Pinchas / פנחס

"Pinchas"

Torah:        4.Mose 25,10-30,1

 

Haftarah:    1. Kön. 18,46-19,21

 

Hadaschah: Joh 2,13-22

 

 

Bei der Vorbereitung der dieswöchigen Thoraportion hat der Herr Zebaoth seinem Knecht ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Nicht nur deshalb, weil viele aktuelle Fragen hiermit beantwortet werden, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass auch hier ein Beispiel vorliegt, wo die heilige Schrift in uns lebendig werden kann, Sela! Die Summe der Lehre dieser Paraschah ist nämlich das Erbringen des vollen Eifers für die Sache יהוה. In diesem Zusammenhang lesen wir von der Tat des Pinhas gegenüber Angehörige des eigenen Volkes. Damit letztendlich ein großes Übel abgewendet werden konnte, musste er hierbei zu einer extremen Handlung greifen, welche zur Folge hatte, dass Israel fortan seine neu gewonnene Integrität (bekleidet) in Heiligkeit bewahren konnte!

4. Mose 25,11-14:
Der Priester Pinhas, der Sohn Eleasars, des Sohnes Aarons, des Priesters, hat meinen Zorn von den Söhnen Israel abgewendet, indem er in meinem Eifer mitten unter ihnen geeifert hat. So habe ich die Söhne Israel in meinem Eifer nicht vernichtet. Darum sprich: Siehe, ich gebe ihm meinen Bund des Friedens. Und ihm und seinen Nachkommen nach ihm wird ein Bund ewigen Priestertums zuteil werden, weil er für seinen Gott geeifert und für die Söhne Israel Sühnung erwirkt hat. - Und der Name des getöteten israelitischen Mannes, der mit der Midianiterin getötet wurde, war Simri, Sohn des Salu, der Fürst eines Vaterhauses der Simeoniter.


Sowohl "Simri" (זמרי) als auch Salu ( סלוּא ) zeugen beide nominell für einen zweifelten und irdisch gesinnten Charakter, der relativ früh in der Wüste bereitwillig ist die "Annehmlichkeiten" des Glaubens in dieser Welt anzunehmen und auch nicht weiter zu ziehen. Die vorherige Paraschah lehrte uns, dass gerade dies den Fluch des Bileam darstellt und der Herr Zebaoth warnt uns in der Offenbarung genau eben vor diesen trügerischen Fluch. Das verheißene Land wartet und wir müssen unser Erbbesitz durch Kampf und Fortschritt in Empfang nehmen. Auf diesem Weg ist es manchmal notwendig, dass wir für die Sache יהוה in rechtem Maß eifern müssen. Eifer (קנאה) bedeutet im Hebräischen "Möglicheit, dass die Sache des Schöpfers zunimmt" und stellt in diesem Kontext einen direkten Bezug zu der dann für Elohim doch positiven Tat des Pinhas dar. Im dazugehörigen Hadaschah-Teil lesen wir, wie Yeshua eben diesen rechten Eifer an den Tag legt indem er den Tempel durch die Ausstellung falscher Opfer und dem falschen Gottesdienst dadurch reinigt, damit wieder die wahre Anbetung Raum bekommt. Der Eifer des Mannes vollbringt nicht die Gerechtigkeit Elohims mögen nun Manche einwerfen, jedoch muss dies immer dem Urtext entsprechend verstanden und auch lebendig erkannt werden! Das Ziel, die Intention und die Führung sind meist die drei Pfeiler, die selbst einen Totschlag in den Augen יהוה rechtfertigen können gemäß dem Menschen gegebenen Gesetz. Mit dieser Handlung der "Tempelreinigung" vertreibt Yeshua nicht nur Götzen, sondern auch gleichzeitig den Fluch des Bileams, der einem trügerischerweise eintrichtern möchte, dass man allein durch äußerliche und weltliche Taten sich im Wohlgefallen Yah widerfinden kann. Dieses Thema ist ein zu weites Feld, welches hier nur teilweise von uns angeschnitten wird. Innerhalb diesen Rahmens stellt auch das Kreuz das Allheilmittel dar, weil es uns immer weiter treibt und das Gefühl es zu Tragen erst garnicht das Empfinden der falschen Sicherheit in uns hervorrufen kann!

-Wer Ohren hat, der höre-

Die darauffolgende Zählung der Söhne Israels wollen wir diesmal überspringen, da diese -im wahrsten Sinne des Wortes- nicht zielführend sind und meistens Momentaufnahmen in unserem Glaubenswandel spiegeln, die einerseits relativ belanglos sind und andererseits die Gefahr bergen sich im Detail zu verlieren. Damit einhergehend hat der EWIGE am Ende dieses Kapitels ein Wortspiel eingebaut, um den aufmerksamen Jünger mit seiner Gnade zu beglücken:

4. Mose 26,64-65:
Und unter diesen war kein Mann von denen, die von Mose und dem Priester Aaron gemustert worden waren, die die Söhne Israel in der Wüste Sinai gemustert hatten. Denn der HERR hatte von denen gesagt: Sie müssen in der Wüste sterben! Und kein Mann von ihnen war übrig geblieben außer Kaleb, dem Sohn des Jefunne, und Josua, dem Sohn des Nun.

 

Fällt Euch etwas auf? Richtig, die Moral von der Geschicht': Vertraue Deinem Verstand und Deiner Kraft allein nicht! Darüber hinaus kann man daraus lernen, dass egal was wir in dieser Welt (=Wüstenwanderung) unternehmen werden an den einzelnen Etappen, so wird alle keinen dauerhaften Bestand haben. Einzig die Glaubenstreue (Kaleb) und die Erlösung in Josua wird übrig bleiben und uns schlußendlich den Weg in das verheißene Land ebnen. Es ist nun nicht verwunderlich das eben dieser Josua -als Sinnbild auf Yeshua- (gleicher Name im Urtext) als Nachfolger und Vollender der Sache Moscheh eingesetzt wird und ebenfalls als besonders treu und eifrig in der heiligen Schrift beschrieben wird! Josua ist auch Derjenige, der Israel zu ihrem Erbbesitz bringt und dieser Tatbestand wird ebenfalls in diesem Kapitel große Bedeutung zugemessen. Erbe (נחלה) meint im Hebräischen "Bewahrung der Kraft / Herrschaft für das Individuum" und man könnte dies als den Teil im Leben betrachten, welcher einem "naturrechtlich" seitens Elohim zusteht. Analog hierzu gibt es das Gebot, dass Grenzen nicht verschoben werden sollen. יהוה will uns hier sagen, dass wir lernen müssen uns selbst zu erfahren und uns durch den Ruach zu unseren Selbstbestimmung führen zu lassen. Dieses vollendete Selbstbewusstein nämlich ist die wahre Bedeutung von "Nun" dem Vater von Josua. Somit ist dies das Fundament und die Ursache unserer Erlösung, wenn wir im Laufen unserer Lebens erfahren durften "Wer wir sind" und wozu wir in יהוה bestimmt sind. Erst dann werden wir uns zielgenau in den Leib Christi einfügen können und daran arbeiten, dass unsere eigenen Talente gemehrt werden!

-Wer Augen hat, der erkenne-

Nachdem wir diese elementaren Dinge im Glauben nun erkannt haben ist es an der Zeit diese zu denken, tun und zu verbreiten. Wir müssen voranschreiten bis zum Ende und da wir uns Yah schon wieder heimholen. Die vorherigen Etappen lehren uns zu überwinden und den Willen zum Leben und Erfolg in uns zu tragen, damit das Ziel erreicht werden kann. Wollen wir, dass dieser lebendige Wandel dann in unser Innerstes übergeht, so müssen wir die folgenden Opfer berücksichtigen, die eindeutig eine Pflicht für dieses Level der Anbetung darstellen! All diese Opfer haben wir schon an anderer Stelle vorgestellt und sollten einem israelitischen Priester ohnehin nicht unbekannt sein. Auffällig hierbei ist, dass sozusagen die Stellschrauben angezogen werden und die Intensität des Dienstes sich bei dieser Etappe stark ansteigt. Von nun an ist es essentiell besonders akribisch umd befließen seinen Dienst vorzubereiten und die Opfergaben entsprechend darbringen. Beim Propheten Maleachi lesen wir, dass Israel genau dies zu einem Zeitpunkt der Geschichte vernachlässigt hat, sodass der Untergang und der Zorn Yahs darauf folgten!

4. Mose 28,31:
Außer dem regelmäßigen Brandopfer und dem dazugehörigen Speisopfer sollt ihr sie bereiten - ohne Fehler sollen sie euch sein - mit den dazugehörigen Trankopfern.


Liebe Geschwister. יהוה ist zwar barmherzig und ein liebender Elohim, doch versteht er es auch perfekt seine Untergebenen regelmäßig auf Trapp zu halten, was uns defintiv gut tut, was wir nur bezeugen können. Es gibt mannigfaltige gute Hintergründe hierfür. Es sei nur soviel gesagt: Weder schläft noch säumt der Wächter Israels, weshalb es nur logisch erscheint, dass wir uns auf diese Weise schon einmal auf ein Leben in der Ewigkeit zusammen mit dem EWIGEN vorbereiten. Deshalb fordert er auch von uns, dass wir bis zum Blut Widerstand gegeben unser sündhaftes / widerspenstiges Ich leisten, damit wir eben zu dieser Einheit mit ihm kommen können! Wir müssen daher endlich lernen etwas mehr "Zug" in unseren Glaubenswandel zu bringen, damit wir nicht am Ende unseres Lebens das uns zugemessene Erbland verpassen. Damit dies auch in Knochen und Mark übergeht müssen wir kapieren, dass die sieben Festtage keine punktuellen Ereignisse im Jahreszyklus sind, sondern uns vielmehr in der täglichen Erbauung dienen sollen, weshalb wir es für lohnenswert erachten den "Telos" der Moedim hier noch einmal stichhaltig festzuhalten:

Pessach:
- Der Welt absterben Yeshaua annehmen & nachfolgen

Matzot:
- Von der Welt enthalten und die Drangsal ertragen

Bakurim:
- In den Genuss des Segens kommen mit Heiligkeit bekleidet werden

Shavuot:
- Geistestaufe und vollendeten geistigen Wandel an den Tag legen

Terumah:
- Vorbild / Zeugnis sein und auch die Sache Yah proklamieren

Kippur:
- Blut Yeshuas aufgenommen und so Sündenvergebung erlangt

Sukkot:
- Irdischen Leib schon quasi verlassen haben und "Wandel im Himmel"

Zusammenfassend kann man behaupten, dass wenn man alle Dinge in dieser Paraschah beherzigt, dass man einen sehr stabilen Gläubigen abgibt, der nicht weit zu der Schwelle der Gottessohnschaft steht! Diese Welt ist die Wüste und wir dürfen auf keinen Fall uns mit einem Stillstand im Glauben zufrieden geben. Diesen erreichen die Meisten erfahrungsgemäß erst, wenn sie den Segen nach den ersten Etappen fälschlicherweise für das verheißene Land halten und somit der feindlichen Falle und des Fluches Bileams anheim gefallen sind. In diesem Kontext wollen wir Euch mit zwei mahnenden Aussprüchen entlassen:

Offenbarung 2,12-17:
Und dem Engel der Gemeinde in Pergamon schreibe: Dies sagt der, der das zweischneidige, scharfe Schwert hat: Ich weiß, wo du wohnst; wo der Thron des Satans ist; und du hältst meinen Namen fest und hast den Glauben an mich nicht verleugnet, auch in den Tagen des Antipas, meines treuen Zeugen, der bei euch, wo der Satan wohnt, ermordet worden ist. Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du solche dort hast, welche die Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, eine Falle vor die Söhne Israels hinzustellen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben. So hast auch du solche, die in gleicher Weise die Lehre der Nikolaiten festhalten. Tu nun Buße! Wenn aber nicht, so komme ich zu dir bald und werde Krieg mit ihnen führen mit dem Schwert meines Mundes. Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt.


Philipper 3, 13-21:
Meine Brüder und Schwestern, ich schätze mich selbst nicht so ein, dass ich's ergriffen habe. Eins aber sage ich: Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist, und jage nach dem vorgesteckten Ziel, dem Siegespreis der himmlischen Berufung Gottes in Christus Jesu. Wie viele nun von uns vollkommen sind, die lasst uns so gesinnt sein. Und solltet ihr in einem Stück anders denken, so wird euch Gott auch das offenbaren. Nur, was wir schon erreicht haben, darin lasst uns auch leben. Ahmt mit mir Christus nach, Brüder und Schwester, und seht auf die, die so wandeln, wie ihr uns zum Vorbild habt. Denn viele wandeln so, dass ich euch oft von ihnen gesagt habe, nun aber sage ich's auch unter Tränen: Sie sind die Feinde des Kreuzes Christi. Ihr Ende ist die Verdammnis, ihr Gott ist der Bauch und ihre Ehre ist in ihrer Schande; sie sind irdisch gesinnt. Wir aber sind Bürger im Himmel; woher wir auch erwarten den Heiland, den Herrn Christus, der unsern geringen Leib verwandeln wird, dass er gleich werde seinem verherrlichten Leibe nach der Kraft, mit der er sich alle Dinge untertan machen kann.


שלום

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