Bo / בוא

"Komme"

Torah:       2.Mose 10,1-13,16

 

Haftarah:    Jer 46,13-28

 

Hadaschah: Joh 19,31-37

 

 

In dieser Paraschah sehen wir wieder einmal wie wichtig es יהוה ist seinen Namen zu verherrlichen und sein Volk stets in seiner Nähe zu wissen. Der Aufruf "Komme" beschreibt ein Stück weit auch die liebevolle Sehnsucht Elohims in Bezug auf sein Eigentum. Wir lesen in diesem Abschnitt von drei weiteren Plagen und die wundervolle Einsetzung der Möglichkeit auf den dauerhaften Auszug Israels aus Ägypten. Diese Paraschah ist unter dem Gesichtspunkt unserer eigenen Erlösung vom Bösem besonders hervorstechend. Sie installiert das Pessachlamm Yeshua als bahnbrechendes Instrument, um den weltlichen Bedrängnis entfliehen zu können. Zu Beginn dieser Thoraportion erscheint יהוה zudem dem Pharao als "Gott der Hebräer" und dies soll eben genannten Aspekt noch einem untermauern. Es gilt fortan zu überwinden, um dem Schöpfergott angemessen dienen zu können. Also liegt es an uns den Ruf יהוה nicht zu missachten, wenn er "Komme!" zu uns ruft, sei dieser Umstand stets auch von Strapazen am Rande begleitet!

2.Mose 10,4:
Weigerst du dich aber, mein Volk ziehen zu lassen, siehe, so will ich morgen Heuschrecken kommen lassen über dein Gebiet.

Diese Warnung gilt nicht nur an einen abstrakten Weltenherrscher, sondern auch an den "Pharao" in uns selbst!
פּרעה meint soviel wie "Das Angesicht auf das Haupt haben, welchs die Möglichkeit auf das Böse offen hält". Wir sollen also das Heidnische in uns abtöten, damit wir als Israel יהוה angemessen dienen können, denn dies wird stets als Bedingung für den Auszug genannt!

-Wer Augen hat, der sehe-

 

Die achte Plage der sogenannten "Heuschrecken" (ארבּה), die defintiv das komplette Mizrajim bis zu ihren Außengrenzen (גּבל) befüllen. Auch dieser Umstand ist nur schwer zu umschreiben, da im Hebräischen es ein anders Wort für Heuschrecken gibt regulär, dies meint eher, dass das Haus des Schöpfers in Ägypten größt möglichen Raum nimmt. Wir wissen, dass Unreines nie Bestand haben kann, wenn es mit Heiligem in Kontakt kommte, ebenso verdrängt das Licht auch die Dunkelheit. Wenn man sich alle Plagen anschaut, so sind sie im Kern stark positiv und implizieren eher einen Segen, der im Falle Ägyptens aber zur "Plage" wird, da wie gesagt das Tode stets vom Leben verdrängt wird. Sofern wir dies begreifen, können wir nicht nur wunscherschöne Parallelen zu dem bisher im Glauben Erfahrenen ziehen, sondern erkennen auch wie liebevoll und sorgfältig יהוה seine Geschöpfe ruft und mit welchem starken Arm er uns untersützend zur Hilfe eilt, Halleluyah! Das direkte Eingreifen יהוה in das Weltgeschehen wird Israel zum Segen und der Welt zur Plage werden. So können wir eine weitere wundervolle Lektion aus dieser Paraschah ziehen und den Grund erkennen, weshalb sich יהוה in seinem unermesslichen Erbarmen bisher größtenteils direkt und offensiv aus dem Weltgeschehen heraus hält...

2. Mose 10,16-19:

Da ließ der Pharao eilends Mose und Aaron rufen und sprach: Ich habe mich versündigt an dem HERRN, eurem Gott, und an euch. Und nun, vergib mir meine Sünde nur noch diesmal, und bittet den HERRN, euren Gott, dass er doch diesen Tod von mir wegnehme.Und er ging hinaus vom Pharao und betete zum HERRN. Da wendete der HERR den Wind, sodass er sehr stark aus Westen kam; der hob die Heuschrecken auf und warf sie ins Schilfmeer, dass nicht eine übrig blieb in ganz Ägypten.

Die verstockte Haltung des Pharao spiegelt manchmal unser unentschlossenes Handeln gegenüber dem uns befreienden Willen יהוה sich beugen zu wollen wider, aus Angst heraus etwas auf ewig zu verlieren! Dies sieht man auch an der Haltung des Volkes in der Wüste, dei plötzlich wieder nach den "Leckereien" Mizrajims trachteten. Wir dürfen nicht nur uns selbst in der äußerlichen Gestalt als "Männer Gottes" direkt ausziehen, sondern direkt mit allem was uns umgibt! Diese Forderung hält das Gesetz (Moscheh) deutlich aufrecht und wir merken schnell, wenn wir uns dem aufgrund eigener Verstockheit zuvor widersetzt haben, dass wir aufrichtige Buße hierfür unternehmen müssen im Gebet, damit diese Form der "Gottesoffenbarung" uns nicht mehr als "Plage" belastet. Abschließend bleibt uns eine eindrückliche Warnung unseres Rabbis Yeshua vor Augen, die genau diese Begebenheit uns als Richtlinie in der Thora durch seine machtvollen Worte auch später noch einmal bestätigt wird:

Mk 8,36:

Was nützt es dem Menschen, die ganze Welt zu gewinnen, wenn er dabei seine Seele verwirkt?

Die neunte Plage stellt dann wiederum eine Steigerung zu der vorangegangen dar und diese könnte man diesmal ausschließlich negativ werten. Die Dunkelheit (חשׁך) kam nun über Mizrajim und dies sagt aus, dass der "Himmel sich vor der Darreichung verschließt". Einerseits erntet der Pharao nun exakt das, was er gesät hat. Andererseits ist es wirklich "zappenduster", wenn sich das Himmlische vor einem Menschen verschließt und dieser keinen Zugang mehr zum Schöpfer findet, denn jedes Geschöpf ist auf eine Art und Weise mit dem Himmel verbunden ("ein Mensch lebt nicht nur von Brot allein"). Dieses Prinzip zeigt sich uns auch dem im Folgenden, wie auch schon zu Hauf andererorts in den heiligen Schriften bezeugt wird. Immer wenn wir uns als Individuen dazu entscheiden in Gänze den Rücken zu kehren, werden wir mit dem Tode bedroht. Dies stellt quasi eine Art Eingeständnis des Irdischen an das Himmlische dar, dass beide sich Feind sind und das Irdische per Tötungsvollzog des "himmlischen Individuums" versucht somit diesen sich einander reibenden Konflikt scheinbar zu eigenen Gunsten meist eigenmächtig zu entledigen. Dahinter steckt ein immenses Geheimnis und wir müssen begreifen, was es heißt, wenn bei jedem Opfer und Speise das Blut zur Erde vollständig ausfließen muss! Die zehnte Plage macht dem Pharao und damit gesatm Mizrajim den Garn aus. Die Tötung der Erstgeburt (בּכור) um "Mitternacht" (הלילה כחצת) heisst soviel, wie dass יהוה mit "voller Kraft" dafür Sorge trägt, dass Ägypten von nun an seiner Vollmacht "enthauptet" wird und somit in Zukunf auch kein Fuß mehr fassen wird, was sich ebenfalls innerhalb der Geschichte auch bewahrheitet hat. Was lernen wir aus dieser Begebenheit? Zum Einen sehen wir, dass es vorrangig um den heiligen Namen יהוה geht und darum, dass sein Wille sich an der Schöpfung erfüllt. Zum Anderen werden wir sehr eindrucksvoll davor gewarnt unser Herz zu verhärten, wenn wir die Stimme Elohims hören, der sich auch zeitgleich uns machtvoll offenbart, und dann doch nicht den Mut aufzubringen den entscheidenden Schritt in die Freiheit und in den Diens יהוה mit dem gesamten Eigentum gehen zu wollen!

Hebr. 3,7-10:
Darum, wie der Heilige Geist spricht (Psalm 95,7-11): »Heute, wenn ihr seine Stimme hört, so verstockt eure Herzen nicht, wie es geschah bei der Verbitterung am Tag der Versuchung in der Wüste, wo mich eure Väter versuchten und prüften und hatten doch meine Werke gesehen vierzig Jahre lang. Darum zürnte ich diesem Geschlecht und sprach: Immer irren sie im Herzen! Aber sie verstanden meine Wege nicht.


Dieser Umstand zeigt sich nicht nur in der Rebellion in der Wüste, sondern auch schon beim Auszug aus Mizrajim bei den Ägptern vor! Wir sind wohl beraten, so schnell wie möglich mit unserem ganzen Dasein dem Ruf יהוה aus Ägypten heraus zu folgen, damit sich an uns erfüllt, wozu wir bestimmt sind. Viele Prüfungen werden uns dabei begleiten und der Ewige möchte lediglich testen, wie starkt unser Willer hierfür ausgeprägt ist! Wir sehen am Beispiel Yeshuas in seinem irdischen Wandel ein wegweisendes Sinndbild aus der Thora, welches uns die einzige Möglichkeit auf Leben in Freiheit und in יהוה aufzeigt!

1. Kor. 5,7-8:
Darum schafft den alten Sauerteig weg, damit ihr ein neuer Teig seid, wie ihr ja ungesäuert seid. Denn auch wir haben ein Passalamm, das ist Christus, der geopfert ist. Darum lasst uns das Fest feiern nicht im alten Sauerteig, auch nicht im Sauerteig der Bosheit und Schlechtigkeit, sondern im ungesäuerten Teig der Lauterkeit und Wahrheit.


Mit der Einsetzung des Blutes und Brotes Yeshuas wir auch erst einmal die Herrschaft und der Kontakt mit dem Ägyptischen unterbunden. Dieses Procedere findet im ersten Monat des Jahres (12,1) statt und soll damit aufzeigen, womit wir unseren Glaubenswandel im "Dienstlauf" beginnen werden. Dabei sollen wir das Lamm Yeshua am zehnten Tag des ersten Monats zu uns nehmen und ihn 4 Tage lang auf seine Unfehlbarkeit hin überprüfen. Eine Untersuchung soll dabei vorweg genommen werden:

2. Mose 12,46:
In einem einzigen Hause soll man es verzehren; ihr sollt nichts von seinem Fleisch hinaus vor das Haus tragen und sollt keinen Knochen an ihm zerbrechen.


Joh 19,33:
Als sie aber zu Yeshua kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht.

So wie Yeshua durch seinen Wandel uns die Erlösung näher gebracht hat, lesen wir ebenfalls in der Thora detailreicher wie wir dieses Konzept auf unser eigenes Leben adaptieren können. Dem geht natürlich voran, dass wir das Zeugnis Yeshua in seinem Wandel widerspiegeln, was durch das Blut an den Türpfosten symbolisiert wird. Die Tatsache, dass dieses Opfer explizit und "ausnahmsweise" samt Innereien konsumiert werden soll, dient uns ebenfalls als Blickfänger darauf, dass wir auch im innerlichen uns Yeshua anzugleichen haben! Dazu sollen wir dieses Opfer mit ungesäuertem Brot (
מצּה) und bitteren Kräutern (מרור) essen. Damit wird nicht nur zum Ausdruck gebracht, dass wir die Erlösung in Demut und Bedrängnis angehen werden, sondern dahinter verbergen sich folgene geistige Wahrheiten. Matzen meint "Die Möglichkeit auf Gesetz und Auserwählung" und Bitterkräuter "Das Gesetz wird doppeltes Haupt". Zusammenfassend kann man festhalten, dass schon in der Thora angekündigt ist, dass dies ein beschwerlicher Weg mit einem vielversprechendem Ziel wird.

Joh 6,54-56:

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Wer mein Fleisch isst und trinkt mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm.

Ferner erfahren wir nun, dass wir in einer bestimmten Art und Weise dieses Opfer zu uns nehmen sollen (12,11). Alles in Einem umschreibt es das Auftreten Yeshuas und somit das eines Gläubigen in der Welt. Der Urtext bringt hier zum Ausdruck, dass wir als Jünger in den Fußstapfen Yeshuas in voller Stärke, Bewusstsein und Bereitschaft diesen Schritt voller Elan zu gehen.

2. Mose 12,13-14:
Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen, und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für יהוה, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.

Dies ist eine sehr imposante Warnung auch an uns das Opferlamm יהוה ja rasch in unser Leben zu lassen, damit unsere Chance auf Erlösung nicht von Gott abgetötet wird!

-Wer ohren hat, der höre-

Die Tatsache, dass kein Israelit sein Haus bis zum Morgen (
בּקר) verlassen soll, meint, dass wir durch Yeshua im Haus des Vaters verweilen sollen bis wortwörtlich die "Morgenröte" auf Erden in Ewigkeit aufgeht. Zusätzlich lesen wir, dass nur wahre Israeliten Anrecht haben von diesem Opfer zu kosten. Fremdlinge und Unbeschnittene dürfen nicht davon essen. Beschnitten sein meint im Urtext, dass alle Handlungen auf das Kreuz ausgerichtet sind! Zum Abschluß dieser sehr wichtigen und schönen Paraschah lesen wir, dass durch diese machtvollen Handlungen und das Opfer des Pessachlamms der Grundstein gelegt wurde, damit die Kinder Israels zur Erlösung reifen können und somit direktes Erbgut יהוה werden. Jahr für Jahr und an jedem Ort sollen wir diesem machtvollen Wirkens Elohims gedenken und uns vor Augen führen, wieso wir ausgerechnet in die Fußstapfen Yeshuas zu treten haben, damit wir יהוה dienen und frei sein können! Mein Freund: Lass Dir dieses Geschenk nicht entgehen und stelle Dir folgende Frage:

Bist Du bereit Yeshua nachzufolgen, wenn er ruft "Komme!"?


שלום
 

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