Beschalach / בשלח

"In der Gesandtschaft"

Torah:       2.Mose 13,17-17,16

 

Haftarah:    Richter 4,4-5,31

 

Hadaschah: Mt 14,22-33

 

 

Diese Paraschah knüpft unmittelbar an den Auszug aus Mizrajim an und zeigt uns unsere ersten Schritte im Glaubensleben auf. Wie lernen wie יהוה nunmehr mit uns verfahrenen wird, aber auch wie wir letztendlich geprüft werden. Gleich zu Beginn dieses Abschnittes bekommen wir eine Kostprobe von der Gnade Elohims und unserer "Sendung" in ihr:

2. Mose 13,17:
Als nun der Pharao das Volk hatte ziehen lassen, führte sie Gott nicht den Weg durch das Land der Philister, der am nächsten war; denn Gott dachte, es könnte das Volk gereuen, wenn sie Kämpfe vor sich sähen, und sie könnten wieder nach Ägypten umkehren.

An dieser Stelle empfiehlt es sich hinzuschauen, was es mit den "Philistern" auf sich hat.
פּלשׁתּי meint, dass das "Angesicht auf die himmlische Herrschaft, Kreuz & Göttlichkeit gerichtet ist" und gibt uns einen Ausblick darauf, womit wir es im Laufe der Zeit zu tun bekommen:

Eph. 6,12:

Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Im Kern bedeutet dies in Verbindung mit den "Philistern", dass es ein reelles Hindernis in unserer unmittelbaren "Nachbarschaft" gibt, die uns davon abhält uns auf das Wesentliche zu konzentrieren! יהוה behütet uns und schenkt keine Versuchung, die unsere Kraft übersteigen wird (1. Kor. 10,13). Schon im ersten Vers diesen Abschnitts wird dabei -wie auch schon zuvor zu Hauf- auf die vielen Hilfestellungen Elohims auf unserem Weg deutlich gemacht. Dabei soll uns klar sein, dass der Fokus dabei immer auf die aktuellen Aufgaben gelegt sein soll während יהוה unseren Schirmherr bildet und das Randgeschehen zu unserem Gutem führen wird. Im weiteren Verlauf des Kapitels wird dabei die Barm-herzigkeit und Liebe Elohims verdeutlicht. Die Tatsache, dass Josef Gebeine aus Mizrajim mitgenommen wurden stellt bildhaft dar, wie der Maschiach ben Joseph mitten im Volk getragen wurde. Ferner lagerte das Volk in Hütten in Etam. אתם bedeutet "Schöpfer legt das Kreuz auf das Wasser (Volk?)" und dabei sei angemerkt, dass im Urtext der siebte Monat mit "Etanim" benannt wird! Zuletzt lesen wir, dass die "Wolkensäule" das Volk stets begleitete und quasi als Wegweiser und Schirm für das Gottesvolk fungierte und ebenfalls als beträchtiges Abbild auf Yeshua hinweist. עמּד bedeutet "Dem Volk steht die Tür offen"! Man lese hierzu lediglich:

Joh 10,6:

Ich bin die Tür; so jemand durch mich eingeht, der wird selig werden und wird ein und aus gehen und Weide finden.

Zu Beginn des nächsten Kapitels sehen wir,wieso wir Drangsal erleiden müssen, jedoch zumeist keinen Schaden daraus nehmen. יהוה will seinen Namen in der Welt verherrlichen und allen offenkundig machen, dass die Macht der "Mächtigen dieser Welt" nur begrenzt ist. Gleichzeitig erleben wir ein Zeugnis von unserem Unvermögen in Anbetracht von Drangsal und Verfolgung.

2. Mose 14,12:
Haben wir's dir nicht schon in Ägypten gesagt: Lass uns in Ruhe, wir wollen den Ägyptern dienen? Es wäre besser für uns, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.

An dieser Stelle ist ein Jeder dazu angehalten sein eigenes Herz zu überprüfen und gegebenenfalls Missstände zu beseitigen. Die Sachlage ist ernst und wir lesen, dass wir in Anbetracht der Nachhut Mizrajims gemäß den Worten Moscheh Folge leisten sollen und uns in das Vertrauen in
יהוה zu stärken, damit die Bedrohung in Hinblick auf die Allmacht Elohims erblasst und wir uns gewiss sein sollten, dass wir stets in geborgenen Händen befindlich sind. Hierbei soll noch einmal verdeutlicht werden, inwiefern die Streitmacht Ägyptens auf uns Wirken wird und wir uns von unseren fleischlichen Neigungen in diesen Situationen besser nicht treiben lassen sollten wie auch in diversen nach-folgenden Eriegnissen sichtbar wird. Die "Meeresteilung" im Folgenden stellt die Stärke יהוה in den Vordergrund. Sie ist ebenfalls ein Sinnbild für tiefgreifende Glaubenserlebnis, als auch der einzige Ausweg als Ägypten. Sie kommt im Empfinden und in der Tat der "Jordanüberquerung" gleich, auch wenn sich die Meeresteilung hauptächlich auf eine "irdische / weltliche Hilfestellung" (יבּשׂה) = Trockenheit bezieht. Wir sehen zudem eindrucksvoll wie das Ägyptische hinter uns und ums vernichtet wird durch das Meer (ים) = Zeitliche und wir quasi dadurch hinweg schreiten werden!

-Wer Augen hat, der sehe-

Dieses Thema hier in Tiefe zu behandeln, würde den Rahmen sprengen. Es sei gesagt, dass das Sprichtwort "das Zeitliche segnen" wohl die treffendste Beschreibung ist, was den Ägyptern bei diesem machtvollen Ereignis wider-fahren ist. Durch das "Göttliche Wasser" (
ים) hinweg gereinigt, konnten die Israeliten ihren Weg durch die Wüste beginnen. Nachdem das Volk durch die Tat יהוה seiner Erettung gewiss war, sangen sowohl Moscheh als auch Mirjam dem Herrn ein Lied und besangen seine Stärke und die Reichweite seiner Kraft. Was darauffolgend geschieht ist wiederum ein Sinnbild für unser menschliches Versagen, als auch für unseren Hochmut und Irrsinn. Kurz zuvor bestaunte und besang das Volk יהוה für seine rettenden Taten und kaum in Mara (מרה) angekommen ist es schon am Verzweifeln und am Murren. Dieser menschliche Zug ist nicht gut, jedoch in jedem von uns präsent und wir müssen Acht darauf geben, dieser Versuchung nicht zu unterliegen. Wir sehen bei Mara, dass die erste Station im Glaubensleben schon bitter ist und wir Acht darauf habe sollen nicht schon wieder in selbe unbrauchbare Haltungen zu verfallen.

2. Mose 15,25-26:

Er schrie zu dem HERRN, und der HERR zeigte ihm ein Holz; das warf er ins Wasser, da wurde es süß. Dort gab er ihnen Gesetz und Recht und versuchte sie und sprach: Wirst du der Stimme des HERRN, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und merken auf seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich dir keine der Krankheiten auferlegen, die ich den Ägyptern auferlegt habe; denn ich bin der HERR, dein Arzt.

Wir werden hierbei nicht nur an die Versuchungen Jesu erinnert, sondern auch auf die Tatsache, nicht alles Zwangszuheiligen oder gemäß dem eigenen Rechtsverständnis des göttlichen Gesetz dabei der Kleinkrämerei anheim zu fallen und das tatsächliche Gesetz dahinter oder gar Gottes Plan hierbei im Gesamten vollkommen zu missachten. Nachdem das Volk nun seine Festigung erhalten hat lagerten es sinnbildlicht in sicheren Gefilden.

2.Mose 16,1:

Von Elim brachen sie auf, und die ganze Gemeinde der Israeliten kam in die Wüste Sin (סין), die zwischen Elim und Sinai (סיני) liegt, am fünfzehnten Tage des zweiten Monats, nachdem sie von Ägypten ausgezogen waren.

Es kommt nicht von ungefähr, dass nachdem sich Israel im ersten Anlauf an
יהוה verfehlt hatte, dass sie in seiner Barmherzigkeit erneut eine zweite Chance durch das sogenannte Pessach Scheni -der zweite Pessachtermin- die erneute Chance zum geglückten Auszug erhielten. Das Darauffolgende ist dann die Ausgeburt dieser ungläubigen und ungehorsamen Haltung, die das Volk erneut gegenüber Moscheh und Aaron hegt. Ferner wird das Fleischliche immer stärker ausgeprägt, was definitiv das größte Hindernis sein wird um יהוה Willen zu erfüllen und heil und erfolgreich durch die Wüste zu gehen. Wir als Menschen, die wir aus einem heidnischen oder weltlichen Dasein von Elohim gerufen und gezogen neigen dazu uns das alte Leben zurück zu Wünschen, da es uns temporär mehr Annehmlichkeiten verspricht.

2. Mose 6,4:

Da sprach der HERR zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und täglich sammeln, was es für den Tag bedarf, dass ich's prüfe, ob es in meinem Gesetz wandle oder nicht.

Zudem gilt es uns als Prüfung. Der Segen des himmlischen Brotes durch Einhaltung des göttlichen Gesetzes ist im tatsächlichen Glaubenswandel auch das was die Zuversicht in uns in Hinblick auf das Ziel nährt. Das im Urtext verankerte "Manna" (
מן) bedeutet "Wasser (Gesetz) auf Individuum" und unterstreicht noch einmal das vorher Gesagte!

Joh 6,31-32:

Unsere Väter haben Manna gegessen in der Wüste, wie geschrieben steht: "Er gab ihnen Brot vom Himmel zu essen."" Da sprach Yeshua zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Moscheh hat euch nicht das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das rechte Brot vom Himmel.

Wir dürfen in dieser Begebenheit nicht nur erkennen, dass יהוה dem Menschen immer das gibt, was er "will", sondern auch dies in seinem Interesse zu Gunsten der Menschen zum Zwecke des Lebenserhalts geschehen lässt! Damit einher-gehend lesen wir auch wie wichtig es ist den Schabbat zu ehren, so wie es יהוה für sein Volk vorgesehen hat. Das Volk wird wiederum in einer störrischen Haltung befunden, sodass nicht mehr als festzustellen übrig bleibt:

2. Mose 16,28:

Da sprach der HERR zu Moscheh: Wie lange weigert ihr euch, meine Gebote und Weisungen zu halten?

Nachdem nun ein weiteres Exempel statuiert ward, konnte sich das Volk nun wieder im Vertrauen Elohim zuwenden. Israel hatte nun während seiner gesamten irdischen Wandel (40 Jahre) die Möglichkeit auf die Segnungen durch das Einhalten des Gesetzes Gewahr sein. Zudem lernen wir die Beschaffenheit dieses sagenumwobenen "Mannas" näher kennen.

2.Mose 16,31:

וַיִּקְרְא֧וּ בֵֽית־יִשְׂרָאֵ֛ל אֶת־שְׁמ֖וֹ מָ֑ן וְה֗וּא כְּזֶ֤רַע גַּד֙ לָבָ֔ן וְטַעְמ֖וֹ כְּצַפִּיחִ֥ת בִּדְבָֽשׁ:

Zusammenfassend lässt sich Manna also als etwas beschreiben, was uns in Fülle die Voraussetzungen schafft, damit wir für unseren himmlischen Erlösungsweg während unserer "Sendung" ausgestattet sind. Im Anschluß zog Israel nach Rephidim (רפידים) und erlebte gleich zwei unschöne Momente, die sicherlich auch aus der unbelehrbaren Haltung heraus resultierten. Rephidim meint "Haupt ist der Fokus auf die Tür zum göttlichen Wasser" und umschreibt die Tatsache, dass die Israeliten zu diesem Zeitpunkt schon im Glauben etwas "gefestigt" waren Dennoch kam das Murren und das Trachten nach dem Bösen in ihnen wieder hoch, was uns auch hier als warnendes Beispiel dienen soll! Die Versuchung bei Meriba am Horeb (חרב) meint soviel wie, dass der Israelit sich vorsätzlich verschließt um zu schauen, ob die Hilfe יהוה ihn trotz seiner verweigerten Haltung erreichen wird. Im Anschluß dessen, begegnen die "Talbewohner" der Amalekiter den Israeliten und zwingen sie zum Kampf auf. Elohim gibt zwar Zusagen und auf Wunsch Zeichen und Bestätigungen. Dies hat aber immer mit Folgen augrund unseres Unglaubens zu tun. Amalek ist generell, aber auch hier die spezielle Maßnahme infolge von Unglauben und Ungehorsam!

-Wer Ohren hat, der höre-


יהוה ist ein liebevoller und gnädiger Elohim, sodass er uns auch zum Ende dieser Paraschah einen Ausweg aus so manch misslichen Lage innerhalb unserer Wüstenwanderung aufzeigt. Wir müssen Moscheh als Sinnbild für die Thora innerhalb des Volkes / uns erheben und sichtbar kenntlich machen, damit wir zu Erolg kommen können, wenn wir in Bedrängnis sind:

2. Mose 17,11:

Und wenn Mose seine Hand emporhielt, siegte Israel; wenn er aber seine Hand sinken ließ, siegte Amalek.

Dabei bekommt Moscheh die zwei helfenden Stützen Josua (
יהושׁע) und Chur (חוּר) zur Seite. Wir wissen, dass Josua das Abbild schlechthin auf den gleichnamigen Messias Yeshuas ist. Chur bedeutet "Das Haupt fest bewahren". Somit lernen wir, dass wir sowohl mit Yeshua als auch mit einer gesunden Bereitschaft יהוה in unser Leben zu lassen gegen unseren Erzfeind Amalek dauerhaft zu Erfolg kommen werden. Anschließend zu Beginn unserer "Sendung" können wir sehen, dass wir uns stets als Volk und Individuen auf unseren Elohim verlassen können! Wenn wir das Ziel und seine schützende Hand über uns nicht vergessen, wird es uns nicht allzu schwer fallen den Glaubensweg zu beschreiten. Bedenke dabei, dass diese sich auch immer Parallel in Deinem Geiste abspielt:

Röm 7,14a:

Denn wir wissen, daß das Gesetz (Thora) geistlich ist......

Sei reich gesegnet!

שלום
 

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