses Opfers durch יהוה und sein Gesetz gewährleistet werden soll.

3. Mose 6,7:
Und dies ist das Gesetz des Speisopfers. Aarons Söhne sollen es bringen vor den HERRN an den Altar.


Es wurde schon kurz erwähnt, dass das Minchah mit der Kategorie -Lehre- innerhalb des Dienstspektrums versehen werden kann. Es geht hierbei nicht darum nur Spezifika zu erlernen, sondern als Cohen breit aufgestellt zu sein, sodass die Lehre nur ein Teilaspekt unserer Dienstes darstellen kann. Im Folgenden wollen wir uns das Speisopfer etwas genauer anschauen, damit wir erkennen dürfen wie wir diesen Dienst ordentlich versehen! Das Minchah täglich morgens und abends dargebracht werden auf dem Altar (מזבּח), nicht zu verwechseln mit dem Brandopferaltar, sondern mit dem allgemeinem Begriff für Altar als Stelle der Opferung gleichzusetzen. Auf den Alltag übertragen kann dieses Gebot damit aufgefasst werden entweder zweimal täglich Lehre zu verbreiten oder Lehre zu beziehen, je nach Situtation im "Heute". Wir gedenken des Dreiklangs der Liebe und können somit unseren priesterlichen Dienst direkt Elohim, Uns und dem Volk weihen. Das Speisopfer besteht aus verschiedenen Elementen, die letztendlich dieses Opfer vollkommen machen:

-> (feines) Mehl: סלת
"Genaue Herrschaft des Kreuzes" und meint, dass Dinge oft gesiebt, geprüft und hinweggetan wurde, damit sich daraus eine reine Substanz ergibt.

-> Öl: שמנ
"Himmlisches Gesetz (ruht) auf Individuum" und meint, dass wir mit dem Gesetz gesalbt sein müssen, was auch in dem Fall die Erkenntnis und Weisheit einschließt.

->"Weihrauch": לבנה
"Möglichkeit auf die Kraft des Hauses in Einem" und meint eigentlich die Reinigung, da das Verb "weiß sein" in der Wurzel steckt. Sinnbildlich und auf das Thema bezogen heisst es, dass wir mit Autorität lehren sollen.

->Kein Sauerteig: חמץ
"Trennung vom Gesetz und der Erlösung" und meint, dass unsere Lehre nicht zu schwach, irdisch, fleischlich sein sollte, damit der Empfänger dadurch stets die Möglichkeit hat dies als Erbauung für den eigentlichen Zweck zu erhalten.

Als Priester sollten wir akribisch darauf bedacht sein, was unseren Mund verläßt und natürlich was eingeht (Schemini-Paraschah). Daher muss man als Lehrer, der Speisopfer vorbereitet darauf achten, dass man in Autorität handelt, wahrhaftige Lehre präsentiert und diese dem Empfänger auch als Erbauung hin zum ewigen Leben dienen soll, damit das Minchah seine volle Gültigkeit und Annahme bei יהוה entfaltet. Als Nächstes wird das Sündopfer bestimmt, welches zur eigenen Entsühnung dient. Im Hebräischen meint das Chathat sogar "Das Aussterben der Sünde" und daher darf dieses Opfer weder direkt im Heiligthum gebracht werden noch verzehrt werden. Es soll im Vorhof geopfert werden und hat die Funktion, dass es die Teilnehmer am Opfer "heiligt". Interessant hierbei ist, dass das "irdische Gefäß" (כלי חרשׂ) erst zerbrochen werden muss damit dieses Opfer komplementiert wird. Dies ist nich nur ziemlich prophetisch, sondern auch im Diesseits zu erfüllen. Im Urtext mein der Ausdruck eher "Aufhören sich Dinge zuzuführen, die einen davor Trennen, dass der Himmel das Haupt wird". Wenn wir auf unsere heutige Zeit und unser Dasein in der Zerstreuung blicken, so sehen wir, dass Chathat heutzutage mannigfaltig dargebracht werden müssen damit wir als Volk wieder geheiligt werden können!

-Wer Augen hat, der sehe-

3. Mose 7,7:
Wie das Sündopfer, so soll auch das Schuldopfer sein; für beide soll ein und dasselbe Gesetz gelten; sie sollen dem Priester gehören, der damit die Sühnung vollzieht.


Dem ist nicht nicht viel hinzuzufügen, zumal für das Ascham die genaueren Bestimmungen schon in der letzten Paraschah erfolgt sind. Die Tatsache, dass beide gemeinsam zum Zweck der Sühnung durchgeführt werden zeugt zudem von deren Abhängigkeit untereinander. Gleichsam wird die Bedeutung für eine erfolgreiche Tilgung der Schuld noch einmal betont. Wir wissen, dass alle Opfer auf Yeshua hindeuten und wir das Sabbatgebot als Wegweiser für unseren Glauben haben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass in diesem Abschnitt noch einem darauf hingewiesen wird, dass alle Opfer im Zuge von drei Tagen zu verzehren sein. Es dient uns als Mahnmal für das Millenium und unsere Erlösung im Glauben an Yeshua Ha Maschiach! Sein Friedensopfer schließt die Reihe der Einweihungsopfer auch ab. Das Schelem wird ebenfalls gänzlich ausgenommen und die Cohen bekommen ihren Teil davon. Fälschlicherweise findet man in deutschen Überlieferung lediglich den Ausdruck "rechte Keule" was dem Ganzen so ziemlich weit vom eigentlichen Sinn entfremdet. Im Hebräischen steht "rechte Schulter" (שׁוק) und beschreibt genau den Körperteil, wo normalerweise Tieren ein Joch aufgelegt werden soll. Übertragen meint dies, dass wenn wir uns dem Joch Christi unterwerfen, eben dieses Friedensopfer erbringen.

3. Mose 8,33:
Und ihr sollt sieben Tage lang nicht weggehen von dem Eingang der Stiftshütte, bis die Tage eures Einsetzungsopfers um sind; denn sieben Tage sollen eure Hände gefüllt werden.


Zum Schluß dieser Paraschah werden die Cohen rechtmäßig durch Moscheh und die Einsetzungsopfer für ihren Dienst am Heiligthum geweiht. Dieser Dienst soll bis zur Ewigkeit bestehen bleiben, bis eine andere Ordnung diese zum Ende des Milleniums ablösen wird, wenn man auf die Worte im Hebräerbrief schaut oder den Geist einfach befragt. Das Himmlische dient dem Irdischen dabei stets als Urbild und wir dürfen uns auf die Tiefen der göttlichen Wahrheit freuen, die sich schon bald in uns als Priester im Heiligthum offenbaren werden. Ebenso zeugt das Innere vom Äußeren und wir müssen die Fülle unserer Seins begreifen, damit wir in Vollkommenheit dienen können. Unsere Aufgabe ist es dafür Sorge zu tragen, dass wir als Cohen die Befähigung haben für den Dienst eingesetzt zu werden und diesen dann gesetzmäßig nach göttlichen Richtlinien zu versehen. Für diejenigen die Priester werden wollen, kann man diese Einweihungsopfer wirklich Nahe legen. Es wird einiges von Einem abverlangen, doch als Belohnung winken Teilhabe an den Opfern und die dauerhaft Nähe zu יהוה. Diese Aufgabe muss ernst genommen werden wie der Prophet Yirmeyahu im dieswöchigen Haftarah-Teil auch anmahnt. Eine Beziehung beruht nunmal auch auf Treue, weshalb wir als würdig befunden werden müssen, diesen Dienst am Heiligthum auch dauerhaft verrichten zu dürfen!

Jer 7,21-28:
So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Tut eure Brandopfer zu euren Schlachtopfern und fresst Fleisch! Denn ich habe euren Vätern an dem Tage, als ich sie aus Ägyptenland führte, nichts gesagt noch geboten von Brandopfern und Schlachtopfern; sondern dies Wort habe ich ihnen geboten: Gehorcht meiner Stimme, so will ich euer Gott sein, und ihr sollt mein Volk sein; wandelt ganz auf dem Wege, den ich euch gebiete, auf dass es euch wohlgehe. Aber sie wollten nicht hören noch ihr Ohr neigen, sondern wandelten nach ihrem eignen Rat und nach ihrem verstockten und bösen Herzen und kehrten mir den Rücken zu und nicht das Angesicht Ja, von dem Tage an, da eure Väter aus Ägyptenland zogen, bis auf diesen Tag habe ich immer wieder zu euch gesandt alle meine Knechte, die Propheten. Aber sie wollten mich nicht hören noch ihr Ohr neigen, sondern waren halsstarrig und trieben es ärger als ihre Väter. Und wenn du schon ihnen dies alles sagst, so werden sie doch nicht auf dich hören; rufst du sie, so werden sie dir nicht antworten. Darum sprich zu ihnen: Dies ist das Volk, das auf die Stimme des HERRN, seines Gottes, nicht hören noch sich bessern will. Die Wahrheit ist dahin und ausgerottet aus ihrem Munde.


שלום

Neueste Beiträge:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Talmid 2020