Qorach / קורח

"Korach"

Torah:        4.Mose 16-18,32

 

Haftarah:    1. Sam. 11,14-12,22

 

Hadaschah: Joh 19,1-17

 

 

Wir lesen nunmehr zum dritten Mal in kürzester Zeit, wie sich Israel gegenüber den Weisungen und der Autorität יהוה verschließt und sich dadurch selbst immensen Schaden zufügt. Unglaube und Ungehorsam sind seit jeher am schwachen Herzen der Menschen behaftet, so auch der fleischliche Trieb dafür Schuld trägt, dass wir uns nicht gänzlich dem Willen des EWIGEN ergeben können. Israel sollte sich davor hüten auf Abwegen zu gehen und sollte dabei dem Titel der dieswöchigen Paraschah keine Ehre geben. Qorach (קרח) meint im Urtext "Verschließen zu Hauptsache haben und diese ausstrahlen", somit haben wir auch hier an Mahnmal vor uns gestellt, welchem Beispiel wir nicht nachfolgen sollten, damit wir unsere Verheißungen glaubend in Empfang nehmen können!

Heb 3,7-13:
Deshalb, wie der Heilige Geist spricht: "Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht, wie in der Erbitterung an dem Tage der Versuchung in der Wüste, wo eure Väter mich versuchten, indem sie mich auf die Probe stellten, und sie sahen meine Werke vierzig Jahre. Deshalb zürnte ich diesem Geschlecht und sprach: Allezeit gehen sie irre mit dem Herzen. Sie aber haben meine Wege nicht erkannt. So schwor ich in meinem Zorn: Sie sollen nimmermehr in meine Ruhe eingehen!"Seht zu, Brüder, dass nicht etwa in jemandem von euch ein böses Herz des Unglaubens sei, im Abfall vom lebendigen Gott, sondern ermuntert einander jeden Tag, solange es "heute" heißt, damit niemand von euch verhärtet werde durch Betrug der Sünde!


Dieser Zustand kann sich durchaus unbemerkt einschleichen aufgrund von einem von יהוה abgetrennten Herzen und wird dazu führen, dass man in der Wüste umkommt. Auch hier spielt die Beurteilung mit Hilfe des Ruachs eine wichtige Rolle, da wir ohne ihn im Urteilsvermögen blind sind und daher auch etliche Kreise ziehen um das eigentlich Wesentliche! Wir lernen immer mehr, dass der einzige Ausweg aus dieser Teufelsspirale der ist, dass man sein Herz gänzlich יהוה unterordnet und anfängt seine Weisungen zu erkennen und diese auch im Leben umzusetzen. Je tiefer wir dabei eintauchen, desto mehr erkennen wir, dass uns in dem Zeugnis Yeshua die wahre Erlösung zuteil wird und es besser ist, wenn wir IHM und nicht unserem eigenen Verstand vertrauen! Das Interessant an der dieswöchigen Lektüre ist, dass sie  mit dem Haftarah-Teil kongruiert und uns Wegweisung dafür liefert, wie wir die Zweifler und Aufrüher mundtot machen können mit der Unterstützung Elohims - versteht sich-. So wie HaMelek Saul die Ammoniter geschlagen hat, bekommen wir das Werkzeug zur Hand, womit wir diese bezwingen können, die wortwörtlich "Sich selbst Gott und Eigennutz sind"! Die Ammoniter sind eines der kanaanitischen Völker und so lernen wir im selben Atemzug, welchen Gegner (in uns) wir besiegen müssen, damit wir dauerhaftes Wohnrecht im verheißenen Land erwerben können. Meine Geschwister, die Thora ist durchaus der Schatten wovon Yeshua das Wesen von alldem ist! Daher können wir nur dazu ermuntern unseren Fokus gänzlich ihm unterzuwerfen und uns vom Ruach in der Fülle der Thora leiten zu lassen, damit wir selbst nicht dem Mahnmal Qorachs verfallen!

-Wer Augen hat, der sehe-

4. Mose 16,2-3:
und sie erhoben sich gegen Mose mit 250 Männern von den Söhnen Israel, Fürsten der Gemeinde, Berufene der Zusammenkunft, namhafte Männer. Und sie versammelten sich gegen Mose und gegen Aaron und sagten zu ihnen: Genug mit euch! Denn die ganze Gemeinde, sie alle sind heilig, und der HERR ist in ihrer Mitte. Warum erhebt ihr euch über die Versammlung des HERRN?


Zu Beginn dieser Thoraportion lesen wir von einem Zwischenfall innerhalb der Gemeinschafts Israels und können erfahren, dass dessen Ursache der Ungehorsam und die Erhebung des eigegen Ichs zur Grundlage hat. Die Rotte Qorachs hatte sich zusammengeschlossen und trachtete nach Ämtern, die ihnen seitens יהוה nicht gegeben wurden, sodass diese vor dem ganzen Volk die natürliche Ordnung des Schöpfers stören wollten. Dem entgegenstellt ist Moscheh, der durch seine Demut und reumütige Haltung den Schaden minimieren möchte, obwohl er ursächlich nicht dazu beigetragen hatte. So bekommen wir in der Person des Moscheh ein hervorragendes Beispiel, wie wir in solchen Situation möglichst gesetzeskonform handeln können! Ferner lehrt uns der Narrativ, dass das böse Trachten nach belegten Positionen ebenfalls eine Antwort duch יהוה nach sich zieht und diese Strafe meistens schrecklich endet, aufgrund des Härtegrades des Vergehens. Yah hat alles perfekt geschaffen und jedem Geschöpf seinen Platz zugewiesen, sodass wir in Demut unseren Platz zuerst erkennen müssen, damit wir darin aufgehen können und somit unseren ganzheitlichen Zweck erfüllen! "Du sollst nicht begehren" beinhaltet auch diesen Aspekt und uns muss klar werden, wie wir als einzelne Glieder am Besten den Leib die entsprechende Darreichung erteilen. Dies funktioniert nur, wenn wir entsprechend unserer Identität bewusst sind und uns freudig und demütig dem Gemeinschaftsgefüge unterodnen.

-Erkenne Deinen Platz!-

Nachdem Elohim nun ein Exempel an der Rotte Qorachs vor aller Augen statuiert hatte, wurde Aaron und seine Sippschaft noch einmal seiten יהוה vor dem ganzen Volk bestätigt! Es scheint als ob die "Feuerschalen" eine besondere Bedeutung bekommen und werden dies erläutern, damit auch die Sünde Qorachs deutlicher wird. Mithilfe der Feuerschalen erbringt der Priester einen sogenannten "brennendes Opfer" (שׂרפה). Dem Urtext entsprechend bedeutet dies "Die Welt als Haupt der Betrachtung haben" und liefert dabei einen Verweis darauf, dass sich Qorach und Aaron vermutlich bezüglich des weltlichen Wandels des Volkes / Israels uneins waren. Das Interessante hierbei ist, dass lediglich Aaron und Moscheh die Gesetze im Innern anvertraut sind und deshalb auch nur sie im Endeffekt darüber befinden können, inwiefern einzelne Maßnahmen gerechtfertigt erscheinen oder nicht. Qorach hingegen sah es aus "seiner Perspektive" und verfiel seinem Eigenwillen und trachtete darnach nach der Position, weil er es auch nach seinem Befinden wohl besser wusste. Das meine Geschwister ist das aktuelle Hauptproblem, weshalb das Haus Jakob in der "griechischen Welt" und insbesondere in Germanien nicht in den Zustand kommt, dass sie dauerhaft Elohims Stimme hören können! Natürlich beschreibt das brennende Opfer auch, dass wir hier in dieser Welt für יהוה und sein Wort "brennen" müssen, um dieses auch eifrig und eindrucksvoll zu verteilen...

4. Mose 17,17-20:
Rede zu den Söhnen Israel und nimm von ihnen je einen Stab für ein Vaterhaus von allen ihren Fürsten, nach ihren Vaterhäusern, zusammen zwölf Stäbe! Du sollst den Namen eines jeden auf seinen Stab schreiben. Und den Namen Aaron sollst du auf den Stab Levis schreiben; denn nur je ein Stab ist für jedes Haupt ihrer Vaterhäuser da. Und du sollst sie in das Zelt der Begegnung vor das Zeugnis niederlegen, wo ich euch begegne. Und es wird geschehen: Der Mann, den ich erwählen werde, dessen Stab wird sprossen; und so werde ich vor mir das Murren der Söhne Israel zum Schweigen bringen, mit dem sie gegen euch murren.

Weiterhin lesen wir, dass der EWIGE den Stab Aarons zum sprossen (פּרח) gebracht hat. Hierbei haben wir es mit einem Wortspiel im Hebräischen zu tun, welches die Autorität Levis noch einmal untermauern soll. Die Hohlwurzel von "sprossen" beinhaltet die Tatsache, dass die Leviten mit der Aufgabe betraut sind, dass Menschen יהוה als ihr Haupt anerkennen und entsprechend wandeln. Als wegweisender Stamm innerhalb der Gemeinschaft Israels wird unter der Führung Aarons das Volk rechtgeleitet und auch in die heiligen Gesetze unterwiesen. Diese Tatsache allein sollte schon genügen, damit wir diese Ordnung anerkennen und auch akzeptieren. Denn nur so wird den Murrern und Zweiflern der Gar aus gemacht und wir können unseren Wandel dann auch im Glauben fortsetzen. Die Messlatte ist hoch abgesteckt und der Pfad allgemeinhin ein schmaler, sodass wir uns mit Furcht und Zittern der Heiligkeit יהוה nähern sollten und dies am Besten nur dann, wenn wir gänzlich mit seine Willen kongruieren. In diesem Zustand ist auch die Nähe zum EWIGEN möglich und wir können die Präsenz Elohims in uns tragen ohne dabei zu sterben oder zu Grunde zu gehen.

4.Mose 18,1-5:
 Und der HERR sprach zu Aaron: Du und deine Söhne und das Haus deines Vaters mit dir, ihr sollt die Schuld am Heiligtum tragen; und du und deine Söhne mit dir, ihr sollt die Schuld in eurem Priesteramt tragen. Und auch deine Brüder, den Stamm Levi, den Stamm deines Vaters, lass mit dir herzunahen, dass sie sich dir anschließen und dir dienen; du aber und deine Söhne mit dir, ihr sollt vor dem Zelt des Zeugnisses sein. Und sie sollen deinen Dienst verrichten und den Dienst am ganzen Zelt; nur den Geräten des Heiligtums und dem Altar sollen sie nicht nahen, damit sie nicht sterben, sowohl sie als auch ihr. Und sie sollen sich dir anschließen und den Dienst am Zelt der Begegnung verrichten nach aller Arbeit für das Zelt; aber kein Fremder soll euch nahen. Und ihr sollt den Dienst am Heiligtum und den Dienst am Altar verrichten, damit kein Zorn mehr über die Söhne Israel kommt.


Diese Verse schärfen uns noch einmal eindrücklich ein, dass wir die gesetzten Grenzen beachten sollen aber auch zeitgleich das Bestreben entwickeln sollten unseren Dienst angemessen zu verrichten! Einige von Euch werden sich sicher im Rahmen dieser Paraschah fragen, weshalb die Todesstrafe auf das unberechtigte Nahen steht? An sich ist dieses Thema sehr tiefgreifend, weshalb an dieser Stelle nur dazu gesagt werden kann, dass dies auf Erden in erster Linie zum Selbstschutz dient. Die Heiligkeit יהוה ist so unermesslich, dass alles Unreine und Unwürdige an dieser Heiligkeit zerschellen würde. Man kann es sich vorstellen, wie ein Tongefäß das brennendes Golderz fassen soll? Nichtsdestotrotz ist es essentiell, dass die "indirekte Präsenz" Yahs auf Erden gegeben ist und der Priesterdienst dazu beiträgt, dass Elohim inmitten seines Volkes und der Menschen wohnen kann.  Sofern wir nicht direkt als Priester berufen worden sind, können wir durch unsere Gaben ebenfalls am Bestand des Heiligthums beitragen! Folgend sehen wir, dass die Leviten das Beste vom Volk empfangen sollen, damit die Mischkan in voller Pracht erstrahlt und die Priester diese auch angemessen und umfänglich pflegen können. Ein Trümmerfeld, wenn wir auf den Zustand des heutigen "Heiligthums" blicken und dies hat vor allem ein großes Missverständnis zur Grundlage! Das Wort für "Zehnten" ( מעשׂר) wird allgemeinhin so verstanden, dass man nur einen geringen Teil von seinem Vermögen für das Heiligthum abgeben muss. Auch hier erkennen wenn wir am Zeugnis Yeshuas, dass die Lügengriffel der Schriftgelehrten hier gewütet haben und dies dazu beiträgt, dass wir seit 2000 Jahren in katastrophalen Zuständen leben. Das hebräische Wort "Ma'aser" nämlich meint, dass alles Erforderliche unternommen werden muss, damit das Himmlische Gesetz auf Erden zum Haupt der Menschen wird! Anhand von dem Beispiel Yeshuas können wir sehen, dass wir hierzu unser ganzes Leben יהוה widmen sollen, was das Wort im Urtext auch impliziert. Es heißt ja auch, dass wir Elohim mit ganzer Seele und ganzem Vermögen lieben und auch dienen sollen, weshalb ein jeder an dieser Stelle in sich gehen sollte, um dies zu prüfen:

4. Mose 18,32:
Und ihr werdet deshalb keine Sünde auf euch laden, wenn ihr das Beste davon abhebt, und werdet die heiligen Gaben der Söhne Israel nicht entweihen und nicht sterben.


Zusammenfassend lässt sich resümieren, dass wir unser Leben gänzlich Yah weihen sollten, damit wir nicht in Sünde verfallen, auch nicht in jene, die Qorach und seine Sippschaft geritten hat. Verbitterung und Verschließen sind zwei Grundpfeiler eines sündhaften und unbelehrbaren Menschen, dessen Ende als Mahnmal in dieser Paraschah eindrücklich vorgeführt wurde! Das Ziel des Glaubens ist die Ewigkeit, doch müssen wir schon gemäß dem Vorbild Yeshuas schon auf dieser Welt die Weichen dafür stellen und das Heiligthum (in uns) aufrichten, damit wir nicht nur den Namen יהוה ehren, sondern auch seine Präsenz im Volke Israel klar erkennbar machen! Heute wenn Du seine Stimme hörst, verhärte Dein Herz nicht....

שלום

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